Oluf Gerhard Tychsen

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Oluf Gerhard Tychsen (* 14. Dezember 1734 in Tondern; † 30. Dezember 1815 in Rostock) war ein deutscher Orientalist und Bibliothekar.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tychsen studierte an der Universität Halle. Nach erfolgreichem Abschluss wirkte er in Halle als Lehrer am Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen. 1763 nahm Tychsen einen Ruf als Prof. für orientalischen Sprachen der Universität Bützow an und blieb dies bis 1789.

Als in diesem Jahr Herzog Friedrich Franz I. die Universitäten Bützow und Rostock zusammenlegen ließ und als Standort Rostock bestimmte, avancierte Tychsen dort zum Oberbibliothekar (Bibliotheksdirektor).

Neben dem Ausbau der Universitätsbibliothek widmete Tychsen auch seiner privaten Forschungsbibliothek viel Zeit. Bis auf wenige Ausnahmen kaufte die Universität Rostock seinen gesamten Nachlass.

Die Bützowschen Nebenstunden gelten als sein Hauptwerk. Die sechs Bände entstanden zwischen 1766 und 1769 und waren eine Fundgrube für die jüdische Geschichte. Tychsen gilt heute als einer der Begründer der arabischen Paläographie und konnte mit seinen Versuchen, die Keilschrift zu entziffern, als Erster einige Erfolge vorweisen.

Ab 1803 war Tychsen außerordentliches und ab 1812 Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.[1] Gleich zwei Ehrendoktortitel erhielt Tychsen 1813 durch die Theologische und die Juristische Fakultät der Universität Rostock.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Briefwechsel 1777-1815. Universitätsbibliothek Rostock 1992
  1. Briefe von Oluf Gerhard Tychsen.
  2. Briefe von Giovanni Bernardo de Rossi
  • Bützowsche Nebenstunden. Verschiedenen zur morgenländischen Gelehrsamkeit gehörigen Sachen gewidmet. Bützow 1766/69

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Camenz: Die Herzoglichen, Friedrichs-Universität und Pädagogium zu Bützow in Mecklenburg, Bützow: Gänsebrunnen Verlag, 2004
  • Heinrich Doering: Die gelehrten Theologen Deutschlands im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Neustadt an der Orla: Johann Karl Gottfried Wagner, 1835, Bd. 4, S. 529−540 (Online mit umfangreicher Bibliographie)
  • Ramona French: Oluf Gerhard Tychsen. Ein deutscher Orientalist des 18. Jahrhunderts. Dissertation, Universität Rostock 1984
  • Anton Theodor Hartmann: Biblisch-ascetischer Wegweiser zu Oluf Gerhard Tychsen. Heyse, Bremen 1823, Digitalisat
  • Anton Theodor Hartmann: Merkwürdige Beilagen zu dem O. G. Tychsens Verdiensten gewidmeten literarisch-biographischem Werke. Heyse, Bremen 1818, Digitalisat
  • Anton Theodor Hartmann: Oluf Gerhard Tychsen oder Wanderungen durch die mannigfaltigsten Gebiete der biblisch-asiatischen Literatur. Heyse, Bremen 1818/20 (4 Bde.) Band 1, Band 2.1, Band 2.2, Band 2.3, Band 3
  • Heinrich Klenz: Tychsen, Oluf Gerhard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 38–51.
  • Heike Tröger: Die Erwerbung des Nachlasses von Oluf Gerhard Tychsen, Orientalist und Bibliothekar durch die Universitätsbibliothek Rostock. Universität Rostock 1990

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder der Vorgängerakademien. Olaus (Oluf) Gerhard Tychsen (Tüchsen). Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 23. Juni 2015.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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