Panzerjäger

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Jagdpanzer Kanone 90 mm der Bundeswehr (1965)

Als Panzerjäger werden Fahrzeuge und Soldaten bezeichnet, deren Hauptaufgabe die Abwehr und Vernichtung gegnerischer gepanzerter Kampffahrzeuge ist. Die Panzerjägertruppe ist eine Truppengattung von Armeen, die speziell für diese Aufgabe ausgerüstet und ausgebildet ist.

Die Ursprünge der Panzerjäger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stellungskriege und die Unfähigkeit beider Seiten in den ersten Jahren des Ersten Weltkrieges die Front der jeweiligen gegnerischen Seite zu durchbrechen, führte zur Entwicklung von gepanzerten Fahrzeugen, die gedanklich auf der Schaffung von Schlachtschiffen für den Landkrieg basierten. So sollten mit diesen Fahrzeugen Kanonen und Maschinengewehre in die vordersten Kampflinien gebracht werden und die feindlichen Grabensysteme niederkämpfen.

Schon während des Ersten Weltkrieges begann man sich, nach ersten großen Einsätzen dieser Fahrzeuge auf der alliierten Seite (Schlacht von Cambrai) darüber Gedanken zu machen, wie solche Fahrzeuge, die nun als Tanks bezeichnet wurden, aufzuhalten waren. Es wurden Feldkanonen in die vorderen Linien gebracht und Tankgewehre mit großkalibrigen Patronen eingesetzt.

Mit dem Aufkommen von Panzerfahrzeugen für eine bewegliche Gefechtsführung nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges wurden bei der deutschen Reichswehr und später der Wehrmacht erstmals Panzerabwehrtruppen gebildet, auch wenn dies durch den Versailler Vertrag verboten war. Beginnend mit speziellen Kompanien ausgerüstet mit Geschütze innerhalb der Infanterieverbände. Später kamen spezielle Einheiten für die Panzerabwehr (Panzerabwehr Abteilungen) hinzu. Anfangs wurde an Holzattrappen ausgebildet. Nach der Aufrüstung der Wehrmacht ab 1935 wurden die Panzerabwehrabteilungen mit Panzerabwehrkanonen der Baumuster PaK 36, PaK 38, PaK 40, PaK 43 ausgerüstet.

Das zunehmende Gewicht der Panzerabwehrkanone (PAK) stellte für die Soldaten ein Problem dar. Einmal erkannt, konnten die ab 1940 zunehmend den Verbänden zulaufenden schweren Geschütze, kaum noch ohne Zugfahrzeuge die Stellung wechseln und wurden schnell Opfer der feindlichen Artillerie. Auch die zunehmende Geschwindigkeit der kämpfenden Verbände, war für die Panzerabwehr zum Problem geworden, so dass als erstes deutsches Fahrzeug der Panzerjäger I geschaffen wurde. Er war ein Prototyp für die Panzerjäger der ersten Kriegsjahre, die typischerweise ein Geschütz, das auf einem Fahrgestell eines nicht mehr für den Einsatz in der vordersten Front geeigneten Panzer gesetzt wurde.

Neben dieser Entwicklung entstand im Bereich der Artillerietruppen der Wehrmacht, aus einem gut, gepanzerten Fahrzeug mit einem 7,5cm Infanteriegeschütz die „Sturmartillerie“, welche sich im Verlauf des Krieges schließlich zu einem relevanten Truppenteil der Panzerjägertruppe entwickelte. Zudem wurde aus dieser Linie das Konzept des Jagdpanzers entwickelt.

Aufgabe und Ausrüstung im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Panzerabwehr/Panzerjäger Truppen dienten bei den Divisionen der Infanterie und den Panzergrenadieren zur Verhinderungen von feindlichen Durchbrüchen mit Panzern, wurden aber auch in der zweiten Linie zur Feuerverstärkung von Panzerverbänden eingesetzt, nachdem diese sich nach der Gefechtsaufnahme auf die feuerbereite Linie der Panzerabwehrwaffen im verzögernden Gefecht zurückgezogen hatten. Nachdem es insbesondere an der Ostfront zu Frontdurchbrüchen durch die Rote Armee und damit zu größeren Rückzügen kam, nahmen die Verluste bei den gezogenen PAK sprunghaft zu. Zunehmend wurden die Panzerjäger Verbände auf Panzerjäger Fahrzeuge und Jagdpanzer umgerüstet.

Im Zweiten Weltkrieg kamen Jagdpanzer wie der Jagdpanzer IV, der Jagdpanzer „Hetzer“, der Jagdpanzer „Elefant“ und der Jagdpanzer „Jagdtiger“ zum Einsatz. Diese waren günstiger herzustellen als Kampfpanzer, da auf einen drehbaren Turm verzichtet wurde, um in der Kriegswirtschaft Ressourcen zu sparen und größere Geschütze unterzubringen. Die niedrigere Silhouette und abgerundete Kubatur dieser Panzerfahrzeuge brachte einen Vorteil auf dem Gefechtsfeld – das Fahrzeug war leichter zu tarnen und schwerer zu treffen. Als bester Jagdpanzer des Zweiten Weltkrieges wird gemeinhin der „Jagdpanther“ gesehen. Der Jagdpanzer „Hetzer“ befand sich, in der Nachkriegsausführung G13 bis in die 1970er-Jahre im Bestand der Schweizer Armee.

Panzerjäger in der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Panzerjägertruppe war von 1956 bis 2006 eine Truppengattung des Heeres der Bundeswehr. Sie zählte zuletzt zu den gepanzerten Kampftruppen. Hauptaufgabe war die Panzerabwehr und Hauptwaffensystem war zuletzt der Raketenjagdpanzer Jaguar. Der unterste Mannschaftsdienstgrad in der Panzerjägertruppe war der Panzerjäger. 2006 wurde die Panzerjägertruppe außer Dienst gestellt.

Panzerjäger der Schweizer Armee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweizer Armee, die aufgrund ihrer defensiven Ausrichtung nicht über Kampfhubschrauber verfügt, unterhält nach wie vor eine Panzerjägertruppe.

In der Armee 95 waren sowohl die Infanterie wie auch die Mechanisierten und Leichten Truppen (MLT) mit Panzerjägerkompanien ausgerüstet. Die Panzerjäger der Infanterie hatten den Auftrag, gegnerischen Kampfpanzern in dem den eigenen Linien vorgelagerten Raum aufzulauern, sie zu vernichten und sich anschließend zurückzuziehen. Die Panzerjäger der MLT begleiteten eigene Kampfpanzerverbände, um sie im Gefecht gegen feindliche gepanzerte Fahrzeuge zu unterstützen.

In der Armee XXI wurden die Panzerjägerverbände stark reduziert und den mechanisierten Aufklärern angegliedert. Zu ihren Aufgaben gehört nun neu auch die Raumüberwachung.

Die Panzerjäger der Schweizer Armee sind mit dem Panzerjäger 90 Piranha 6x6 auf der Basis eines von Mowag gebauten Radschützenpanzers ausgerüstet, der 1990 die veralteten rückstoßfreien Panzerabwehrkanonen des Typs 10,6 cm rsf Pak 58 ablöste. Der Piranha ist mit einem Gefechtsturm mit zwei Lenkwaffenwerfern des Typs TOW 2 und einer Nebelwurfanlage ausgerüstet.

1996 nahmen 300 Panzerjäger an einer gemeinsamen Übung mit dem österreichischen Bundesheer auf dem Übungsplatz Allentsteig in Österreich teil.

Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Panzerjäger werden auch Flugzeuge bezeichnet, die speziell zur Bekämpfung von Panzern eingesetzt wurden. Als Beispiel sind hier der Kanonenvogel Junkers Ju-87 G2 (deutsch), die Hawker Typhoon (britisch) oder die Il-2 Sturmowik (sowjetisch) für die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu nennen. Auch die A-10 Thunderbolt II ist als modernes Flugzeug speziell zur Panzerjagd vorgesehen.

Hubschrauber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der modernen Kriegsführung werden außerdem Kampfhubschrauber mit Panzerabwehrraketen bzw. Panzerabwehrhubschrauber zur Bekämpfung von Panzern eingesetzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Panzerjäger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien