Ohm (Flüssigkeitsmaß)

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Das Ohm, auch Ahm, Ohme, Saum, Sauma, Soma, Sohm war eine Volumeneinheit, die sich vom lateinischen Namen des Eimers, „ama“, ableitet. Das Maß war in Deutschland, Dänemark, Niederlande, hier Aam, Estland, Schweden und Schweiz verbreitet.[1] Ein Ohm entsprach zwischen 134 und 174,75 Litern. Angewendet wurde der Begriff beinahe ausschließlich auf Flüssigkeitsvolumina und dabei auch, aber nicht ausschließlich, auf Wein.

Ohm als Saummaß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grund der Entstehung waren die Gegebenheiten, die der Transport größerer Mengen von Flüssigkeiten mit sich brachte. Ein Ohm entsprach demnach der Belastbarkeit eines Tragtieres. Vor allem in Gebirgsregionen spielte diese Maßeinheit eine große Rolle, da man nur mit Saumtieren die sogenannten Saumpfade (schwer passierbare Gebirgspässe) überqueren konnte. Das Lasttier wurde seitlich mit zwei gleichmäßig belasteten Behältern behängt – den sogenannten Lägeln. Zwei Lägel ergaben also ein Ohm.

Da man an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Lasttiere benutzte (Esel, Maultier, Pferd), erklären sich daraus auch die divergierenden Entsprechungen zu den heutigen Maßen in verschiedenen Regionen. Esel und Maultier konnten netto etwa mit 120,5 Kilogramm beladen werden (134 Liter Öl), Pferde hingegen mit 136 Kilogramm (151 Liter). Ohmgrößen über 150 Liter kann man dahingehend erklären, dass das sogenannte Wagensaum verwendet wurde, was ebenfalls in den Gebirgen verwendeten Karren entspricht.

Maßverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Maßkette für das Ohm war regional unterschiedlich. Allgemein waren 6 große oder 10 kleine Ohm eine Fuder. Eine überwiegende Teilung war bei der Unterscheidung von großer und kleiner Ohm beispielsweise im Großherzogtum Baden[2]. Das Maß (alt) wurde nur in Freiburg mit Wühremaß bezeichnet.[3]

  • 1 Ohm (groß) = 20 Viertel = 80 Maß (alt) = 90 Maß (neu) = 320 Schoppen
  • 1 Ohm (klein) = 12 Viertel

Im Herzogtum Braunschweig rechnete man

Allgemein waren 1 ½ Ohm gleich einem Oxhoft.

Das Maß Saum ist nicht immer identisch mit dem Ohm. Saum in der Schweiz und Österreich war Volumen- und Gewichtsmaß. Saum in der Schweiz hatte in Basel 3 Ohm. In Wien hatte als Gewichtsmaß ein Saum 275 Wiener Pfund. Beim Stahlhandel hatte ein Saum 2 Lägel oder 250 Wiener Pfund[4], dies entsprach 140 Kilogramm. In der deutschen Textilindustrie war das Saum als Zählmaß für Tuche bekannt.

Verschiedene Ohm-Entsprechungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Ohm entsprach in:

  • Baden 150,1 Liter
  • Braunschweig 149,9 Liter
  • Coburg 139,32 Liter
  • Dänemark 149,75 Litern oder teilweise auch 154,58 Liter
  • Frankfurt am Main 143,42 Liter
  • Lübeck Sachsen-Meiningen 64,45 Liter
  • Mecklenburg, 145,5 Liter
  • Preußen 137,4 Liter
  • Schweden 157,03 Liter
  • Schweiz 150,1 Liter
  • Tübingen 146,8 Liter

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Kahnt, Bernd Knorr: Alte Masse, Münzen und Gewichte: e. Lexikon. Lizenzausgabe des Bibliographischen Instituts, Leipzig. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1986, ISBN 3-411-02148-9.
  • Wolfgang Trapp: Kleines Handbuch der Maße, Zahlen Gewichte und der Zeitrechnung. Reclam, Stuttgart 1996, 2. Auflage, ISBN 3-15-008737-6
  • Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Band 16 [in 32 Teilbänden]. S. Hirzel, Leipzig 1854–1960. als Online-Version

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde. Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 211
  2. a b Allgemeine deutsche Real-Enzyklopädie für die gebildeten Stände. Band 7, F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1835, S. 188.
  3. Georg Thomas Flügel: Cours-Zettel fortgeführt als Handbuch der Münz-, Maß-, Gewichts- und Usancenkunde sowie des Wechsel-, Bank-, Staatspapier- und Aktienwesens für Banquiers, Kaufleute. Verlag Jägerschen Buch-, Papier- und Landkartenhandlung. Frankfurt am Main 1859, S. 120.
  4. Samuel C. Bunzel: Neues kaufmännisches Rechenbuch. Band 2, Gustav Philipp Jakob Bieling, Nürnberg 1789, S. 133, 204