Olaus Magnus

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Darstellung verschiedener Wahrsagungsformen aus Historia de gentibus septentrionalibus (1555)

Olaus Magnus, latinisiert aus Olof Månsson (* 1490 in Östergötland; † 1557 in Rom) war ein schwedischer katholischer Geistlicher, Kartograf und Geograph. Er war Bischof von Uppsala.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olof Månsson war ein Sohn des Måns Petersson in Linköping und dessen Ehefrau Kristina. Während des Studiums in Rostock[1] und Köln latinisierte er seinen Namen zu Olaus Magnus. 1514 wurde er Baccalaureus, später auch Magister. Er war Domherr in Uppsala und Linköping. Im Auftrag von Giovanni Angelo Arcimboldi, dem Generalkommissar für den Ablass in Norddeutschland und Skandinavien bereiste 1518–1519 Norrland, wobei er über Nidaros bis nach Pello kam. Die auf dieser Reise gesammelten Eindrücke, verwendete er später für seine Carta Marina. 1523 wurde er Dompropst in Strängnäs.

Olaus Magnus begab sich 1524 in der Folge der Reformation als gläubiger Katholik gemeinsam mit seinem Bruder Johannes Magnus, dem vertriebenen Erzbischof von Uppsala, ins Exil. Als dieser starb, wurde Olaus von Papst Paul III. zum Erzbischof von Uppsala ernannt, ohne er jedoch sein Territorium betreten konnte. In dieser Funktion nahm er am Konzil von Trient teil. Als großer Eiferer für den katholischen Glauben und Gegner der lutherischen Lehre nahm er an Bücherverbrennungen in Bologna teil und wirkte bei der Erstellung des Bücherindex von Giovanni Della Casa mit. In verschiedenen Eingaben versuchte er, führende Kirchenmänner zu bewegen, die Gegenreformation in den skandinavischen Ländern zu eröffnen. 1534[2] übertrug Papst Paul III. ihm die Kirche und das dazugehörende Hospiz Santa Brigida in Rom, wo er ein Planungszentrum seiner Aktivitäten eröffnete und verschiedene Schriften, darunter auch ein historisches Werk seines Bruders, veröffentlichte.[3] In Rom arbeitete er auch an seinem Hauptwerk, der Landkarte Nordeuropas Carta marina und der Historia de gentibus septentrionalibus, die einen Kommentarband zu der Karte darstellt. Dieses Werk war die erste geographische Darstellung der Länder des Nordens in der Renaissance. Er zeigte hierbei das Volksleben, vor allem im Hinblick auf das, was in Italien ungewöhnlich erschien, z. B. das Schwimmen der Germanen auch in kaltem Wasser.[4]

Nach seinem Tod 1557 wurde er am Altar der hl. Veronika im römischen Petersdom bestattet. Als sein katholischer Nachfolger wurde sein Neffe Magnus Laurentii bestimmt.[5]

Ausgaben seiner Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Storia de’ costumi de’ populi settentrionali. „Trad. de Remigio Fiorentino“. Venedig 1561.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlittenfahrt, Zeichnung von Olaus Magnus um 1530
  • Olaus Magnus: Die Wunder des Nordens (Die Andere Bibliothek; Bd. 261). Erschlossen von Elena Balzamo und Reinhard Kaiser. Werksauswahl, mit einem Nachdruck der „Carta marina“ von 1539. Eichborn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-8218-4571-6.
  • Kurt Brunner: Die „Carta marina“ des Olaus Magnus vom Jahre 1539. In: Wolfgang Scharfe, Hans Harms (Hrsg.): Vorträge und Berichte. 5. Kartographiehistorisches Colloquium. Oldenburg 1990. Reimer, Berlin 1991, ISBN 3-496-00318-9, S. 45–57.
  • Walter Buchowiecki: Handbuch der Kirchen Roms. Band 1: Die vier Patriarchalbasiliken und die Kirchen innerhalb der Mauern Roms. S. Agata dei Goti bis S. Francesco Saverio. Verlag Brüder Hollinek, Wien 1967.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Olaus Magnus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Immatrikulation als Olauus Magnus im Rostocker Matrikelportal
  2. Buchowiecki: Handbuch der Kirchen Roms. Band 1. 1967, S. 486.
  3. vgl. Oskar Garstein: Rome and the Counter-Reformation in Scandinavia. Band 1: (1539–1583). Universitetsforlaget, Oslo 1963, S. 14–16.
  4. Arnd Krüger: Schwimmen. Der Wandel in der Einstellung zu einer Form der Leibesübungen. In: Arnd Krüger, John McClelland: Die Anfänge des modernen Sports in der Renaissance. (=Beiträge und Quellen zu Sport und Gesellschaft, Bd. 2), Arena Publ., London 1984, ISBN 0-902175-45-9, S. 19–42.
  5. vgl. Vilhelm Fredrik Palmblad (Hrsg.): Biographiskt Lexicon öfver namnkunnige Svenska Män. Band 15. Wahlström & Co. u. a., Uppsala 1848, S. 255.
VorgängerAmtNachfolger
Johannes MagnusErzbischof von Uppsala
1544–1557
Magnus Laurentii