Olympische Sommerspiele 1936/Leichtathletik – Dreisprung (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Olympische Ringe
Bundesarchiv Bild 183-R82532, Berlin, Olympia-Stadion (Luftaufnahme).jpg
Sportart Leichtathletik
Disziplin Dreisprung
Geschlecht Männer
Teilnehmer 31 Athleten aus 19 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Berlin
Wettkampfphase 6. August 1936
Medaillengewinner
Goldmedaille Tajima Naoto (Japan 1870Japan JPN)
Silbermedaille Harada Masao (Japan 1870Japan JPN)
Bronzemedaille Jack Metcalfe (AustralienAustralien AUS)

Der Dreisprung der Männer bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde am 6. August 1936 im Olympiastadion Berlin ausgetragen. 31 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Japaner Tajima Naoto vor seinem Landsmann Harada Masao. Die Bronzemedaille gewann der Australier Jack Metcalfe.

Bestehende Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durchführung des Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Athleten begannen mit einer Qualifikationsrunde. Um sich für das Halbfinale zu qualifizieren, mussten die Springer mindestens 14,00 m schaffen. Im Halbfinale hatte jeder Teilnehmer drei Versuche. Die besten sechs Athleten qualifizierten sich dann für weitere drei Versuche im Finale. Dabei ging das Resultat des Halbfinals mit in das Endresultat ein. Alle Teilwettkämpfe fanden am 6. August statt.

Anmerkung: Die qualifizierten Athleten sind hellblau unterlegt. Die Reihenfolgen und Weiten der Versuchsserien in der Qualifikationsrunde sind nicht bekannt.

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

6. August 1936, 16.30 Uhr
Wetterbedingungen: leicht bedeckt, 17 – 18 °C, leichter Rückenwind.[2]

Name Nation Weite Anmerkung
Lennart Andersson SchwedenSchweden Schweden k. A.
Billy Brown Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Basil Dickinson AustralienAustralien Australien
Eugen Haugland NorwegenNorwegen Norwegen
Erich Joch Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Ōshima Kenkichi Japan 1870Japan Japan
Marten Klasema NiederlandeNiederlande Niederlande
Karl Kotratschek OsterreichÖsterreich Österreich
Bo Ljungberg SchwedenSchweden Schweden
Luz Long Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Edward Luckhaus Polen 1928Zweite Polnische Republik Polen
Harada Masao Japan 1870Japan Japan
Jovan Mikić Jugoslawien Konigreich 1918Jugoslawien Jugoslawien
Tajima Naoto Japan 1870Japan Japan
Onni Rajasaari FinnlandFinnland Finnland
Sam Richardson Kanada 1921Kanada Kanada
Rolland Romero Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Sigurður Sigurðsson Island Island
Lajos Somló Ungarn 1918Ungarn Ungarn
Olavi Suomela FinnlandFinnland Finnland
Dudley Wilkins Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA
Heinz Wöllner Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Edward Boyce Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien k. A.
Situ Guong China Republik 1928Republik China (1912–1949) China
Chia Gwechang China Republik 1928Republik China (1912–1949) China
Karol Hoffmann Polen 1928Zweite Polnische Republik Polen
Grigorios Lambrakis Königreich GriechenlandKönigreich Griechenland Griechenland
Juan Reccius ChileChile Chile
Wang Shilin China Republik 1928Republik China (1912–1949) China
Pedro del Vecchio KolumbienKolumbien Kolumbien

Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Halbfinale gescheitert: Der Österreicher Karl Kotratschek

6. August 1936
Wetterbedingungen: leicht bedeckt, 17 – 18 °C, leichter Rückenwind[2]
Anmerkung: Die Bestweiten sind fett dargestellt.

Platz Name Nation 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Resultat Anmerkung
1 Tajima Naoto Japan 1870Japan Japan 15,76 m x 15,44 m 15,76 m
2 Jack Metcalfe AustralienAustralien Australien 15,50 m x 14,76 m 15,50 m
3 Harada Masao Japan 1870Japan Japan 15,39 m 15,45 m 15,42 m 15,45 m
4 Heinz Wöllner Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 15,27 m x x 15,27 m
5 Ōshima Kenkichi Japan 1870Japan Japan 15,07 m x x 15,07 m
6 Rolland Romero Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 14,68 m x 14,90 m 14,90 m
7 Erich Joch Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 14,88 m 14,54 m 14,88 m 14,88 m
8 Dudley Wilkins Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 14,83 m x 14,83 m 14,83 m
9 Olavi Suomela FinnlandFinnland Finnland 13,98 m 14,72 m 14,53 14,72 m
10 Luz Long Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 14,31 m 14,62 m x 14,62 m
11 Edward Luckhaus Polen 1928Zweite Polnische Republik Polen 14,61 m 14,13 m 13,88 m 14,61 m
12 Lajos Somló Ungarn 1918Ungarn Ungarn x 14,12 m 14,60 m 14,60 m
13 Onni Rajasaari FinnlandFinnland Finnland 14,16 m x 14,59 m 14,59 m
14 Eugen Haugland NorwegenNorwegen Norwegen x 14,56 m 14,43 m 14,56 m
15 Marten Klasema NiederlandeNiederlande Niederlande x 14,43 m 14,55 m 14,55 m
16 Basil Dickinson AustralienAustralien Australien 14,48 m 14,18 m x 14,48 m
17 Billy Brown Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 14,20 m 14,08 m 14,36 m 14,36 m
18 Bo Ljungberg SchwedenSchweden Schweden 14,35 m 13,62 m 14,28 m 14,35 m
19 Lennart Andersson SchwedenSchweden Schweden x 14,26 m x 14,26 m
20 Sam Richardson Kanada 1921Kanada Kanada 14,21 m x x 14,21 m
21 Jovan Mikić Jugoslawien Konigreich 1918Jugoslawien Jugoslawien 13,71 m 13,45 m 13,90 m 13,90 m
22 Sigurður Sigurðsson Island Island 13,55 m 13,58 m 13,14 m 13,58 m
23 Karl Kotratschek OsterreichÖsterreich Österreich 12,87 m 13,14 m 13,15 m 13,15 m

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Japaner Ōshima Kenkichi kam auf Platz 6

6. August 1936
Wetterbedingungen: leicht bedeckt, 17 – 18 °C, leichter Rückenwind.[2]

Bei den beiden vorangegangenen Spielen hatten japanische Athleten den Dreisprung gewonnen. Den Weltrekord hatte ihnen mit 15,74 m inzwischen der Australier Jack Metcalfe abgejagt. So traten die japanischen Dreispringer und Metcalfe hier als Top-Favoriten an. Im Halbfinale blieben Tajima Naoto, Metcalfe und Harada Masao dicht beieinander. Doch im ersten Versuch des Finales sprang Naoto als erster Dreispringer überhaupt auf die 16-Meter-Marke und verbesserte damit Metcalfes Rekord um 22 Zentimeter. Der Australier konnte seine 15,50 m aus dem ersten Halbfinalversuch nicht verbessern und musste auch Masao an sich vorbeiziehen lassen, der im letzten Versuch um 16 Zentimeter besser war. Der dritte Japaner Ōshima Kenkichi konnte in der gesamten Runde aus Halbfinale und Finale nur einen gültigen Versuch vorweisen und landete mit 15,07 m auf Rang sechs.[3]

Tajima Naotos Goldmedaille war der dritte japanische Sieg in Folge in dieser Disziplin.
Alle Finalisten, dazu auch der Siebtplatzierte Deutsche Erich Joch, übertrafen den aktuell bestehenden Olympiarekord.
Anmerkung: Die Bestweiten sind fett dargestellt.

Finale
Platz Name Nation Qualifikationsweite 1. Versuch 2. Versuch 3. Versuch Endresultat Anmerkung
1 Tajima Naoto Japan 1870Japan Japan 15,76 m 16,00 m 15,65 m x 16,00 m WR
2 Harada Masao Japan 1870Japan Japan 15,45 m 15,50 m 15,27 m 15,66 m 15,66 m
3 Jack Metcalfe AustralienAustralien Australien 15,50 m 14,83 m x 15,20 m 15,50 m
4 Heinz Wöllner Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 15,27 m 14,53 m x 14,23 m 15,27 m
5 Rolland Romero Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 14,90 m x 15,08 m 15,04 m 15,08 m
6 Ōshima Kenkichi Japan 1870Japan Japan 15,07 m x x x 15,07 m
7 Erich Joch Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 14,88 m nicht im Finale 14,88 m
8 Dudley Wilkins Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 14,83 m 14,83 m

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 1: 1896–1936, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 292–294.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 556 (englisch) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. a b c Offizieller Bericht S. 673, englisch (PDF)
  3. SportsReference (englisch)