Olivier Wieviorka

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Olivier Wieviorka - Une histoire de la Résistance en Europe occidentale 1940-1945 - Librairie Mollat (cropped).jpg

Olivier Wieviorka (* 1960) ist ein französischer Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist der Bruder von Annette Wieviorka, Sylvie Wieviorka und Michel Wieviorka.

Seine Großeltern väterlicherseits, polnische Juden, wurden während des Zweiten Weltkrieges in Nizza verhaftet und starben im KZ Auschwitz. Der Großvater, Wolf Wiewiorka, wurde am 10. März 1896 in Minsk geboren. Die Großmutter, Rosa Wiewiorka, geb. Feldman, wurde am 10. August 1897 in Siedlce geboren. Ihre letzte Adresse in Nizza ist 16 Rue Reine Jeanne. Sie werden mit dem Konvoi Nr. 61 vom 28. Oktober 1943 aus dem Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert. Sie werden zuvor im Camp Beaune-la-Rolande1 festgehalten. Sein Vater, ein Flüchtling in der Schweiz, und seine Mutter, die Tochter eines Pariser Schneiders, die in Grenoble Zuflucht gesucht hatte, überlebten den Krieg.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte an der École normale supérieure de Saint-Cloud (1980–1984), ein Absolvent des Abschnittes öffentlicher Dienst des Institut d’études politiques de Paris (1982) und erwarb die Agrégation d'histoire (1984) und das Diplôme d’études approfondies Histoire du XXe Sièclean der IEP Paris (1985). Er war Doktorand an der Universität Orléans (1985–1987) und Stipendiat der Fondation Thiers (1988–1992).

Er promovierte 1992 an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne unter der Leitung von Antoine Prost Destins d’un mouvement de résistance. Défense de la France. Seine Habilitation, Vichysme, attentisme, résistances (1940–1945), wurde unter Jean-Pierre Azéma 1999 abgeschlossen.

Universitätskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wieviorka ist Spezialist für das 20. Jahrhundert, insbesondere während des Zweiten Weltkriegs und der französischen Widerstandsbewegung.

Maître de conférences an der Universität Valenciennes (1993–1996) und dann an dem École normale supérieure Lettres et sciences humaines (1996–2000) war er auch Dozent am Institut d’études politiques de Paris (1989–2009).

Er lehrt seit 2000 als Professor an der École normale supérieure Paris-Saclay, war zwischen Oktober 2011 und Oktober 2016 leitendes Mitglied des Institut universitaire de France. Herausgeber der Zeitschrift Vingtième Siècle. Revue d'histoire, zwischen Juni 2004 und April 2014 Mitglied des Redaktion der Zeitschrift L'Histoire. Er arbeitet auch für die Beilage Livres der Zeitung Libération.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Buch Histoire du Débarquement en Normandie, Des origines à la libération de Paris schreibt er, dass kanadische Soldaten indischen Ursprungs die Gefangenen skalpierten. Der kanadische Historiker Scott Sheffield, Professor an der University of the Fraser Valley in Abbotsford (British Columbia), ein Experte zu den Ureinwohnern der Canadian Army, widerlegt diese Behauptung: Ich sprach mit einer Reihe von Ureinwohnern und Nicht-Ureinwohnern. Ich habe jede Menge Bücher zu diesem Thema geschrieben und fast jedes Archivdokument durchsucht. Ich habe nie etwas darüber gelesen oder gehört.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]