Paul de Barras

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Paul Barras

Paul-François-Jean-Nicolas, Vicomte de Barras (* 30. Juni 1755 in Fox-Amphoux; † 29. Januar 1829 in Chaillot) war ein französischer Politiker und Mitglied des Direktoriums.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Barras, Spross einer der ältesten Adelsfamilien der Provence, schloss sich während der französischen Revolution als Mitglied des Nationalkonvents 1792 der Bergpartei an und stimmte für die Hinrichtung Ludwigs XVI. Er beteiligte sich 1794 maßgeblich am Sturz Robespierres vom 9. Thermidor. Er wurde später Präsident des Nationalkonvents.

1795 stand der als korrupter Lebemann bekannte Barras als einer der ersten fünf Direktoren an der Spitze des Staates. Nach dem Staatsstreich des 18. Fructidor V (4. September 1797) übernahm das Triumvirat aus Barras, Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux und Jean-François Reubell die Macht im Direktorium.

Joséphine de Beauharnais, die spätere Frau von Napoléon Bonaparte, war seine Geliebte. Barras förderte den jungen General, der für ihn in Paris einen royalistischen Aufstand gegen das Direktorium niedergeschlagen hatte, indem er ihn mit der Führung der Italienarmee beauftragte und später die Ägyptische Expedition unterstützte.

Napoléon Bonapartes Staatsstreich des 18. Brumaire VIII (1799) zwang Barras jedoch zum Rücktritt. Barras hatte sowohl General Napoléon Bonapartes als auch Joseph Fouchés Aufstieg begünstigt, was die beiden nicht daran hinderte, ihn abzusetzen und in die Verbannung zu schicken. Erst nach Napoléons Abdankung kehrte Barras wieder zurück, obwohl er auch als Königsmörder (Régicide) stigmatisiert war.

Am Ende seines Lebens verfasste Barras in Chaillot seine Memoiren, in denen er seiner Verbitterung über Fouché und Bonaparte Ausdruck verlieh. Paul Barras wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beerdigt.

Werke[Bearbeiten]

  • Mémoires de Barras, membre du Directoire. Publié avec une introduction générale, des Préfaces et des Appendices par Georges Duruy, 4 Bände; Paris: Hachette, 1895–1896

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacques Vivent: Barras. Le „Roi“ de la République, 1755–1829. Hachette, Paris 1938.
  • Arnold Steiniger: Ein Lebemann als Staatsmann. Der Vicomte de Barras. Lizenzausgabe. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin u. a. 1953.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Paul Barras – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien