Ochtersum (Hildesheim)

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Ochtersum
Wappen von Ochtersum
Koordinaten: 52° 8′ 0″ N, 9° 57′ 0″ O
Fläche: 3,48 km²
Einwohner: 8886 (2006)
Bevölkerungsdichte: 2.553 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Vorwahl: 05121
Karte
Lage von Ochtersum in Hildesheim
Kath. Kirche St. Altfried
Im Altdorf Ochtersum.
Ehem. Pfarrkirche St.Godehard (seit 1978 geschlossen).

Ochtersum ist eine Ortschaft im Süden von Hildesheim. Dazu, dass sie inzwischen knapp 9.000 Einwohner hat, haben in erster Linie die stetig wachsenden Neubaugebiete, die bereits die Stadtgrenze berühren, beigetragen. Von der benachbarten Ortschaft Barienrode der Gemeinde Diekholzen ist Ochtersum nur noch durch einen schmalen Streifen Ackerland getrennt, so dass das Wachstum an seine Grenzen gelangt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bisher bekannte urkundliche Erwähnung Ochtersums stammt aus einer auf das Jahr 1132 datierten Urkunde. In ihr tritt ein Conradus de Ochtereshem als Urkundenzeuge in Erscheinung. Der Name „Ochtereshem“ kann als das „Heim des Ochtger“ bzw. „Ortger“ hergeleitet werden. Dieser Personenname kann den Sinn „schneller Speer“ haben. Die Siedlung trat in diesen Jahrhunderten urkundlich als Sitz eines Hildesheimer Ministerialengeschlechts in Erscheinung. Der Straßenname Am Burghof erinnert wahrscheinlich an den dort gelegen Rittersitz.

Die Einwohner waren eingepfarrt nach Lucienvörde bei dem heutigen Vier Linden, wo die St. Stephanus Kapelle stand. Noch heute enthält das Ochtersumer Ortswappen die noch bis ins 19. Jahrhundert im freien Felde stehende Lucienvörder Kirche.

Bei der Volkszählung von 1895 lebten in Ochtersum 369 Menschen.

Die einvernehmliche Eingemeindung erfolgte bereits am 1. Februar 1971,[1] also drei Jahre bevor zahlreiche weitere Eingemeindungen Hildesheim zur Großstadt werden ließen.

Das Dorf gehörte zum Kleinen Stift des Hochstift Hildesheim und war daher stets katholisch geblieben. Durch den Zuzug vieler Heimatvertriebener nach 1945 und den allgemeinen Bevölkerungsaustausch mit anderen Hildesheimer Stadtteilen dürften die Katholiken inzwischen die Bevölkerungsmehrheit verloren haben.

Am 31. Dezember 2005 hatte Ochtersum 8.385 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ochtersum wird von einem elfköpfigen Ortsrat vertreten.

Ortsbürgermeister ist Ulrich Kumme (CDU).[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ochtersum gibt es zwei Gewerbegebiete, ein kleineres im Norden mit Supermarkt und weiteren kleineren Geschäften, und ein größeres im Süden mit mehreren kleineren Supermärkten, einem Großmarkt und weiteren Geschäften.

Auf dem Feldstreifen zwischen Ochtersum-Süd und Barienrode – aber noch auf Hildesheimer Territorium – wird zurzeit ein noch größeres Gewerbegebiet errichtet. Auf diesem Gebiet hat bereits ein Baumarkt mit Gartenmarkt eröffnet. Des Weiteren ist hier ein neuer Großmarkt geplant, der den bisherigen in Ochtersum ersetzen soll.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ochtersum gibt es eine Realschule und eine Grundschule.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ochtersum enden zwei der sechs Hauptbuslinien des Stadtverkehr Hildesheim. Die Linie 2 verbindet die Nordstadt mit dem südwestlichen Ochtersum, die Linie 5 führt vom Hildesheimer Hauptbahnhof in die Neubaugebiete im Süden Ochtersums. Außerdem endet die Nebenlinie 9 an der Renataschule (Realschule) in Ochtersum.

Die Bundesstraße 243 begrenzt Ochtersum im Osten und verbindet den Ort über die Alfelder Straße mit der Hildesheimer Innenstadt. Östlich der B 243 befindet sich das größte Freizeitareal Hildesheims. Neben dem Hohnsensee und zwei Freibädern befinden sich dort auch mehrere Sportplätze Hildesheimer Sportvereine.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut von Jan: Bischof, Stadt und Bürger. Aufsätze zur Geschichte Hildesheims. Bernward, Hildesheim 1985, ISBN 3-87065-375-2.
  • Ute Hartel: Ochtersum. Vom Stiftsdorf zum Hildesheimer Stadtteil. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Umlandes der Stadt Hildesheim. Stadtarchiv Hildesheim, Hildesheim 1997, ISBN 3-931987-04-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ochtersum (Hildesheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  2. Ortsrat Ochtersum
  3. Pfarrgemeinde St. Mauritius: Geschichte der katholischen Gemeinde in Hildesheim/Ochtersum: von St. Stephanus, über die Marienkapelle, St. Godehard bis St. Altfried heute.