Paul Bode (Architekt)

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Paul Bode (* 5. April 1903 in Kassel; † 16. Januar 1978 ebenda) war ein deutscher Architekt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlosshotel Kassel (1955)
Staatstheater Kassel (1959)

Paul Bode war zweitältester Sohn von Johanna und Nikolaus Bode. Die Eltern der Brüder Arnold, Paul, Theo (* 1905) und Egon stammten aus dem Eichsfeld und betrieben in Kassel einen Zimmereibetrieb, der sich auf Innenausbau (später auch Herstellung von Stühlen, speziell auch die von den Bode-Söhnen entworfenen) spezialisiert hatte. Arnold Bode (1900–1977), sein älterer Bruder war der spätere documenta-Begründer.

Paul Bode studierte Architektur und betrieb viele Jahre ein Architekturbüro in Kassel (unter anderem) zusammen mit seinem jüngeren Bruder Theo und dem Architekten Ernst Brundig.

Paul Bode gilt als bedeutender Architekt der Nachkriegszeit für Versammlungsstätten, Kinos und Lichtspielhäuser, Cafés, Restaurants, Wohnungsbau, aber auch Parkhäuser und andere Funktionsgebäude. Er verfasste 1957 ein Standardwerk zum Bau von Kinos und Filmtheatern. Seine Filmpaläste (vornehmlich für die Filmtheaterbetriebe Georg Reiss) in Kassel, Mannheim, Nürnberg, Hannover und anderen Städten hatten Vorbildcharakter für den Bau der Kinos dieser Zeit. Bode bezweckte Aufhebung einer Trennung von Zuschauerraum und Bühne, dies wurde durch räumliche und Lichteffekte erreicht. Die Zeitschrift Der Spiegel beschrieb seine Kinos als Gegensatz zum Trend, billige Kinos zu bauen.[1] Viele seiner Gebäude prägten den Wiederaufbau seiner Heimatstadt Kassel entscheidend mit.

Paul Bode entwarf auch Möbel, zum Beispiel die berühmtem „Federholzstühle“ (zusammen mit Arnold Bode), die – mit internationalen Gestaltungspreisen ausgezeichnet – von 1950 bis 1975 produziert wurden.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1948: Bahnhofsgaststätte Henkel in Kassel (Ausstattung zusammen mit Arnold Bode)
  • 1950: Konditorei und Café Moeller in Kassel
  • 1951: Kino „Alhambra“ in Mannheim
  • 1949–1952: Kino „Capitol“ in Kassel, Wilhelmsstraße
  • 1952: Kino „Kaskade“ am Königsplatz in Kassel (später noch das Kino „Cinema“ in Kassel)
  • 1952: Kino „Atlantik-Palast“ in Nürnberg
  • 1952: „Belgier-Siedlung“ mit 76 Reihenhäusern in Kassel (zusammen mit Theo Bode)
  • 1953: Hotel Hessenland (heute: „Grand City Hotel Hessenland Kassel Zentrum“) (zusammen mit Arnold Bode)
  • 1953: Autobahnrasthaus mit Hotel bei Kassel
  • 1953: elfgeschossiges Wohnhochhaus an der Sophienstraße in Kassel (ursprünglich mit einem Café im Dachgeschoss, Kassels erstes Hochhaus)
  • 1953: Häuser an der Schlagd (unter anderem mit Theo Bode)
  • 1953: Wohnhäuser Nebelthaustraße / Westerburgstraße in Kassel (zusammen mit Ernst Brundig)
  • 1954: Wohnhaus „Im Rosental“ (für Egon Bode) in Kassel
  • 1954: Kino „Europa“ in Duisburg
  • 1954–1955: Hotel Reiss am Kasseler Hauptbahnhof
  • 1955: „Centrum-Garagen“ (Parkhaus Neue Fahrt) in Kassel (zusammen mit Ernst Brundig)
  • 1955: Schlosshotel Wilhelmshöhe im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel
  • 1955–1956: Hotel Euler-Haus in Wetzlar
  • 1959: Staatstheater Kassel am Friedrichplatz (zusammen mit Ernst Brundig)

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (unter Mitarbeit von Ernst Brundig und Kurt Milte): Kinos. Filmtheater und Filmvorführräume. Grundlagen, Vorschriften, Beispiele, Werkzeichnungen. München 1957.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karin Schrader, Carsten Thiemann, Ralf Zumpfe: Architekturführer Kassel 1900–1999. Kassel 1997, ISBN 3-87816-087-9.
  • Marianne Heinz: Arnold Bode (1900–1977). Leben und Werk. Wolfratshausen 2000, ISBN 3-932353-48-X.
  • Arnold Bode: Autobiographische Notizen. (Sonderdruck zum Tode Bodes) Kassel 1977.
  • Alexander Koch (Hrsg.): Hotels, Restaurants, Café- und Barräume. Stuttgart 1959.
  • Martin Mittag (Hrsg.): Kleine Eigenheime. Planen und Einrichten. Gütersloh 1957.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Paul Bode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Billig und dunkel. In: Der Spiegel, Ausgabe 15/1953 (vom 8. April 1953)