Pälzer Krischer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Karnevalsorden Pälzer Krischer wird durch den ältesten Ludwigshafener Karnevalsverein KV Rheinschanze 1877 e.V. alljährlich an Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport verliehen, die sich als sogenannte „Stimme der Pfalz“ verdient gemacht haben. Die Bezeichnung des Ordens basiert auf einem pfälzischen Dialektausdruck.

Ähnlich populäre Orden in der Region sind beispielsweise der Saumagen-Orden und der Bloomaulorden.

Eine fünfköpfige Mundartcombo mit Sitz in Altrip, die sich Die Pälzer Krischer nennt und aus Peter Berg, Hans Peter Gaschott, Lutz und Peter Pfeuffer sowie Walter Schmitt besteht,[1] wurde 2015 mit dem Orden ausgezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pälzer Krischer ist ursprünglich ein in der rheinland-pfälzischen Region Pfalz gebräuchlicher Begriff, mit dem auf humorvolle Art Einheimische bezeichnet werden oder sich auch selbst bezeichnen. Der aus dem Dialekt stammende Ausdruck würde hochdeutsch Pfälzer Kreischer heißen. Im speziellen Zusammenhang ist Krischer etwa gleichbedeutend mit Schreier und bezieht sich darauf, dass der Pfälzer angeblich die Eigenart besitzt, seine Stimme recht laut zu betätigen.

Der Begriff findet seit geraumer Zeit sowohl in der pfälzischen Mundartliteratur und -dichtung als auch in der regionalen Musikszene breite Verwendung. So nannte Hanns Glückstein bereits 1924 ein in Mundart geschriebenes Buch Pälzer Krischer – Ernschtes unn Heiteres aus de Palz.[2] Paul Tremmel verfasste das Gedicht Die Gschicht vum Krischer.[3] Verschiedene Mundartcombos sangen und singen über den Necknamen, wobei die Titel das im Dialekt eigentlich unterdrückte f zum Teil auch beibehalten.[4]

Karnevalsorden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinem hundertjährigen Bestehen im Jahre 1977 plante der Karnevalsverein Rheinschanze die Herausgabe eines neuen Ordens, mit dem alljährlich eine „Stimme der Pfalz“ ausgezeichnet werden sollte. Als ein passender Name gesucht wurde, stieß man auf den populären Dialektausdruck. Seine übertragene Bedeutung kam an, und der Pälzer Krischer wurde zum meistbegehrten Karnevalsorden der Region.

Ordensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns. Die Pälzer Krischer, abgerufen am 17. Februar 2015.
  2. Hanns Glückstein: Pälzer Krischer – Ernschtes unn Heiteres aus de Palz. J. Bensheimer Verlag, 1924.
  3. Die Gschicht vum Krischer. Hotel an den Salinen, abgerufen am 25. Januar 2019 (Paul Tremmel wird ohne Namensnennung zitiert).
  4. Vgl. dazu z. B. Wolfgang W.: Aus de goldisch Pfalz, Titel Nr. 6. (Nicht mehr online verfügbar.) ottospfaelzerwind.de, archiviert vom Original am 11. Oktober 2008; abgerufen am 30. Oktober 2007.
  5. Baldauf neuer "Pälzer Krischer" - Mannheimer Morgen. Abgerufen am 10. Januar 2021.