Pecica

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Pecica
Petschka
Pécska
Pečka/Печка
Wappen von Pecica
Pecica (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Kreischgebiet
Kreis: Arad
Koordinaten: 46° 10′ N, 21° 4′ OKoordinaten: 46° 9′ 54″ N, 21° 4′ 4″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 103 m
Fläche: 237,17 km²
Einwohner: 12.762 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 317235
Telefonvorwahl: (+40) 02 57
Kfz-Kennzeichen: AR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 3 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Turnu, Sederhat, Bodrogul Vechi
Bürgermeister: Petru Antal (PNL)
Postanschrift: Str. 2, nr. 150
loc. Pecica, jud. Arad, RO–317235
Website:

Pecica (deutsch Petschka, ungarisch [Magyar-]Pécska, kroatisch Pečka, serbisch-kyrillisch Печка) ist eine Stadt im Kreis Arad in Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Pecica im Kreis Arad

Pecica liegt im Westen Rumäniens, im Osten der Großen Ungarischen Tiefebene, rechts des Flusses Mureș (Mieresch). Die Kreishauptstadt Arad befindet sich etwa 20 km östlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region der Stadt ist seit der Bronzezeit besiedelt. Einige Historiker sehen Pecica als den Standort der von Claudius Ptolemäus beschriebenen dakischen Festung Ziridava. Der heutige Ort wurde erstmals 1335 unter dem Namen Petk erwähnt.[2] Er gehörte damals zum Königreich Ungarn und war lange im Besitz ungarischer Adliger. Im 16. und 17. Jahrhundert war Pecica – wie der gesamte Banat – Teil des Osmanischen Reiches. Danach kam er zur habsburgischen Doppelmonarchie. 1735 ging von Pecica ein Bauernaufstand aus, der von Pero (Petru) Seghedinatz, einem Bewohner des Dorfes, angeführt wurde.[2] Vom 18. Jahrhundert an war die Ortschaft in zwei Teile gegliedert; der westliche war vorwiegend von Ungarn, der östliche von Rumänen besiedelt. Von 1846 bis 1900 hatte der rumänische Teil Pecicas den Status einer Stadt. Erst 1960 wurden beide Teile administrativ vereint.[3] Um zu vermeiden, dass die Straßenschilder gleichzeitig rumänisch und ungarisch beschriftetet werden, einigte man sich 2002, dass die 120 Straßen keine Namen sondern mit arabischen Ziffern gekennzeichnet werden. 2004 wurden die beiden Stadtteile Pecicas gemeinsam zur Stadt erklärt.[4]

Im eingemeindeten Ort Turnu wurde 1997 ein Grenzübergang nach Ungarn eröffnet.

Die Landwirtschaft und die Lebensmittelverarbeitung sind der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt. Daneben spielen die Erdöl- und Erdgasförderung eine Rolle.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1579 wurden in Pecica 353 Familien registriert.[3] 1880 wohnten auf dem Gebiet der heutigen Stadt 17.673 Personen, davon 9894 Ungarn, 6149 Rumänen, 585 Serben, 429 Slowaken und 268 Deutsche. Bereits 1910 erreichte die Bevölkerungszahl mit 20.562 ihren Höhepunkt und ist seitdem tendenziell rückläufig. Bei der Volkszählung 2002 wurden in Pecica 13.024 Einwohner registriert, darunter 7431 Rumänen, 4242 Ungarn, 1092 Roma, 78 Serben, 73 Slowaken, 48 Ukrainer und 39 Deutsche. 11.452 Personen lebten in Pecica im engeren Sinne, die übrigen in den drei eingemeindeten Orten.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pecica besitzt einen Bahnhof an der Strecke von Arad nach Nădlac. Diese Verbindung wird momentan (2008) ausschließlich vom privaten Betreiber Regiotrans bedient. Es verkehren derzeit acht Zugpaare täglich. Von Bedeutung ist außerdem der Busverkehr (regelmäßige Verbindungen nach Arad und Peregu Mare). Durch die Stadt verläuft die Europastraße 68.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pero (Petru) Seghedinat (?–1735), serbischer Hauptmann, Anführer eines Bauernaufstandes im Banat.[7]
  • Zsigmond Ormós (1813–1894), ungarischer Jurist, Journalist, Politiker und Kunsthistoriker[8]
  • Roman Ciorogariu (1852–1936), orthodoxer Bischof von Oradea[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pecica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. a b Website der Stadt, abgerufen am 26. Dezember 2008
  3. a b Pecica auf qsl.net, abgerufen am 26. Dezember 2008
  4. Iancu Bogdan: Eine Stadt in Rumänien die keine Namen hat, am 8. März 2016 bei adevarul.ro abgerufen am 9. März 2016 (rumänisch)
  5. Volkszählung 2002, abgerufen am 26. Dezember 2008 (PDF; 784 kB)
  6. Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)
  7. Pero Seghedinat bei dexonline.ro
  8. Angaben zu Zsigmond Ormós bei adevarul.ro
  9. Angaben zu Roman Ciorogariu bei bisericaculunaoradea.ro