Oderberger Straße

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Oderberger Straße
Wappen
Straße in Berlin
Oderberger Straße
Umgestaltung im Jahr 2011
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Prenzlauer Berg
Angelegt 1873
Neugestaltet 2011
Querstraßen Kastanienallee
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 550 Meter

Die Oderberger Straße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg (Bezirk Pankow). Sie ist vor allem als Standort zahlreicher Cafés, Restaurants und Boutiquen sowie durch den nahen Mauerpark bekannt.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerwache Prenzlauer Berg im Jubiläumsjahr 2008
Die Oderberger Straße im Jahr 1986

Die Straße beginnt an der Kreuzung Schönhauser Allee/Choriner Straße/Sredzkistraße, dem Standort der Kulturbrauerei, und führt in nordwestlicher Richtung über die Kastanienallee hinweg zur Kreuzung Eberswalder Straße/Schwedter Straße/Bernauer Straße, dem südlichen Zugang des Mauerparks. In unmittelbarer Nähe befinden sich südwestlich der Arkonaplatz und weitere Gebiete der Rosenthaler Vorstadt.

In der Oderberger Straße stehen unter anderem das nach Plänen von Ludwig Hoffmann erbaute Stadtbad Oderberger Straße (1899–1902) sowie die Feuerwache Prenzlauer Berg, die älteste noch in Betrieb befindliche Wache der Berufsfeuerwehr Deutschlands.

Die Straße trägt den Namen der nordöstlich von Berlin gelegenen Stadt Oderberg, ebenso wie viele andere Straßen der Umgebung mit Namen von Städten im Barnim oder in der Uckermark (Bernau, Eberswalde, Schwedt, Chorin, Kremmen, Templin und andere).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Öffnung der Berliner Mauer 1989 verlor die Oderberger Straße ihre Randlage
Zur Maueröffnung wurde an der Eberswalder Straße zunächst ein Grenzübergang geschaffen

Im Schatten der Mauer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Teilung Berlins lag die Oderberger Straße im Grenzgebiet zu West-Berlin, die Berliner Mauer verlief quer über die Kreuzung mit der Bernauer Straße. Oderberger und Eberswalder Straße waren Sackgassen und nur für Fußgänger über den nördlichen Gehsteig miteinander verbunden.

In den 1980er-Jahren gab es Planungen, Teile der Straße abzureißen und durch Neubauten in Plattenbauweise zu ersetzen. Der Widerstand der Anwohner formierte sich – für die DDR ungewöhnlich – in einer Art Bürgerinitiative auf Basis des örtlichen Wohnbezirksausschusses (WBA). Der WBA erreichte außerdem um 1985 die Nutzung mehrerer zusammenhängender Hofgrundstücke als Kieztreffpunkt Hirschhof. Hier wurden Kunstwerke ausgestellt, Theater gespielt, Filme vorgeführt und Feste gefeiert. Der Hirschhof ist von den Grundstücken Oderberger Straße 15 und Kastanienallee 12 über mehrere Hinterhöfe aus zugänglich.

Im Hirschhof stand der Schauspieler Max Riemelt 1998 für die ZDF-Weihnachtsserie Zwei Allein vor der Kamera. In einer der Drehpausen kratzte er seinen Vornamen in den frischen Beton. Der Schriftzug ist noch heute zu lesen.

Mit dem Fall der Mauer im Jahr 1989 wurde an der Ecke Eberswalder Straße ein Grenzübergang errichtet. Die Oderberger Straße verlor von nun an ihre Randlage.

Nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie auch die benachbarte Kastanienallee wurde die Oderberger Straße nach der Wende in den späten 1990er Jahren zu einem beliebten Wohngebiet junger Menschen. Die überfällige Sanierung der Wohngebäude führte zu steigenden Mieten und in vielen Fällen zur Bildung von Wohneigentum. Die Mieten stiegen jedoch nicht so hoch wie befürchtet, sodass die Sozialstruktur der Straße teilweise erhalten blieb. Hierzu trugen auch einige Vermieter bei, die die Mieten für einige altangestammte Bewohner bewusst niedrig hielten.

Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bebauung besteht fast ausschließlich aus fünf- bis sechsgeschossigen Mietshäusern der Gründerzeit in geschlossener Bauweise.

Oderberger Straße und Kastanienallee bilden heute einen Schwerpunkt des Ausgeh- und Nachtlebens in Prenzlauer Berg. Anstelle des früher vorhandenen Einzelhandels haben sich außerdem zahlreiche Mode- und Designerläden angesiedelt.

Geplante Umgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Pankow plante 2007 eine Umgestaltung der Oderberger Straße. So sollten die Gehwege begradigt und die Begrünung verringert werden. In der Straße formierte sich in der Folge eine Bürgerinitiative, die sich den Planungen entgegensetzte. In der zweiten Jahreshälfte wurden Anwohner durch Flugblätter informiert, Anfang Oktober 2007 fand eine Bürgerbefragung statt. Im Mittelpunkt stand die geplante Beseitigung der Begrünung. Teile der Begrünung entstanden durch private Anpflanzungen. Laut Bezirk behinderten sie jedoch den Verkehr. Anwohner befürchteten, dass durch eine Umgestaltung der einzigartige Charakter der Straße zerstört werden könnte. Die Initiative konnte erreichen, dass ein Großteil der Begrünung erhalten blieb und eine behutsame Umgestaltung der Straße vorgenommen wurde.

Die Bebauung des Marthashofes an der benachbarten Schwedter Straße stieß ebenfalls auf Widerstand der Anwohner der Oderberger Straße. Allerdings wurden durch einen raschen Verkauf an einen Investor und schnelle Bebauung Tatsachen geschaffen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oderberger Straße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meine Oderberger Straße, Film von Freya Klier und Nadja Klier, 45 min., Erstausstrahlung 2. Juni 2015, RBB

Koordinaten: 52° 32′ 19,7″ N, 13° 24′ 32,8″ O