Oliver Kluck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Oliver Kluck (* 1980 in Bergen auf Rügen) ist ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker. Seine Werke werden auf deutschsprachigen Bühnen aufgeführt und sind mehrfach ausgezeichnet worden.[1][2] Oliver Kluck lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Werkbiografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Berufsausbildung begann Oliver Kluck in Warnemünde ein Studium der Ingenieurwissenschaften; nach dem Abbruch des Studiums wechselte er im Jahr 2006 nach Leipzig, wo er am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig Prosa, Dramatik und Neue Medien studierte.

In der Spielzeit 2010/2011 lieferte er für das Deutsche Nationaltheater Weimar eine Reihe von Texten. Im Oktober 2010 wurde Oktoberlabor im Kesselsaal des Weimarer E-Werkes aufgeführt.[3] Es folgten Novemberlabor sowie 2011 Aprillabor und Mailabor. Am Schauspielhaus Graz wurden in der Spielzeit 2011/2012 unter dem Motto „Von der Industrie lernen – Über die Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz“ drei Kluck-Texte aufgeführt. Die erste Premiere mit dem Titel Der Wiederaufbau des Haider-Denkmals gab es am 15. Oktober 2011.[4] Nach dem Stück Der Untergang des Hauses Wuppertaal folgte als Finale am 13. April 2012 unter der Regie von Christina Rast die Premiere von Mein Name ist Programm.[5] Sein Stück Über die Möglichkeiten der Punkbewegung wurde am 18. November 2011 am Volkstheater Rostock aufgeführt.

Sein Werk Die Froschfotzenlederfabrik wurde unter der Regie von Anna Bergmann am 21. Dezember 2011 im Kasino am Schwarzenbergplatz des Wiener Burgtheaters uraufgeführt[6][7][8] und zudem vom SWR unter der Regie von Leonhard Koppelmann als Hörspiel eingerichtet.[9] Im Stück geht es laut Kluck um eine Fabrik zur Herstellung von Spezialkleidung für Neonazis.[10] Im Januar 2012 wurde in Hamburg das Stück Leben und Erben im Malersaal des Schauspielhauses uraufgeführt.[11]

Klucks Auffassungen über Theater werden in einem Brief deutlich, den er der Kultursenatorin der Hansestadt Rostock, Liane Melzer, geschrieben hat. In dem Brief bestreitet er die von der Kultursenatorin in einem Vorwort zum Spielzeitheft 2011/2012 geäußerte Auffassung, Theater habe einen Bildungsauftrag. Kluck argumentiert: „Das Theater ist keine 
Schule und auch kein schulisches Ergänzungsangebot, sondern
 ein Ort der Subjektivität. Der Spielplan des Theaters ist kein Lehrplan, sondern eine reine Befindlichkeit und Befindung … Demnach ist das Theater kein Ort der Bildung, sondern ein Ort des Zweifels …“[12][13]

Oliver Klucks Stücke wurden ins Spanische, Tschechische und Polnische übersetzt (Stand 2012).[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009
  • Das Prinzip Meese
  • Zum Parteitag Bananen
2010
  • Warteraum Zukunft
  • Feuer mit mir
2011
  • Über die Möglichkeiten der Punkbewegung
  • Die Froschfotzenlederfabrik
2012
  • Leben und Erben
  • Mein Name ist Programm
2014
  • Der Hund des alten Mannes[17][18]
  • Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend nach dem Buch von Andreas Altmann[19]

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rezension: "Mein Name ist Programm", Kleine Zeitung Graz, online 14. April 2012
  2. "Wegwerfmentalität gekoppelt mit Wunsch nach Individualität" - Dramatiker Oliver Kluck über die Kunst, effizient Stücke zu schreiben, Podcast auf Deutschlandradio Kultur am 21. Dezember 2011
  3. Jördis Bachmann: „Wie Ratten im Labor“, nachtkritik.de, 16. Oktober 2010
  4. Colette M. Schmidt: „Mit dem Mädchen Jörg Haider im Theaterlabor am Dorpflatz.“, Der Standard (online) am 17. Oktober 2011 (Print vom 18. Oktober), zuletzt abgerufen am 1. April 2012.
  5. Colette M. Schmidt: „Mit hässlicher Krawatte in die ungewisse Zukunft“ - Trilogie von Oliver Kluck, Der Standard (online) am 16. April 2012
  6. Hartmut Krug: „Körperintensiv bespielte Schaumbadewanne“, Podcast auf Deutschlandfunk, 22. Dezember 2011
  7. Bernhard Doppler: „Innerer Monolog voller Obsessionen“, Podcast auf Deutschlandradio Kultur, 21. Dezember 2011
  8. Uwe Mattheis: "Porno, Nazis und Fernsehballett", taz.die tageszeitung, 22. Dezember 2011
  9. SWR2-Hörspiel-Studio Sendung vom 16. Dezember 2011, SWR2 (als Audio offline)
  10. Oliver Kluck: „Höre am liebsten den Diktatoren zu!“, im Interview mit Barbara Petsch, Die Presse (online), 16. Dezember 2011, Printausgabe am 17. Dezember 2011
  11. Monika Nellissen: „Geviertelte Gedankengänge im Quadrat“, DIE WELT online, 9. Januar 2012
  12. Oliver Klucks Beschwerde an Rostocks Kultursenatorin Dr. Liane Melzer, Interview am 9. November 2011 auf Das ist Rostock.de
  13. Oliver Kluck an Frau Dr. Melzer, publiziert am Freitag, 14. Oktober 2011 von Jürgen Opel auf Blog Volkstheater Rostock
  14. Oliver Kluck, in: rowohlt THEATER VERLAG 2011/12, S. 7 (PDF; 2,5 MB)
  15. Die Berliner Literaturkritik: „Oliver Kluck ist Kleist-Förderpreisträger 2010. ‚Warteraum Zukunft‘ wird ausgezeichnet“ vom 14. Januar 2010, zuletzt abgerufen am 12. Januar 2012
  16. Hartmut Krug: „Oliver Klucks Preisträger-Stück und die Kleist-Festtage in Frankfurt/Oder“, Deutschlandfunk, 7. Oktober 2010
  17. Kathrin Kip: Und überall nur Scheinheiligkeit, nachtkritik.de, 8. Mai 2014, abgerufen am 29. Juni 2014.
  18. Marius Nobach: Der Erregungskünstler. Oliver Kluck ist eine Ausnahmeerscheinung als Dramatiker, der das Theater nicht schont, in: Süddeutsche Zeitung, 27. Juni 2014, Nr. 145, S. 12.
  19. Reinhard Kriechbaum: Fromm durchgeprügelt., nachtkritik.de, 30. April 2014, abgerufen am 29. Juni 2014.