Paläokonservatismus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Paläokonservatismus (aus englisch Paleoconservatism) ist eine Strömung der konservativen politischen Philosophie; ihre Vertreter findet man hauptsächlich in den USA. Die Paläokonservativen haben Wurzeln in der ‚Alten Rechten‘ (Old Right), welche in den 1930er und 1940er Jahren gegen den New Deal opponierte. Sie betonen Werte wie Tradition, Minimalstaatlichkeit, Antikommunismus, befürworten eine protektionistische Außenhandelspolitik und sind entschiedene Gegner des Sozialstaats und von Immigration. Paläokonservative betonen Werte wie die traditionelle Familie und die christlich-abendländische Kultur; gleichgeschlechtliche Ehen und Abtreibung lehnen sie entschieden ab.[1][2][3][4][5]

Im Unterschied zu den Neokonservativen stehen sie auch dem Imperialismus bzw. dem Neoimperialismus und einer interventionistischen Außenpolitik der Vereinigten Staaten ablehnend gegenüber. Diese Einstellung sowie ihr traditionelles Wertesystem teilen sie mit den sogenannten Paläolibertären. In Fragen der Wirtschaft neigen sie zum Protektionismus; vgl. Isolationismus. Oft besteht eine inhaltliche Nähe zum Distributismus.[6]

Politisch ist die paläokonservative Bewegung in der Constitution Party organisiert, aber auch als eine kleinere Strömung in der Republikanischen Partei.

Zu den bekanntesten Paläokonservativen zählen Pat Buchanan und Paul Gottfried. Auch der britische Philosoph Roger Scruton wird häufig als paläokonservativ bezeichnet.[7] Die protektionistische Wirtschaftspolitik und die zum Teil stark isolationistische Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump weisen einer journalistischen Einschätzung zufolge paläokonservative Anteile auf.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeff Chu: 10 Questions for Pat Buchanan. In: Time. 20. August 2006, abgerufen am 12. August 2018 (englisch).
  2. Joseph Scotchie (Hrsg.): The Paleoconservatives. New Voices of the Old Right. Routledge, London 1999, ISBN 978-1-351-47773-4, S. 1–15 (englisch).
  3. Paul Gottfried: The Conservative Movement. Twayne, Boston 1993, ISBN 978-0-8057-9749-7 (englisch).
  4. Paul Gottfried: Paleoconservatism. In: Bruce Frohnen, Jeremy Beer, Jeffrey O. Nelson (Hrsg.): American Conservatism. An Encyclopedia. ISI, Wilmington (Delaware) 2006, ISBN 978-1-61017-103-8, S. 651–652 (englisch).
  5. Chilton Williamson Jr.: What Is Paleoconservatism? Man, Know Thyself! In: Chronicles. Band 25, Nr. 1, Januar 2001 (englisch, Online (Memento vom 5. Dezember 2004 im Internet Archive)). What Is Paleoconservatism? Man, Know Thyself! (Memento des Originals vom 5. Dezember 2004 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/chroniclesmagazine.org
  6. Thomas E. Woods, Jr: Defending the “Little Platoons”. Communitarianism in American Conservatism. In: American Studies. Band 40, Nr. 3, 1999, S. 127–145 (englisch).
  7. The Joy of Conservatism: An Interview with Roger Scruton. In: Orthodoxy Today. 4. April 2006, abgerufen am 12. August 2018 (englisch).
  8. Paleoconservatism, the movement that explains Donald Trump, explained. In: vox.com. 6. Mai 2016, abgerufen am 31. Mai 2019 (englisch).