Verwaltungsgliederung Osttimors

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nationale Grenzen Osttimors

Die derzeitige Aufteilung der Verwaltungsgliederung Osttimors wurde mit dem ministeriellen Dokument 6/2003 vom 29. Juli 2003 festgelegt und am 14. Juli 2004[1] und 15. September 2009 nur noch leicht verändert. 2014/2015 wurden die Bezeichnungen der Verwaltungseinheiten umbenannt.

Übersicht[Bearbeiten]

Osttimor besteht aus dem Ostteil der Insel Timor, der Exklave Oecusse im Westteil und den vorgelagerten Inseln Atauro und Jaco (letztere unbewohnt). Zusammen machen diese Gebiete eine Fläche von 14.954,44 km² aus mit 1.066.409 Einwohnern (Zensus 2010).[2] Hauptstadt des Landes ist Dili.

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Militärkommandantur von 1860[3] Reiche
Dili Motael, Ulmera, Hera, Caimau, Dailor, Failacôr, Laclo
Manatuto Laicore, Manatuto, Laclubar, Funar, Laleia
Vemasse Vemasse, Fatumartó, Venilale
Lautém Faturó, Sarau, Matarufa
Viqueque Bibiluto, Viqueque, Luca, Lacluta, Dilor, Bibissuço, Barique
Alas Dotik, Alas, Manufahi, Raemean, Suai, Camenaça
Bibissuço (Buursuco) Samoro, Bibissuço, Claco, Foulão, Tutuluro, Turiscai
Cailaco Atsabe, Diribate, Leimea, Mahubo, Cailaco
Maubara Buibau, Ermera, Maubara, Liquiçá
Batugade Cutubaba, Sanirin, Balibo, Cowa
Oecussi (ab 1863) Oecussi, Ambeno

Die vom portugiesischen Gouverneur Luís Augusto de Almeida Macedo (1856 bis 1859) aufgestellten gemischten Truppen aus Portugal, Goa, Macau und Mosambik waren gesetzlich dazu verpflichtet sich nicht in die innere Verwaltung durch die Liurai einzumischen. Die etwa 50 timoresischen, traditionellen Herrscher in der damaligen Kolonie Portugiesisch-Timor hatten weiterhin die innere Macht. Allerdings erhielten die Liurais auch Befehle durch die Kolonialregierung, so zum Aufbau von Plantagen. Außerdem mussten sie Abgaben bezahlen.[4]

Am 2. August 1860[5] teilte der Gouverneur Afonso de Castro mit der Verordnung Nr. 58 erstmals die Kolonie in zehn Militärkommandanturen (comandos militares), beziehungsweise Distrikten, zu denen am 4. April 1863[5] noch Oecussi als elfte dazu kam. Jeder Distrikt wurde einem Kommandanten mit militärischen und zivilen Vollmachten zugeordnet, dessen Aufgaben und Pflichten in 39 Artikeln von de Castro festgelegt wurden. Die Kommandanten waren als verlängerter Arm des Gouverneurs für den Frieden in ihren Distrikten verantwortlich und mussten mindestens alle zwei Monate eine Inspektionsreise durch alle Reiche in ihrem Distrikt unternehmen. Dabei mussten sie sich über alle Vorfälle informieren und konnten auch die Bewohner wegen Vergehen bestrafen. Nur gegen die Liurais durfte nur der Gouverneur Strafen verhängen. Die Kommandanten waren zudem für die Steuereintreibung und den Aufbau der Kaffeanpflanzungen verantwortlich, die es hier seit 1815 gab. Jedes Reich musste dem Distriktskommandanten fünf Mann für die Distriktsgarde abtreten. Diese Soldaten erhielten eine europäische Ausbildung, wurden eingekleidet und bewaffnet. Außerdem stellte jedes Reich einen Mann als Diener für den Kommandanten und Pferde und Mannschaft für die Inspektionsreise. Geschenke durften die Kommandanten von den Liurais nicht annehmen.[3] 1883 wurde eine neue Liste der Aufteilung der Reiche auf die Distrikte von Gouverneur Bento da França Pinto de Oliveira erstellt.[5]

1908 teilte Gouverneur José Celestino da Silva Portugiesisch-Timor in 15 Militärkommandanturen (Commandos militares) ein, womit auch die zivile Verwaltung dezentralisiert wurde. Zudem wurden 1912 die Gemeinden, die Sucos, als Verwaltungsebene eingeführt um die traditionellen Herrscher zu umgehen. Zehn Jahre später bildeten die jeweiligen Bevölkerungszentren die ersten zivilen Verwaltungseinheiten, nachdem die militärische Gewalt über die Kolonie ihr Monopol gemäß dem Vertrag mit den Niederlanden 1914 verlor.[3][6] Unter dem Gouverneur stand nun der Administrador, dem die Chefes de Posto gegenüber verpflichtet waren, für die termingerechte Abgabe der Steuern. Die Chefes de Posto konnten sowohl Portugiesen als auch Timoresen sein. Ihnen waren die Chefes de Suco unterstellt die Verwaltungsaufgaben in ihrem Bereich erfüllten und eine Mittlerrolle zwischen der Bevölkerung und den Kolonialherren innehatten. Die Chefes de Suco stammten aus den Reihen der niederen, timoresischen Adligen (Dato) und mussten Portugiesisch sprechen und schreiben können und dem christlichen Glauben angehören. Ihnen gegenüber verantwortlich waren die Dorfvorsteher, die Chefes de Povoações. Interne soziale, rituelle und politische Aufgaben blieben dem Liurai zugewiesen.[7]

Distrikte von 1883 Reiche
1º Comando militar de Oecussi Ambeno, Noimuti
2º Comando militar de Batugade Balibo, Cowa, Cutubaba, Sanirin, Suai
3º Comando militar de Maubara Atsabe, Buibau, Cailaco, Diribate, Ermera, Hubulo, Leimea (Leimiam), Liquiçá, Mahubo (Mahubu), Marobo.
4º Comando militar de Dili Caimau, Dailor, Failacôr, Hera, Laclo, Manumera, Motael
5º Comando militar de Manatuto Baucau, Cairui (Cairuhy), Laclubar, Laicore, Laleia, Funar, Manatuto
6º Comando militar de Vemasse Fatumartó, Faturó, Laga|, Sarau, Vemasse, Venilale.
7º Comando militar de Viqueque Barique, Bibico, Bibiluto, Luca, Lacluta, Viqueque
8º Comando militar de Alas Alas, Bibissuço, Dotik, Foholau, Manufahi, Raimea, Tutuluro, Samoro, Turiscai

1934 wurde ein ziviles Verwaltungssystem eingeführt.[3] 1940 schaffte man mit Dili den ersten Kreis (concelho). In den 1950ern bildeten die Gebiete an der Grenze zu Westtimor den Kreis Fronteira, der Küstenstreifen der heutigen Gemeinden von Dili und Liquiçá bildeten den Kreis Dili, südlich befand sich Suro, weiter nach Osten reichte der Kreis Manatuto von Nord- bis Südküste, ebenso der danachfolgende Kreis São Domingos, der etwa auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Baucau und Viqueque lag und ganz im Osten Lautém,[6] zu dem damals noch Uatucarbau gehörte.[8] In den 1960ern wurden die Kreise Bobonaro, Cova Lima (1961),[9] Liquiçá, Ermera, Ainaro, Same (heute Manufahi), Baucau und Viqueque gebildet und im August 1973 schließlich der Kreis Oecussi-Ambeno. Der Kreis Aileu wurde erst in den letzten Jahren der portugiesischen Herrschaft über Osttimor von Dili abgetrennt.[6] Als untergeordnete Verwaltungseinheiten dienten postos administrativos, sucos, aldeias/povoação und bairros.

Relikt aus der Zeit, als Aileu noch zum Kreis Dili gehörte: Wappen Dilis auf einem Denkmal in Remexio von 1963
Namen der Verwaltungseinheiten (Oberhaupt)[10]
Portugiesische Kolonialzeit Indonesische Besatzung Unabhängigkeit seit 2014/2015
Distrito/circunscrição (Administrator) Kabupaten (Bupati) Distrito (Administrator) Município (Administrator)
Posto (chefe de posto) Kecamatan (Camat) Subdistrito (Administrator) Posto Administrativo (Administrator)
Suco (chefe de suco) Desa (Kepala desa) Suco (chefe de suco) Suco (chefe de suco)
Aldeia (chefe de aldeia) Dusun (Kepala dusun) Aldeia (chefe de aldeia) Aldeia (chefe de aldeia)

Während der indonesischen Besatzungszeit (1975 bis 1999) wurde die Verwaltungsstruktur Osttimors der indonesischen angepasst. Dafür änderte man einfach die Bezeichnungen. Conselhos wurden zu kabupatens/Distrikte, postos zu kecamatans/Subdistrikte, sucos zu desas, aldeias zu kampungs und bairros zu RW (rukun warga) und RT (rukun tetangga). Parallel zur zivilen wurde auch eine militärische Verwaltungsstruktur aufgebaut. Der Gouverneur wurde jeweils für fünf Jahre von Präsident Suharto bestimmt und Rat der Volksrepräsentanten der Provinz (DPRD) bestätigt. Der Gouverneur bildete die Exekutive und war der Vorsitzende des DPRP und somit die höchste Autorität in der Provinz.[11] Mit Ende der indonesischen Besatzung verschwanden die indonesischsprachigen Bezeichnungen und die Namen „Distrikt“ und „Subdistrikt“ wurden in den neuen Amtssprachen Portugiesisch und Tetum verwendet.

Die Grenzen vom Ende der Kolonialzeit wurden nur in wenigen Fällen stärker verändert:

  • In der Besatzungszeit durch Indonesien wurde der Subdistrikt Turiscai vom Distrikt Ainaro abgetrennt und zum Distrikt von Manufahi dazugeschlagen.
  • Dafür wechselte der Subdistrikt Hato-Udo von Manufahi zu Ainaro.
  • Der Subdistrikt Mape-Zumalai wurde bei der Gebietsreform 2003 vom Distrikt Ainaro zum Distrikt Cova Lima verschoben.
  • Ein kleines Gebiet vom Distrikt Baucau kam 2003 zum Distrikt Viqueque.

Am 14. Juli 2004 wurden nochmals einige Veränderungen in der Verwaltungsstruktur durchgeführt. Im Subdistrikt Tilomar wurde ein vierter Suco geschaffen und die Sucos im Stadtgebiet von Dili nochmals umstrukturiert.[1] Am 15. September 2009 wurde mit dem ministeriellen Dokument 199/2009 neue, offizielle Schreibweisen der Gebietsnamen herausgegeben und die Anzahl der Aldeias auf 2225 reduziert.

2014/2015 erfolgte eine Umbenennung der bisherigen Distrikte (portugiesisch Distrito) in Gemeinden (portugiesisch Município) und der Subdistrikte (portugiesisch Subdistrito) in Verwaltungsämter (portugiesisch Posto Administrativo).[12][13]

Gemeinden[Bearbeiten]

Osttimor hat 13 Gemeinden (Município), wobei die Exklave Oecusse als Sonderverwaltungsregion (portugiesisch Região Administrativa Especial) eine Sonderrolle einnimmt.[14] In Artikel 71 der Verfassung Osttimors wird Oecusse diese in Verwaltung und Wirtschaftspolitik garantiert.[15] An der faktischen Umsetzung dieses Verfassungsartikels haperte es allerdings zunächst.[16] Wie auch in den anderen damaligen Distrikten Osttimors wurde in den ersten Jahren der Distriktsadministrator von der nationalen Regierung eingesetzt, ebenso die Administratoren der Subdistrikte. Erst am 18. Juni 2014 wurde mit dem Gesetz 03/2014 die Autoridade da Região Administrativa Especial de Oecusse (ARAEO) geschaffen. Zum Präsidenten der ARAEO wurde der ehemalige Premierminister Marí Alkatiri ernannt.[17] Ihm wurden am 23. Januar 2015 vom Kabinett zusätzliche Befugnisse übertragen, um den verfassungsmäßigen Sonderstatus Oecusses zu entsprechen.[18][19] Die Insel Atauro gehört zur Gemeinde Dili, die Insel Jaco zur Gemeinde Lautém.

Die damaligen Distrikte Osttimors vor der Gebietsreform von 2003.
Indonesien Oecusse (Gemeinde) Cova Lima Bobonaro (Gemeinde) Ermera (Gemeinde) Liquicá (Gemeinde) Dili (Gemeinde) Aileu (Gemeinde) Ainaro (Gemeinde) Manufahi Manatuto (Gemeinde) Baucau (Gemeinde) Lautém (Gemeinde) Viqueque (Gemeinde)
Die heutigen Gemeinden Osttimors (klickbare Karte).
Gemeinde (Zahl auf der Karte) ISO 3166-2:TL Einwohner (2004)[20] Einwohner (2015)[21] Fläche in km²[2] Hauptstadt
Aileu (6) TL-AL 37.926 48.554 676,02 Aileu
Ainaro (10) TL-AN 52.476 66.397 869,79 Ainaro
Baucau (2) TL-BA 100.326 124.061 1.507,95 Baucau
Bobonaro (11) TL-BO 83.034 98.932 1.380,82 Maliana
Cova Lima (12) TL-CO 52.818 64.550 1.206,66 Suai
Dili (5) TL-DI 173.541 252.884 368,12 Dili
Ermera (9) TL-ER 103.199 127.283 770,83 Gleno
Lautém (1) TL-LA 55.921 64.135 1.813,11 Lospalos
Liquiçá (8) TL-LI 54.834 73.027 550,95 Liquiçá
Manatuto (4) TL-MT 36.719 45.541 1.785,96 Manatuto
Manufahi (7) TL-MF 44.950 52.246 1.326,60 Same
Oecusse (13) TL-OE 57.469 72.230 817,23 Pante Macassar
Viqueque (3) TL-VI 65.245 77.402 1.880,39 Viqueque

Die Administratoren der Gemeinden werden von der Zentralregierung in Dili bestimmt. Seit März 2008 war zur Dezentralisierung die Umwandlung der Distrikte in Gemeinden geplant.[22] Sie erfolgte 2015. Die bisherigen Grenzen blieben erhalten. Zukünftig sollen eine Gemeindeverwaltung und ein Gemeinderat geschaffen werden. Ein Bürgermeister soll für die Umsetzung der Beschlüsse sorgen und für die Gemeindeverwaltung verantwortlich sein.[23] Das Gesetz 11/2009 vom 7. Oktober legte die geplante Umwandlung fest.[24] Am weitesten geht das Gesetz 04/2014. Es bietet ein Gerüst für die weitere Dezentralisierung der Distrikte, gibt den Administratoren ein größeres Budget von der Zentralregierung und stellt sie direkt über die meisten Behörden die auf Gemeindeebene arbeiten.[25] Auch die Administration der Verwaltungsämter sind der Gemeindeverwaltung unterstellt.[12]

Verwaltungsämter[Bearbeiten]

Die 13 Gemeinden teilen sich in insgesamt 65 Verwaltungsämter (Posto Administrativo) auf, ehemals Subdistrikte. Man greift damit die Bezeichnung aus der portugiesischen Kolonialzeit wieder auf. Jeder Administration eines Verwaltungsamtes ist ein Suco als Sitz zugewiesen. Vor der Umstrukturierung im unabhängigen Osttimor waren es 67 Subdistrikte.[6] Geführt werden die Verwaltungsämter von Administratoren, die der Gemeindeverwaltung unterstellt sind.[12]

Das größte Verwaltungsamt ist Lospalos mit 623,93 km², das kleinste Nain Feto mit 5,15 km².[2]

TestEast Timor location map.svg
Über dieses Bild

1Fatumean, 2Fatululic, 3Maucatar, 4Hatu-Builico, 5Letefoho, 6Ermera, 7 Railaco, 8Liquiçá, 9Dom Aleixo, 10Vera Cruz, 11Laulara, 12Nain Feto, 13Cristo Rei, 14Manatuto, 15Barique, 16Uatucarbau


Sucos und Aldeias[Bearbeiten]

Sitzung des Suco-Rats von Caicoli (Dili)

Die Sucos (auch suku) werden oft mit dem Begriff Dorf gleichgesetzt.[6] Während der portugiesischen Kolonialzeit wurden die Sucos Povoaçãos genannt. In Dili entsprechen sie Stadtteilen (bairros). Den Sucos steht je ein Suco-Chef (chefe de suco, xefi suco) und ein Suco-Rat (conselho de suco) vor, die vom Volk gewählt werden. Das für 2015 geplante Gesetz zur Rolle der Sucos soll die Räte offiziell als einen Arm der Regierung anerkennen und dem Chefe de Suco, seinem Stellvertreter und den Räten eine monatliche Aufwendung zugestehen.[25]

Einzelne Ortschaften und Ortsteile größerer Orte haben zusätzlich den Status einer Aldeia (im Englischen oft mit hamlet ‚Weiler‘ gleichgesetzt), in denen ein Aldeia-Chef (chefe de aldeia, xefi aldeia) gewählt wird. Die ersten Wahlen fanden 2004 und 2005 nacheinander in den einzelnen damaligen Distrikten statt, die letzten Wahlen waren am 9. Oktober 2009. Die geographischen Grenzen der Aldeias kann man aber nicht genau festlegen, denn sie sind in Osttimor vielmehr eine soziale Einteilung, die man vielleicht am besten mit einer „Dorfgemeinschaft“ oder „Nachbarschaftsgemeinschaft“ gleichsetzen kann. Während der Volkszählung von 2010 wurden die einzelnen Haushalte gefragt, zu welcher Aldeia sie sich zugehörig fühlen. Eine Kartographierung war aber nicht möglich.[26]

Ab 2003 gab es zunächst 496 Sucos und 2336 Aldeias. Am 14. Juli 2004 kam es zu einer Neuordnung der administrativen Grenzen, woraufhin es nur noch 442 Sucos und 2228 Aldeias gab. Am 15. September 2009 wurden die Aldeias nochmals neu geordnet. Die Zahl der Aldeias sank auf 2225. 38 der Sucos sind als „urban“ klassifiziert. Alleine 18 urbane Sucos liegen in der Gemeinde Dili und bilden die Landeshauptstadt.

Flächenmäßig ist mit 212 km² Laline (Verwaltungsamt Laclubar, Gemeinde Viqueque) der größte Suco Osttimors. Die kleinsten Sucos liegen in Dili mit 0,06 bis 2 km². Die höchste Bevölkerungsdichte haben die urbanen Sucos Dilis mit bis zu 5000 Einwohnern/km².[6] Die größte Bevölkerungszahl der Sucos außerhalb Dilis hat Fuiloro (Verwaltungsamt Lospalos, Gemeinde Lautém) mit 16.803 Einwohnern (2010).[26]

Während der Volkszählung von 2010 zeigte sich erneut, dass viele Grenzziehungen der damaligen Subdistrikten und Sucos, die in der indonesischen Besatzungszeit erfolgten, von lokalen Herrschern und der dortigen Bevölkerung nicht akzeptiert werden, so in den heutigen Gemeinden Baucau, Bobonaro, Dili, Ermera, Liquica, Manatuto und Manufahi.[26]

Die Sucos und Aldeias verteilen sich auf die einzelnen Gemeinden wie folgt:

Atauro JacoSucos Osttimors-2.png
Über dieses Bild

Die Grenzen der Sucos Osttimors. In Rosa, die als urban klassifizierten Sucos


Gemeinde Zahl der Sucos Zahl der Aldeias 2004 Zahl der Aldeias 2009
Aileu 31 139 139
Ainaro 21 131 131
Baucau 59 286 281
Bobonaro 50 193 194
Cova Lima 30 147 148
Dili 31 241 241
Ermera 52 275 277
Lautém 34 151 151
Liquiçá 23 134 134
Manatuto 29 98 99
Manufahi 29 137 137
Oecusse 18 62 63
Viqueque 35 234 234

Weitere Einteilungen Osttimors[Bearbeiten]

Für statistische Zwecke wurden die Gemeinden zu Regionen zusammengefasst. Administrativ haben die Regionen keine Bedeutung.

  • Region I: Baucau, Lautém, Viqueque
  • Region II: Manatuto, Manufahi, Ainaro
  • Region III: Dili, Aileu, Ermera
  • Region IV: Bobonaro, Cova Lima, Liquiçá
  • Sonderregion (Region V): Oecusse
Die kulturellen Regionen Osttimors: Loro Munu (rosa) und Loro Sae (rot).

Historisch-kulturell teilt sich Osttimor in eine West- (Loro Munu) und eine Ostregion (Loro Sae). Vor der Kolonisation durch Portugal und die Niederlande war die Insel Timor in drei lockere Machtbereiche aufgeteilt, die durch ein kompliziertes Bündnissystem miteinander verbunden waren. Den mittleren Teil beherrschte das Reich Wehale mit Laran, dem spirituellen Zentrum der gesamten Insel. Mit der kolonialen Teilung des Einflussgebietes von Wehale wurde dessen östlicher Teil mit dem Ostteil der Insel zur Kolonie Portugiesisch-Timor und später daraus der Staat Osttimor. Diese Spaltung des Landes lässt sich weniger an den einzelnen Sprachgruppen nachvollziehen, hat aber in der Geschichte des Landes immer wieder zu Konflikten geführt, so zuletzt bei den Unruhen in Osttimor 2006. Die Gemeinden werden folgendermaßen den Regionen zugeordnet:

  • Loro Munu: Dili, Aileu, Ainaro, Manufahi, Ermera, Bobonaro, Cova Lima, Liquiçá, Oecusse.
  • Loro Sae: Lautém, Baucau, Viqueque, Manatuto.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Census 2004, abgerufen am 18. Oktober 2014
  2. a b c Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF-Datei; 2,55 MB)
  3. a b c d Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. S. 134–136, Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss, 1994).
  4. History of Timor - Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  5. a b c 150 Anos da criação de distritos em Timor
  6. a b c d e f Gouvernment of Timor-Leste: Administrative Division (englisch)
  7. Schlicher S. 272–273
  8. João Soares: Novo Atlas Escolar Português, 5. aktualisierte Auflage, Lisboa 1954
  9. Cova Lima District Development Plan 2002/2003 (englisch; PDF-Datei; 2,24 MB)
  10. Laura Suzanne Meitzner Yoder: Custom, Codification, Collaboration: Integrating the Legacies of Land and Forest Authorities in Oecusse Enclave, East Timor, S. 89 (Memento vom 7. März 2007 im Internet Archive), Yale University 2005 (PDF-Datei; 1,46 MB)
  11. Kapitel 4 Regime of Occupation (PDF-Datei; 550 kB) der CAVR-Untersuchungskommission von 2006
  12. a b c Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos, abgerufen am 9. November 2015.
  13. Ministério da Administração Estatal: Município de Aileu als Beispiel, abgerufen am 9. November 2015.
  14. Jornal da República: DECRETO LEI No. 5/2015 de 22 de Janeiro – Estatuto da Região Administrativa Especial de Oe-Cusse Ambeno, abgerufen am 9. November 2015.
  15. Verfassung Osttimors (portugiesisch), abgerufen am 29. Mai 2015.
  16. Laura Suzanne Meitzner Yoder: Custom, Codification, Collaboration: Integrating the Legacies of Land and Forest Authorities in Oecusse Enclave, East Timor. S. 25, Dissertation, Yale University, 2005 (PDF-Datei; 1,46 MB (Memento vom 7. März 2007 im Internet Archive)).
  17. Timor-Leste Ministery of Finance: Oé-Cusse: the beginning of a better future for Timor-Leste, abgerufen am 3. Februar 2015.
  18. I Constitutional Government. In: Webseite der Regierung Timor-Lestes. Abgerufen am 18. Juli 2014 (englisch).
  19. Arsénio Bano elected Vice President of FRETILIN. FRETILIN, 30. Juli 2007, abgerufen am 18. Juli 2014 (PDF; 68 kB, englisch).
  20. Direcção Nacional de Estatística: Census 2004, abgerufen am 18. Oktober 2014.
  21. Direcção Geral de Estatística: Population and Housing Census 2015, Preliminary Results, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  22. Ministry of State Administration and Territorial Management: Country Profile – Timor-Leste, Oktober 2008, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  23. Regierungsseite: Council of Ministers Approves Law Proposals on Local Governance
  24. Jornal da Républica: Law No. 11/2009 of 7 October TERRITORIAL ADMINISTRATIVE DIVISION, abgerufen am 25. Oktober 2015.
  25. a b Terry Russell: Decentralisation and rural development in Timor-Leste, 3. April 2015, East Timor Forum, abgerufen am 7. April 2015.
  26. a b c Nationales Amt für Statistik Osttimors DNE: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF-Datei; 9,35 MB)