Pante Macassar

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Pante Macassar
Pante Macassar (Osttimor)
Pante Macassar
Pante Macassar
Koordinaten 9° 12′ S, 124° 23′ OKoordinaten: 9° 12′ S, 124° 23′ O
Pante Macassar posto administrativo.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Gemeinde

Oe-Cusse Ambeno
Verwaltungsamt Pante Macassar
Suco Costa
Höhe 189 m
Einwohner 8793 (2010)
Blick auf das Zentrum von Pante Macassar
Blick auf das Zentrum von Pante Macassar

Pante Macassar (Pante Makassar, Oecussi, tetum Pante Makasar) ist die Hauptstadt der osttimoresischen Exklave Oe-Cusse Ambeno im Westteil von Timor und des gleichnamigen Verwaltungsamts Pante Macassar.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pante Macassar, bedeutet wörtlich Strand der Makassaren, eine Anspielung auf die Händler aus Makassar auf der Insel Sulawesi (Celebes), die in früheren Jahrhunderten hier saisonal siedelten, während sie auf die richtigen Winde zur Heimkehr warteten. Von 1936 bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg trug der Ort den Namen Vila Taveiro. Lokal wird Pante Macassar auch Oecussi (auch Ocussi) genannt, was wörtlich Wasserkrug bedeutet, nach einem der beiden traditionellen Königreiche, aus denen die Sonderverwaltungsregion Oe-Cusse Ambeno gebildet wurde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimadiagramm von Pante Macassar[1]

Pante Macassar liegt an der Sawusee im Suco Costa, 281 km westlich von Dili, nah der Nordküste der Insel, auf einer Meereshöhe von 189 m.[2]

Heute besteht das Zentrum der Stadt aus nicht viel mehr als einem halben Dutzend Reihen Häuser nah am Strand mit kristallklarem Wasser, umringt von Palmen. Weitere Orte grenzen direkt an Pante Macassar und reihen sich entlang der Küste. Es gibt kein Fernsehen, Kriminalität ist nahezu unbekannt. Die einzige Funkstation funktioniert nur zeitweise, Strom gibt es nur fünf Stunden während der Nacht. Zweimal die Woche fährt die Fähre Berlin Nakroma von Dili in einer zwölfstündigen Fahrt nach Pante Macassar. Der Flughafen Oecusse liegt 4,5 km westlich des Stadtzentrums.

In Pante Macassar und den angrenzenden Siedlungen befinden sich eine Bankfiliale,[3] zwei Vorschulen, fünf Grundschulen, zwei Schulen zur Vorbereitung auf die Sekundärstufe, drei Sekundärschulen, ein Hafen, ein Hubschrauberlandeplatz, ein Krankenhaus und eine Polizeistation.[4] Die alte, portugiesische Festung von Fatusuba thront oberhalb des Ortes.[5]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pante Macassar hat 8793 Einwohner (Stand 2010).[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienstatue am Ufer von Pante Macassar

An der Küste bei Pante Macassar liegt Oesono, in dem das Reich von Oecussi seinen Sitz hatte.[7] Das Reich wurde von Topasse regiert. Die Topasse waren Nachfahren von portugiesischen Soldaten, Seeleuten und Händlern, die Frauen von Solor heirateten. Sie bestimmten maßgeblich die Entwicklungen auf Timor im 17. und 18. Jahrhundert.[8] 6 km westlich des heutigen Ortes Pante Macassar gründeten Dominikaner 1556 zur Sicherung des Sandelholzhandels den Ort Lifau. Von 1702 an war Lifau Verwaltungssitz von Portugiesisch-Timor, bis er 1769 nach Dili verlegt wurde.

Im Mai 1912 kam es während der großen Rebellion von Manufahi auch in Oecussi zum Aufstand gegen die Kolonialherren. Mit Unterstützung durch das Kanonenboot Pátria konnte der Aufstand niedergeschlagen werden.[8]

In den Wirren der letzten Monate der portugiesischen Herrschaft über Osttimor besetzte Indonesien Oe-Cusse Ambeno bereits am 6. Juni 1975.[9] Als schließlich die FRETILIN am 28. November 1975 Osttimor für unabhängig von Portugal erklärte, wurde am Tag darauf die indonesische Flagge in Pante Macassar gesetzt. Die Invasion in das restliche Osttimor begann am 7. Dezember 1975.

Während der indonesischen Operation Donner, die dem Unabhängigkeitsreferendum folgte, war Pante Macassar Angriffsziel pro-indonesischer Milizen, unterstützt vom indonesischen Militär. 65 Zivilisten, die Unterstützer der Unabhängigkeit waren, wurden erhängt, Pante Macassar bis auf zwei Kirchen niedergebrannt.[10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pante Macassar (Stadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seeds of Life
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Miokrofinance Pasifika - INFUSE: Map of Financial Service Access Points in Timor-Leste as of 31 December 2009 (Memento vom 5. Mai 2010 im Internet Archive)
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF; 401 kB)
  5. Colonial Voyage: Asia. Portuguese Colonial Remains 16th–18th centuries, abgerufen am 6. Januar 2015.
  6. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (Memento des Originals vom 6. September 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 3,2 MB)
  7. Geoffrey Hull: The Languages of East Timor - Some Basic Facts. (Memento des Originals vom 1. Oktober 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.portphillip.vic.gov.au Universidade Nacional de Timor Lorosa'e, 2002 (PDF-Datei). Abgerufen am 17. Juni 2014.
  8. a b History of Timor – Technische Universität Lissabon (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt (PDF; 824 kB)
  9. Nations Encyclopedia
  10. CAVR-Report: Chapter 7.3: Forced Displacement and Famine (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (englisch; PDF; 1,3 MB)