Palmira (Kolumbien)

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Palmira
Flagge von Palmira
Basisdaten
Fläche: 1.123 km2
Lage 3° 35′ N, 76° 15′ WKoordinaten: 3° 35′ N, 76° 15′ W
Höhe ü. d. M.: 1824 m
Einwohnerzahl (2016): 306.706
Politik
Departamento: Valle del Cauca
Bürgermeister: Jairo Ortega Samboni (2016–2019)
Internetpräsenz von Palmira
Lage
Lage von Palmira

Palmira ist eine Stadt und Gemeinde im Süden des kolumbianischen Departamento Valle del Cauca. Palmira liegt am östlichen Einflussgebiet des Río Cauca und ist in der Region der Bevölkerung nach die zweitwichtigste Stadt nach Cali. Die Entfernung nach Cali beträgt 22 Kilometer. Palmira liegt im Zentrum der kolumbianischen Zuckerindustrie und ist umgeben von großen Zuckerrohrfeldern. Palmira wird nach seiner wirtschaftlichen Bedeutung Capital Agrícola de Colombia (Landwirtschaftszentrum Kolumbiens) und nach ihrer Geschichte Palmira Señorial (Das herrschaftliche Palmira) genannt, während Cali den Beinamen La Sultana del Valle (Die Sultanin des Cauca-Tals) trägt. Die Gemeinde Palmira hat 306.706 Einwohner, von denen 245.968 im städtischen Teil der Gemeinde leben (Stand 2016).[1]

Kathedrale in Palmira

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmira wurde um das Jahr 1680 gegründet. General und Präsident Francisco de Paula nannte die Stadt 1824 Villa de las Palmas oder Nuestra Señora del Palmar, Stadt der Palmen, woraus das heutige Palmira wurde. Zu dieser Zeit hatte Palmia schätzungsweise 3.000 Einwohner. Im 20. Jahrhundert entstanden große Zuckerrohrpflanzungen, welche zu einem großen wirtschaftlichen Aufschwung der Region führten. Das Pionier-Bataillon Codazzi schuf die Straßenverbindung Cali – Palmira und das Straßenkreuz der Panamericana Mitte der 1950er Jahre, was Palmira weitere Wachstumsimpulse gab. Die Infrastruktur wird kontinuierlich ausgebaut, so entstand zum Beispiel das Estadio Deportivo Cali auf der Achse Cali-Palmira.

Flagge und Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtwappen orientiert sich an dem 1924 von Ricardo Nieto Hurtado geschriebenen Gedicht “Canto a Palmira”.[2] Es zeigt eine Sonne, die an die Unabhängigkeitsproklamation von Simon Bolívar erinnern soll, Palmen als Allegorie und einen Hammer, der auf ein Schmiedeamboss mit einem Herzen geschlagen wird. Letzteres Bild spielt auf die Zuwanderer aus anderen Regionen Kolumbiens an, welche an der Zukunft der Stadt arbeiteten. Die Flagge besteht aus den Farben weiß für den Frieden, grün für die Arbeit der Palmiranos und gelb für den natürlichen Reichtum und die Früchte von der Erde Palmiras.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palmira befindet sich im Süden des Valle del Cauca. Es grenzt an die Municipios[3] El Cerrito im Norden, Tolima im Süden, Pradera und Candelaria im Osten, sowie Santiago de Cali, Yumbo und Vijes im Westen.

geographische Lage des Departamento Valle del Cauca in Kolumbien

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Palmira wird bestimmt vom tropischen Feuchtsavannenklima. Die Temperaturzonen des gesamten Municipios variieren vom heißen Klima an den Ufern des Rio Cauca bis zu kühleren Klimaten im Páramo de las Hermosas in den Zentralkordilleren. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 23 °C und die mittlere Höhe bei 1.001 Metern über den Meeresspiegel. Wasserscheiden sind die Cuenca[4] Rio Nima und Agua Clara.

Fläche und Boden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des Municipios umfasst 1.162 km², von denen nur 19,34 km² bebaute Fläche sind. Die an den Rio Cauca grenzende landwirtschaftlich genutzte Fläche befindet sich ca. 1.200 Meter über dem Meeresspiegel. Die Landnutzung beschränkt sich überwiegend auf den Anbau von Zuckerrohr. Weitere wichtige Kulturen sind Kaffee, Reis, Mais und Tabak. Die INVIAS[5] beschäftigt sich derzeit mit dem weiteren Ausbau der Infrastruktur, welche insbesondere auf den erosionsgefährdeten Hanglagen Probleme bereitet.[6]

Zuckerrohranbau im Valle del Cauca
Brotfruchtbaum und Kochbanane bei Palmira

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die natürliche Fauna wurde durch den intensiven Zuckerrohranbau und die voranschreitende Urbanisation auf wenige natürliche Rückzugsgebiete beschränkt. Rückzugsgebiete sind beispielsweise die Cuencas der Flüsse Amaime, Nima und El Cerrito, wo sich weiterhin eine hohe Biodiversität halten konnte. Durch die Rinderhaltung werden insbesondere Neuweltgeier[7] angezogen.

Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den öffentlichen Nahverkehr sorgen Betriebe wie Coodetrans Palmira, Palmirana de Transportes y Montebello, welche somit eine Oligopolstellung ausüben. Darüber hinaus sind ca. 5.000 Mototaxis[8] privat beschäftigt. In Palmira haben mehrere Buslinien wie Expreso Palmira, Coodetrans Palmira und Expreso Florida ihren Sitz, welche nationale Überlandfahrten und wichtige Städteverbindungen anbieten. Der nördliche Zugang nach Palmira über die Panamericana verläuft über Tuluá und Guadalajara de Buga, im Süden über die Provinz Cauca und Candelaria, im Westen über den Rio Cauca und Cali und im Osten über Miranda, Florida und Pradera. 1911 wurde eine Autobrücke über den Cañón del Amaime und eine Hochstraé durch den Páramo de las Hermosas gebaut, welche Palmira mit Chaparral verbindet und somit eine Autoverbindung nach Bogotá herstellt.

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der wichtigsten kolumbianischen Flughäfen ist der Aeropuerto Internacional Alfonso Bonilla Aragón (internationales Flughafensymbol: CLO) in Palmaseca, etwa 15 Fahrminuten nördlich des Stadtkerns von Palmira. Der internationale Flughafen in Palmaseca wird von den Gesellschaften Aires, Copa Airlines Colombia, Avianca, Satena und TAC angeflogen und bietet Flugverbindungen nach Miami, Guayaquil, Madrid, Panama, Esmeraldas und Quito in Ecuador.

Einkaufszentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden bedeutenden Einkaufszentren und Shopping-Meilen von Palmira sind Llanogrande Plaza „La Catorce“ und Súper Marden El Bosque y Súper Marden la 47.

Universitäten und Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Palmira gibt es folgende Universitäten und Hochschulen:

  • Universidad Nacional de Colombia (Unal)
  • Universidad del Valle (Univalle)
  • Universidad Santiago de Cali (USC)
  • Universidad Antonio Nariño
  • Fundación Universitaria San Martín
  • Universidad Pontificia Bolivariana
  • Fundación Universitaria Luis Amigó
  • Universidad Abierta y a Distancia (UNAD)
  • Corporación Universitaria Remington

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Museo de La Caña, Zuckerrohrmuseum
  • Edificio Antigua Alcaldía, altes Rathaus (Monumento Nacional[9])
  • Estación del Ferrocarril, Eisenbahnstation (Monumento Nacional)
  • Catedral de Nuestra Señora del Rosario del Palmar, Kathedrale (Monumento Nacional)
  • Edifico de Agronomía en la Universidad Nacional, Landwirtschaftsschule der Nationalen Universität (Monumento Nacional)
  • Hacienda La Rita, Zuckerrohrmühle Ingenio Manuelita (Monumento Nacional), Geburtsort des Schriftstellers Jorge Isaacs[10]
  • Hacienda El Oriente
  • Museo Nacional del Transporte, Nationales Transportmuseum zwischen Palmira-Cali
  • Estadio Deportivo Cali, Stadion von Deportivo Cali, zwischen Palmira-Cali
  • Freizeitpark Parque del Azúcar
  • Iglesia de Nuestra Señora del Carmen
  • Parque de Bolívar
  • Centro Internacional de Agricultura Tropical, internationales Agrarforschungszentrum
  • ICA, nationales Agrarforschungszentrum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Álvaro Raffo Rivera: De Llano Grande a Palmira. Cali: Imprenta Departamental del Valle, 1992

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hochrechnung der Einwohnerzahlen von Kolumbien auf der offiziellen Seite vom DANE
  2. Lied an Palmira
  3. es. Gemeinde
  4. es. Fluss- oder Bachsenke
  5. Instituto Nacional de Vias, es. Institut für den Nationalen Wegebau
  6. http://www.invias.gov.co/
  7. hauptsächlich Rabengeier
  8. Motorradtaxi
  9. es. Nationales Denkmal
  10. http://www.palmira.gov.co/palmira/documentos/historia.pdf