Tucker Carlson

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Tucker Carlson (2012)

Tucker Swanson McNear Carlson (* 16. Mai 1969 in San Francisco) ist ein US-amerikanischer Journalist und Talkshow-Moderator. Er wurde als Gastgeber der CNN-Sendung Crossfire und der MSNBC-Show Tucker bekannt. Seit 2016 moderiert er Tucker Carlson Tonight bei Fox News.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Ausbildung (1969 bis 1992)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlson wurde 1969 als Sohn des Bankiers, Nachrichtenmoderators und Diplomaten Richard Warner Carlson und seiner Ehefrau Patricia Caroline Swanson geboren.[1] Zu seinen Vorfahren zählen unter anderen Roberta Fulbright Swanson, die Schwester des Senators William Fulbright, sowie der aus Schweden stammende Unternehmer Carl A. Swanson.[2]

Nach dem Besuch der St. George’s School, einer unter der Ägide der Episkopalkirche stehenden Privatschule, in Middletown (Rhode Island)[3] studierte Carlson bis 1992 am Trinity College in Hartford, Connecticut, wo er mit einem B. A. in Geschichte abschloss. Danach begann er als freiberuflicher Journalist zu arbeiten.

Carlson ist seit 1991 mit Susan Andrews verheiratet. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Lillie, Hope, Dorothy und Buckley.

Karriere als Journalist und Fernsehmoderator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kolumnist schrieb Carlson in den 1990er Jahren für die Zeitschriften The New Yorker und Reader’s Digest, später für Esquire, The Weekly Standard, The New Republic und The New York Times Magazine.

Ab 2000 übernahm er die Moderation diverser Programmformate für den Nachrichten- und Informationskanal CNN, darunter mit Bill Press einige Jahre lang die Sendung The Spin Room und insbesondere die abendliche Live-Diskussions-Runde Crossfire: Darin trat Carlson als vehementer Vertreter von rechtskonservativen Standpunkten im Zwiegespräch mit einem liberaleren Co-Moderator sowie einem oder mehreren Gesprächsgästen auf.

2003 veröffentlichte Carlson das autobiografische Buch Politicians, Partisans and Parasites: My Adventures in Cable News. Darin berichtete er von seinen Erfahrungen als Mitarbeiter bei verschiedenen US-Fernsehstationen.

In der Crossfire-Sendung vom 15. Oktober 2004, während des damaligen US-Präsidentschaftswahlkampfes, geriet Carlson in ein Wortgefecht mit seinem Talkshowgast, dem Komiker und Moderator Jon Stewart. Dieser warf Carlson eine Fragetechnik vor, die seinen Gästen überwiegend Selbstdarstellung ermögliche und vor allem zu überspitzter Polemik statt zum ernsthaften Austausch von Argumenten führe und so das Informationsbedürfnis der Zuschauer nicht erfülle; Paul Begala und Carlson veranstalteten „Theater“ anstatt Journalismus.[4] Dies schade den USA. Carlson reagierte abwehrend und warf Stewart vor, er habe ihn sich lustiger vorgestellt.[5] Im Januar 2005 erhielt Carlson die Mitteilung, dass CNN seinen Vertrag als Moderator dieser Sendung nicht verlängern und Crossfire absetzen werde. Der damalige Präsident von CNN, Jonathan Klein, begründete dies damit, dass Stewarts Kritik berechtigt gewesen sei. Carlson behauptete dagegen, er habe ohnehin bereits im April 2004 bei CNN gekündigt.[6]

Von 2004 bis 2005 moderierte Carlson die Sendung Tucker Carlson: Unfiltered für den Sender PBS. Von Mai 2005 bis März 2008 führte er bei dem Sender MSNBC als Anchorman durch die nach ihm benannte Talk-Sendung Tucker (anfangs kurzzeitig als The Situation with Tucker Carlson bezeichnet), die werktags um 18:00 Uhr (Ostküstenzeitzone) ausgestrahlt wurde und schließlich aufgrund schlechter Quoten eingestellt wurde.[7] Während der Olympischen Winterspiele von 2006 moderierte Carlson zudem eine nachmittägliche Sendung, in der er sich im Selbstversuch in verschiedenen während der Spiele ausgetragenen Disziplinen ausprobierte. Im selben Jahr berichtete er aus Haifa über den im südlichen Libanon tobenden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah.

Seit Mai 2009 steht Carlson bei dem rechtskonservativ ausgerichteten Sender Fox News unter Vertrag.[8] Für diesen tritt er häufig als Kommentator oder Teilnehmer an Diskussionsrunden in Sendungen wie Special Report auf. Außerdem vertrat er einige Male Sean Hannity als Gastgeber von dessen Show.[9] Seit November 2016 moderiert er Tucker Carlson Tonight.[10]

Politische Positionen und öffentliche Reputation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlson galt in der US-amerikanischen Medien- und Parteienlandschaft als Vertreter gemäßigt-konservativer, eher den Republikanern zuneigender, bisweilen auch libertärer Positionen. Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 1988 stimmte er nach eigener Angabe in der Sendung Real Time with Bill Maher vom 12. Oktober 2007 für den Republikaner Ron Paul, der 1988 für die Libertäre Partei als Präsidentschaftskandidat angetreten war. Roland Nelles bezeichnete Carlson auf Spiegel Online hingegen als „strammrechten Moderator“.[11] Und für Konstantin von Hammerstein „lässt sich [das Weltbild Carlsons] in drei Worten zusammenfassen: Ausländer bedrohen Amerika. Für die Quote reicht das.“[12]

In seinen Sendungen und Zeitschriftenartikeln trat Carlson wiederholt für eine schlanke Regierung und weniger staatliche Regulierungsmaßnahmen ein, etwa gegen ein Rauchverbot[13] zugunsten individueller Eigenverantwortung, für eine Reduzierung der Immigrationsquoten und für eine zurückhaltende Außenpolitik, in der Auslandseinsätze der US-Streitkräfte nur das letzte Mittel darstellen sollten. Er vertritt in Bezug auf Abtreibung eine eher konservative Position und sprach sich dagegen aus[14]. Gleichzeitig spricht er sich allerdings für das Recht Homosexueller auf die Ehe aus, da er die Ehe grundsätzlich als eine „zivilisierende“ Kraft befürworte und sich diesen Effekt auch bei Homosexuellen erwarten würde.[15]

Den Irakkrieg von 2003 befürwortete Carlson anfangs, vertrat aber ab 2004 eine ablehnende Position und führte dazu aus, dass er seine ursprüngliche Zustimmung mittlerweile als einen Fehler betrachte.[16] Weiters erklärte er, den damals amtierenden Präsidenten George W. Bush kein weiteres Mal zu wählen, kritisierte allerdings auch dessen Gegenkandidaten John Kerry dafür, dass dieser die Invasion des Irak gebilligt hatte.[14]

Im Frühjahr 2011 moderierte Carlson die üblicherweise von parteinahen Journalisten betreute Debatte der Kandidaten für das Amt des chairman der Parteiorganisation der Republikaner (GOP), die in der Wahl von Reince Priebus als neuem Vorsitzenden mündete. Sein Verhältnis zur Bush-Regierung war dagegen seit einem Vorfall während des Präsidentschaftswahlkampfes 1999–2000 gespannt: Carlson führte 1999 ein Gespräch mit dem damaligen Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei George W. Bush. Nach seinem Bericht darüber soll Bush die in Texas zum Tode verurteilte Karla Faye Tucker verspottet haben, deren Begnadigung Bush als texanischer Gouverneur abgelehnt hatte, weiters hätte Bush dabei geflucht „wie ein Fernfahrer“. Dies führte zu einem Zerwürfnis mit der Wahlkampfleitung von George W. Bush.[17]

Ein Markenzeichen Carlsons war, dass er unter anderem in seinen Fernsehauftritten lange einen Querbinder trug und deswegen auch von vielen Menschen als „der Typ, der eine Fliege trägt“ bezeichnet wurde. Viele Beobachter sahen dies als Teil einer Marketing-Strategie, was Carlson jedoch ablehnte, da er schon lange vor seiner Karriere im US-Fernsehen Fliegen getragen hatte.[18]

Carlson ist Mitglied des Cato Institutes. Als ihm der niederländische Historiker Rutger Bregman deswegen sagte: „Du hast ihr schmutziges Geld genommen […] Du bist ein Millionär, der von Milliardären finanziert wird“, entgegnete Carlson: „Warum fickst Du Dich nicht selbst, du winziges Gehirn?“[19]

Carlson sagte angesichts des Brutalität des nordkoreanischen Kim-Regimes, „ein Führer müsse auch mal ‚Leute umbringen‘ […]. ‚Viele Länder begehen Gräueltaten, unsere Alliierten inklusive.‘“[20]

Christian Stöcker warf Carlson vor, „einen offen rassistischen Diskurs, wie ihn Trump pflegt, längst normalisiert“ zu haben.[21] Für Carlson stellen die „‚white supremacists‘ – also Rassisten, die Weiße allen anderen Menschen per se für überlegen halten – kein Problem für die USA“ dar.[22]

Im Jahr 2007 spielte er sich in der Episode Das Manhattan-Projekt (Staffel 9, Folge 10) der Sitcom King of Queens selbst.[23]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Politicians, Partisans and Parasites. My Adventures in Cable News. Warner Books, 2003, ISBN 0-446-52976-1.
  • Ship of Fools: How a Selfish Ruling Class is Bringing America to the Brink of Revolution, 2018, ISBN 978-1501183669.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tucker Carlson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tucker Carlson in der Notable Names Database (englisch)
  2. Diane Snider: Omaha Innovators 2009: Carl A. Swanso. In: omahahistory.org. Archiviert vom Original am 26. Februar 2012; abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  3. Dragons Head to Washington. St. George’s School, 12. März 2016, abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
    St. George’s School: Tucker Carlson, Class of 1987. In: Classmates. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  4. Jon Stewart: Seine besten Momente in Videos. In: Spiegel Online. 6. August 2015, abgerufen am 10. August 2019.
  5. Jon Stewart ‘Crossfire’ Transcript: Stewart Slams Tucker Carlson and Paul Begala. In: politicalhumor.about.com. 15. Oktober 2004, archiviert vom Original am 18. Juli 2007; abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  6. Bill Carter: CNN will wancel ‘Crossfire’ and cut ties to Commentator. In: The New York Times. 6. Januar 2005, archiviert vom Original am 31. Juli 2015; abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  7. Chris Ariens: Tucker Canceled; Other Programming Changes Ahead. In: MSNBC / mediabistro.com. 9. März 2008, archiviert vom Original am 16. Februar 2012; abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  8. Brian Stelter: Tucker Carlson Turns 40, Moves to Fox News. In: The New York Times. 15. Mai 2009, archiviert vom Original am 5. Dezember 2009; abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  9. Jack Mirkinson: Tucker Carlson Backtracks On Michael Vick: ‘Of Course I Don’t Think He Should Be Executed’. In: Huffington Post. 4. Januar 2011, archiviert vom Original am 7. Januar 2011; abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  10. Tucker Carlson Tonight. In: Fox News. Abgerufen am 8. August 2019 (englisch).
  11. Roland Nelles: Unterwegs an der US-Grenze: Gute Mauer, böse Mauer. In: Spiegel Online. 31. Januar 2019, abgerufen am 10. August 2019.
  12. Konstantin von Hammerstein: US-Botschafter Richard Grenell hat sich in Berlin ins Abseits manövriert: Der kleine Trump. In: Spiegel Online. 12. Januar 2019, abgerufen am 10. August 2019.
  13. Evan Dashevsky: Tucker Carlson: Smoking Like a True Patriot. In: Smoke Magazine Online. 2008, archiviert vom Original am 28. November 2010; abgerufen am 10. August 2019 (englisch).
  14. a b Tucker Carlson: Transcript: Republican Convention. In: The Washington Post. 30. August 2004, archiviert vom Original am 23. April 2014; abgerufen am 10. August 2019 (englisch): „For instance, I‘m utterly opposed to abortion, which I think is horrible and cruel.“
  15. ‘Tucker’ for July 24. In: MSNBC. 24. Juli 2007, archiviert vom Original am 27. Juni 2008; abgerufen am 10. August 2019 (englisch, Transkript): „I thin[k], marriage has been a great thing for me, and I think it‘s a really civilizing force, and I think it would be a civilizing force for gay people too.“
  16. Joe Hagan: Newly Dovish, Tucker Carlson Goes Public (Tucker Carlson turns against the war). In: LibertyPost.org. 12. Mai 2004, abgerufen am 10. August 2019 (englisch): „I think it‘s a total nightmare and disaster, and I‘m ashamed that I went against my own instincts in supporting it,“ he said. „It‘s something I‘ll never do again.“
  17. Kerry Lauerman: “You burn out fast when you demagogue”. In: Salon.com. 14. September 2003, abgerufen am 10. August 2019 (englisch): „What about your profile of George W. Bush in Talk in 1999? That had to be the most damaging profile of him yet written — swearing like a truck driver, making fun of Karla Faye Tucker‘s death penalty appeals, mimicking her saying, ‘Don’t kill me!’ — because of its high profile, and because of your access to him. Did that bring you flak from conservatives?“
  18. Tucker Carlson on those infamous botwies. In: mediabistro.com. 24. Juli 2009, archiviert vom Original am 28. Januar 2013; abgerufen am 10. August 2019 (englisch): „I’m a big believer in sudden, dramatic life changes. That‘s why I gave them up. That, and the 100th person who asked me if my agent got me to wear bow ties as a ‘branding’ strategy. Yuck. (The sad truth is I wore them long, long before I went into television.)“
  19. David Böcking: Fox-Moderator attackiert Wissenschaftler: „Du winziges Gehirn“. In: Spiegel Online. 21. Februar 2019, abgerufen am 10. August 2019.
  20. Marc Pitzke: Treffen an der innerkoreanischen Grenze: Geschenkt. In: Spiegel Online. 1. Juli 2019, abgerufen am 10. August 2019.
  21. Christian Stöcker: Trumps Amerika: Das Horrorszenario ist schon Realität. In: Spiegel Online. 21. Juli 2019, abgerufen am 10. August 2019.
  22. Thomas Krause: Tucker Carlson: „White supremacists? Kein wirkliches Problem“ – „Fox“-Moderator hält Rassisten für Erfindung. In: stern.de. 7. August 2019, abgerufen am 10. August 2019.
  23. King of Queens (1998–2007): Manhattan Project in der Internet Movie Database (englisch)