Oberschule zum Dom

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Oberschule zum Dom
Oberschule zum Dom
Schulform neusprachliches Gymnasium
Gründung 1905
Ort Lübeck
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 51′ 39,8″ N, 10° 41′ 15,1″ OKoordinaten: 53° 51′ 39,8″ N, 10° 41′ 15,1″ O
Träger Hansestadt Lübeck
Schüler Gymnasium: 376 ♂, 408 ♀,
Abendgymnasium: 62 ♂, 44 ♀[1]
Lehrkräfte 66[2]
Leitung Oliver Schäfer[3]
Website http://ozd-luebeck.de

Die Oberschule zum Dom (OzD) ist ein Lübecker Gymnasium in der Innenstadt. In den denkmalgeschützten Gebäuden findet heute ein moderner neusprachlich und naturwissenschaftlich geprägter Unterricht statt. Zudem ist die Schule auch für ihre sportlichen Leistungen bekannt.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anno 1937 angebrachter Erinnerungsstein am Platz des einstigen Bischofshofs
Hauptturnhalle (1891) mit dem OzD-Gebäudeflügel an der Musterbahn im linken Bildrand
Hauptturnhalle anno 1901

Die Schule ist auf dem Gebiet des Dombezirks auf einem Grundstück einer ehemaligen Domkurie gelegen. An diesem Standort besteht mit der Domschule seit dem Mittelalter schulische Tradition. Ein Gewölbe aus dem 14. Jahrhundert erinnert noch heute daran. Der heutige Gebäudekomplex ist 1928 aus zwei älteren Schulgebäuden entstanden: aus der ehemaligen Baugewerbeschule (Baujahr 1877, Eingang zur "Dom-Volksschule") bzw. aus der "Höheren Bürgerschule an der Musterbahn" (Baujahr 1874), einer Realschule für Mädchen. 1928 erfolgte die Verbindung beider Schulen durch den Architekten Friedrich Wilhelm Virck, der den Verbindungstrakt (heutiger Eingangsbereich) im Stil des Backsteinexpressionismus der Zwanziger Jahre entwarf.

Nach starkem Anstieg der Schülerzahlen erfolgten umfangreiche Neubaumaßnahmen in der damaligen „Oberrealschule zum Dom“. Es wurden verschiedene naturwissenschaftliche Fachräume, ein Erdkunderaum, eine Bibliothek und eine großzügig gestaltete Aula mit Holzvertäfelungen und 900 Sitzplätzen errichtet. Zudem wurden Zeichensäle, Gymnastikräume, ein Dachgarten und ein Wintergarten auf dem ehemaligen Treppenhausturm der Mädchenrealschule an der Musterbahn eingerichtet.

Der frühere Kunsterzieher Asmus Jessen entwarf verschiedene Details der Inneneinrichtung. In der Eingangshalle entstand ein Fußbodenmosaik expressionistischen Stil, Wand- und Deckenlampen in Sternform, auch Vitrinen und Geländer wurden von ihm gestaltet. Innen wurden im Sinne expressionistischer Baukunst Mauerfriese aus Backstein mit mittelblauen Holztüren kombiniert. Heute fallen noch die funktionalistischen Elemente der großen Aulafenster im Stil der zwanziger Jahre auf.

Durch den Luftangriff auf Lübeck am 29. März 1942 wurde die OzD fast vollständig im Innern zerstört, wobei fast sämtliche Details der Inneneinrichtung vernichtet wurden. Die Aula erhielt im Zuge des Wiederaufbaus eine Neugestaltung im Stil der fünfziger Jahre.

Durch Mittel der Possehl-Stiftung und des kommunalen Investitionsfonds wurde die Schule im Jahr 2005 umfassend saniert. Das vollständig denkmalgeschützte Gebäude erhielt neue Fenster, neue Beleuchtungskörper und eine computergesteuerte Heizung. Im Winter wird die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende historische Hauptturnhalle in der Mühlenstraße für den Sportunterricht genutzt. Sie wurde 1891 von Adolf Schwiening im neugotischen Stil erbaut.

Der Schulhof wurde kürzlich umgestaltet. Der Schulgarten ist durch einen Teich und eine bepflanzte Wallanlage erweitert worden. Zudem wurde ein Volley- und Basketballspielfeld im Jahr 2007 eingeweiht und ein ehemaliger Bunker zu einer Kletterwand umgewandelt.[4]

Erwachsenenbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Räumlichkeiten werden für berufstätige Erwachsene in Form einer Abendschule genutzt.[5]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verschiedenen Klassenstufen haben einen Chor und eine Big Band, die für Veranstaltungen gebucht werden kann.[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die OzD besitzt eine Ruderriege und zahlreiche Sport-AGs. Eine Besonderheit ist die erfolgreiche Beteiligung am Bundeswettbewerb Jugend trainiert für Olympia.[6]

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adams' Grammar School, Newport, Shropshire, Großbritannien
  • College de l'Astarac, Mirande, Frankreich
  • College Salinis, Auch, Frankreich
  • Wanganui High School, Neuseeland
  • Lyzeum Boleslaw Prus, Stettin, Polen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bericht über das ... Schuljahr von Ostern ... bis .... Lübeck 1906–1908 (Digitalisat)
  • Bericht über das ... Schuljahr Ostern .... Lübeck 1909–1914 (Digitalisat)
  • Bericht über das Schuljahr. Lübeck 1915 (Digitalisat)
  • Jörg Fligge: Lübecker Schulen im "Dritten Reich": eine Studie zum Bildungswesen in der NS-Zeit im Kontext der Entwicklung im Reichsgebiet, Schmidt-Römhild, Lübeck 2014, S. 635 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datenquelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Stand: Schuljahr 2009/2010.
  2. Datenquelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein. Stand: Schuljahr 2009/2010.
  3. Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe „Homepage-Gäste“
  4. Die Oberschule zum Dom - ein Exkurs in die Baugeschichte
  5. Abendschulen in Deutschland
  6. a b Schulprogramm der Oberschule zum Dom
  7. Die Zeit, 16. Januar 1959, Nr. 3 Geht es denn um Lothar Stielau? - Wenn ein Germanist ein Germane ist / Von Josef Müher-Marem
  8. Strafsache gegen Lothar Stielau und Heinrich Buddeberg
  9. Carl Sander in Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162 Referenz und Karten
  10. Personalblatt A der OzD