Ostermontag

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Der Ostermontag gehört mit dem 26. Dezember und dem Pfingstmontag zu den zweiten Feiertagen der höchsten christlichen Feste. In zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, Österreich und weiten Teilen der Schweiz, wird er als gesetzlicher Feiertag begangen, ebenso in den Niederlanden, Italien, Kroatien, Schweden, Finnland, Norwegen, Island, Großbritannien, Irland, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Frankreich und Spanien.

Die Hochfeste Weihnachten und Ostern, früher auch Pfingsten, werden mit einer Oktav begangen, die den folgenden Sonntag umfasst. Dabei wird jeder Tag der Oktav liturgisch wie ein Hochfest begangen.

Liturgische Bedeutung[Bearbeiten]

Szene des Evangeliums vom Ostermontag: Die beiden Jünger erkennen Jesus beim Brechen des Brotes in Emmaus (Ölgemälde von Abraham Bloemaert v. 1622)

Der Ostermontag steht als zweiter Feiertag ganz im Zeichen des Osterfestes. Der Montag ist die Fortsetzung des Ostertages und als arbeitsfreier Festtag der Überrest einer Arbeitsruhe, die zunächst von Palmsonntag bis zum Sonntag nach Ostern dauerte, aber ab dem Hochmittelalter bereits am Mittwoch nach Ostern endete. Papst Urban VIII. erklärte 1642 die Tage von Ostersonntag bis zum folgenden Dienstag für arbeitsfrei. Somit trat neben das Triduum Sacrum, das „Leidenstriduum“ vor Ostern, ein „Auferstehungstriduum“, das von Ostersonntag bis Osterdienstag dauerte.[1] Später blieb davon, wenn überhaupt, nur der Ostermontag als arbeitsfreier Tag übrig.

Im Tagesevangelium (Lk 24,13-35,EU EU) wird die Auferstehung Jesu Christi aus dem Blickwinkel der Emmaus-Jünger erzählt. Zwei Jünger Jesu sind am dritten Tag nach der Kreuzigung Jesu aus Jerusalem fortgegangen, um wieder nach Emmaus zurückzukehren. Auf dem Weg dorthin schließt sich ihnen ein dritter, unbekannter Mann an. Dieser hinterfragt die Trauer der beiden Heimkehrer und erläutert ihnen schließlich, dass der Messias all das erleiden musste, wie es die alten Schriften vorhergesagt hatten. In Emmaus angekommen, laden die Jünger den Mann in die Herberge ein. Er bricht am Tisch das Brot, und in diesem Moment erkennen sie Jesus, der aber vor ihren Augen verschwindet. Sie kehren sofort um, erreichen noch in der Nacht wieder Jerusalem und erzählen den dort noch versammelten Jüngern von ihrem Erlebnis. Das Brotbrechen der beiden Jünger mit Jesus wird von der christlichen Theologie auf die Eucharistie bezogen, die in Anlehnung an Apg 2,46 EU auch als „Brotbrechen“ bezeichnet wird.

Regionale Bräuche[Bearbeiten]

Da nach der Matutin des Osterfestes das Fasten endet, entwickelten sich aus diesem Anlass verschiedene Feiern, wie sportliche Wettkämpfe und zahlreiche rituelle Feiern. Für den Ostermontag entstanden eigene Bräuche, in denen die österliche Symbolik (Wasser und Licht) teilweise mit heidnischem Brauchtum verschmolz. So erinnert der Emmausgang oder Emmaus-Osterspaziergang an den im Tagesevangelium erzählten Gang der beiden Jünger Christi von Jerusalem nach Emmaus, wo ihnen der auferstandene Jesus von Nazaret begegnete. Meist beginnt der Emmausgang vor der Pfarrkirche und endet bei einer Kapelle. In vielen ländlichen Gemeinden in Oberbayern ist der alte Brauch des österlichen Feldumganges lebendig geblieben. Der Bauer, meist in Begleitung aller Hausbewohner, geht das Roggen- und Weizensaatfeld, auch Winterfeld genannt, ab.

In der Lausitz (vorwiegend in der katholischen Oberlausitz) ist an mehreren Orten das Osterreiten Brauch, bei dem Kirchenlieder in sorbisch gesungen werden. In Traunstein im Chiemgau wird am Ostermontag der Georgiritt und der Schwertertanz begangen, bei dem symbolisch der Winter vertrieben wird.

Ostermontagsschwingfest auf der Großen Schanze in Bern um 1775

Seit 1720 ist in der Stadt Bern der Ostermontagsumzug nachweisbar, bei dem die Magistraten vom Münster ins Rathaus zogen und die Handwerke der Küfer und der Metzger Umzüge durch die Stadt veranstalteten. An diesem Tag fand auf der Großen Schanze in Bern zudem bis ins 19. Jahrhundert ein festlicher Wettkampf im Schwingen statt.

Weitere lokale Bräuche sind der „Traditionelle Remlinger Eierlauf“ in Remlingen (Unterfranken) und die „Schönecker Eierlage“ in Schönecken (Eifel).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Ostermontag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hansjörg Auf der Maur: Feiern im Rhythmus der Zeit I. Herrenfeste in Woche und Jahr. Regensburg 1983, ISBN 3-7917-0788-4 (Gottesdienst der Kirche. Handbuch der Liturgiewissenschaft. Teil 5.), S. 84f.