Opera semiseria

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Opera semiseria (ital. ernst-heitere Oper) ist eine Gattungsbezeichnung für eine halbernste Oper: semi ist eine lateinische Vorsilbe und bedeutet halb.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Opera semiseria − eine Mischform aus Opera buffa und Opera seria − entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts in den Werken der späteren Komponisten der Neapolitanischen Schule.[1] Der reine burleske Charakter reichte diesen Komponisten nicht mehr aus, die Komplexität von Situationen und Handlungssträngen darstellen zu können. Entscheidend für diese Entwicklung waren ebenfalls Einflüsse der französischen Comédie larmoyante.

Bereits ab den 1760er Jahren zeigen viele Opere buffe auch sentimentale und empfindsame Züge, ohne jedoch im eigentlichen Sinne Opere semiserie sein zu wollen: Weder Niccolò Piccinnis La cecchina (1760) noch Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni sind Opere semiserie. Ein berühmtes Beispiel für den neuen Operntypus, der sich dann im 19. Jahrhundert weit verbreitete, ist Giovanni Paisiellos melancholische Oper Nina, ossia la pazza per amore (1789), die auf einem französischen Sujet fußt. Wie später in der Oper Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti wird dabei der Wahnsinn als psychische Grenzsituation thematisiert. Auch Antonio Salieris Axur ist symptomatisch für die Gattung.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le donne rivali (1780) von Domenico Cimarosa
  • Leonora (1804) von Ferdinando Paër : Dies Opera semiseria beeinflusste Ludwig van Beethoven.
  • La gazza ladra (1817, Die diebische Elster) von Gioacchino Rossini: In dieser Oper werden die dynamischen Formen der buffa (Ensemble, große Finali etc.) auch für die Umsetzung tragischer oder peinlicher Situationen genutzt.
  • Matilde di Shabran (1821) von Gioacchino Rossini
  • Francesca di Foix (1831) von Gaetano Donizetti
  • Linda di Chamounix (1842) von Gaetano Donizetti: Als ein Spätausläufer, der zwar an den alten Typus der Tragödie mit Einlagen angelehnt ist, aber durch eine komisch gestaltete Hauptperson starke Verbindungen zwischen beiden Elementen schafft.
  • Crispino e la Comare (1850, Doctor Crispin) von Federico und Luigi Riccis: Nach 1845 geriet die Semiseria in Italien fast ganz in Vergessenheit. Als letzter signifikanter Versuch gilt dieses Werk, das sich trotz vieler schöner Einfälle und des intelligenten Textes von Francesco Maria Piave nicht auf den Bühnen halten konnte. (Piave arbeitete sehr oft mit Giuseppe Verdi zusammen und schrieb u. a. die Libretti von Rigoletto und La traviata, welche allerdings nicht zum Genre der opera semiseria gehören.)

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Brockhaus: Musik. Brockhaus, Mannheim/Leipzig, 3. Aufl. 2006, Lemma Opera semiseria.