P1 (München)

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Eingangsschild
Der Eingang zum P1
Eingang Playboy Clubtour 2007

Das P1 ist eine Diskothek im Münchner Stadtbezirk Altstadt-Lehel, die sich als Nobel- und Prominentendiskothek positioniert und Bekanntheit erlangte.

Geschichte und Veranstaltungsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das P1 1949 als Offiziersclub für die US-amerikanischen Besatzungstruppen nach dem Zweiten Weltkrieg im Ostflügel des Hauses der Kunst. Der Name des Clubs leitet sich von der Adresse Prinzregentenstraße 1 ab, an der er sich befindet. Die Amerikaner taten sich mit der Aussprache schwer und nannten den Stützpunkt einfach „P-One“. In den 1960er Jahren übernahm ein „Alecco“ genannter Grieche das Geschäft und der Offiziersclub erhielt den Namen „Künstleratelier“. Anfang der 1980er Jahre beherbergte der Veranstaltungsort dann einen New Wave-Club.

Nutzung als Diskothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Käfer erhielt den Nachtclub am 20. März 1984 von seinem Vater Gerd Käfer, gestaltete ihn zur Diskothek um und nannte diese P1. Sie wurde später in den Keller des Hauses der Kunst verlegt und erwarb unter den Veranstaltern Klaus Gunschmann, Norbert Schmitz und Roman Libbertz durch die Anwesenheit internationaler Promis, aufsehenerregende Mottoparties, Skandale und künstliche Angebotsverknappung durch autoritäre Türsteher deutschlandweite Bekanntweit.[1] Zu den zahlreichen Prominenten, die das P1 während seiner Hoch-Zeit in den 1980er Jahren besuchten, gehörten unter anderem Tina Turner, Whitney Houston, Woody Allen, Robert De Niro, Rod Stewart, Helmut Berger, Die Toten Hosen, welche im P1 in eine Schlägerei verwickelt waren, und Mick Jagger, der Stammgast im P1 war, wenn er für Plattenaufnahmen in Giorgio Moroders Musicland Studios monatelang in München verweilte.[1][2] Die damals als besonders hart geltende Tür erhielt diesen Ruf auch durch das Abweisen prominenter Gäste („Ihr kommt hier nicht rein“ – „Aber wir sind doch die Scorpions“ – „Eben drum“).[1]

Umbauten ab 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde das P1 umfassend renoviert und erweitert. 2003 eröffnete das P1 seine von Matteo Thun neu gestalteten Räume als P1 Lounge & Club. Wegen erneuter Umbauten zog das P1 im Jahr 2009 vorübergehend in die ehemaligen Theaterräumlichkeiten des Hauses der Kunst. Während dieser Zeit eröffnete am 20. Oktober 2009 im Westflügel des Hauses der Kunst die temporär befristete P1 Bar, welche einen klassischen Barbetrieb anbot. Nach einer umfassenden Renovierung zog der Club Ende Oktober 2010 wieder in seine alten Örtlichkeiten zurück. Neben einer neuen Baraufteilung erhielt der Club ein 3-D-Soundsystem sowie einen großen Toilettenbereich, der bei den Herren mit Baumstämmen ausgestaltet wurde. Insgesamt besteht das P1 aus dem 400 m² umfassenden Club, dem autarken, für bis zu 200 Personen ausgelegten Salon, sowie einer 600 m² großen, teils überdachten Terrasse.

Von Gästen wird das P1 auch „Einser“[3] (sprich: „Oanser“), der Salon auch „Stüberl“[3] genannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c 30 Jahre P1: Skandal-Partys und Promis. In: tz. 19. März 2014, abgerufen am 10. Januar 2017.
  2. Thomas Gautier: Sänger, Stars, Sex-Luder: Diese Promis rockten das P1. In: Abendzeitung. 19. März 2014, abgerufen am 25. November 2019.
  3. a b Münchner Insider-Jargon sueddeutsche.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 48° 8′ 39,5″ N, 11° 35′ 9,2″ O