Rob Pilatus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Rob Pilatus (rechts) bei der Grammy-Verleihung 1990

Robert Pilatus (* 8. Juni 1964 in München; † 3. April 1998 in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main) war ein deutscher Tänzer und Sänger. Bekannt wurde er als Teil des Popduos Milli Vanilli.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Pilatus wurde als Sohn eines US-amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren und später von dem Münchener Ehepaar Pilatus adoptiert.[1] Sein Adoptivvater starb im Jahr 1990.

1987 nahm Pilatus mit der Gruppe Wind am 32. Eurovision Song Contest in Brüssel teil. Der Titel Laß die Sonne in Dein Herz erreichte den 2. Platz.

Ab 1988 war Pilatus neben Fabrice Morvan Teil des Popduos Milli Vanilli. Der Durchbruch gelang im Herbst des Jahres mit dem Titel Girl You Know It’s True. Pilatus trat in Videos und bei öffentlichen Events als Sänger und Tänzer auf; tatsächlich besorgten Studiomusiker den Gesang. Dies wurde seitens des Produzenten Frank Farian allerdings erst eingeräumt, nachdem während der US-Tour das Playback-Band bei einem Auftritt hängengeblieben war.[2]

Nach der Auflösung von Milli Vanilli Anfang der 1990er Jahre gründeten Pilatus und Morvan das Duo Rob & Fab. Dieses blieb jedoch erfolglos und Pilatus geriet in Los Angeles in Schwierigkeiten mit der Polizei, die ihn unter anderem wegen Körperverletzung und Vandalismus verhaftete. Frank Farian unterstützte ihn damals mit Geld und einem deutschen Rechtsanwalt, der ihm zu einem Freispruch verhalf. 1995 wurde er wegen Drogenbesitzes verurteilt, beging aber während seiner Bewährungsstrafe mehrere Straftaten, darunter Raub- und Betrugsdelikte.[3] Nach dieser Zeit und der Rückkehr nach Deutschland versuchte sich Pilatus wiederholt an einer Alkoholtherapie und wartete darauf, neue Projekte mit Farian zu starten.

Am 3. April 1998 fand Farian ihn tot in einem Hotelzimmer in Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main auf. Die Obduktion ergab eine Überdosis an Alkohol und anderen Drogen. Rob Pilatus wurde auf dem Waldfriedhof München (Alter Teil) beigesetzt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Milli Vanilli's Pilatus Dead. In: Mtv.com. 6. April 1998, abgerufen im 28. August 2008 (englisch).
    Vgl. hierzu auch Chris Willman: The Sad Truth. In: EW.com (Entertainment Weekly). Abgerufen im 28. August 2008 (englisch, 2 Seiten).
  2. https://www.welt.de/kultur/article747566/Frank-Farians-Botschaften-fuer-eine-gute-Welt.html
  3. Die US-Behörden suchen Rob Pilatus. In: MusikWoche. Das Nachrichtenmagazin für die Musikbranche. Nr. 50/1997, 8. Dezember 1997, Diese Woche. News, S. 4.
  4. Lana Fanelli: Milli Vanilli's Pilatus Dead At 33. In: Rolling Stone. 7. April 1998, abgerufen im 30. Dezember 2010 (englisch).