Arbeitskapazität (Betriebswirtschaftslehre)

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Arbeitskapazität (oder Personalkapazität) ist in der Betriebswirtschaftslehre die maximal mögliche Arbeitsleistung des Produktionsfaktors Arbeit in einem bestimmten Zeitraum.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie so viele betriebswirtschaftliche Begriffe stammt auch er aus der Landwirtschaft, wo insbesondere bei der Ernte als personelle und zeitliche Engpass-Situation erkennbar sein muss, wie viele Personen für die Einbringung der Ernte zur Verfügung stehen. Dabei hat sich die Erkenntnis ergeben, dass bei minimalem Einkommen die Arbeitskapazität gering ist, weil die – mit dem Arbeitseinkommen – käuflich erworbenen Lebensmittel lediglich zur Aufrechterhaltung der körperlichen Grundfunktionen dienen und deshalb die Arbeitsleistung von einem geschwächten Körper erbracht werden muss. Weitere Einkommensverbesserungen erhöhen umgekehrt die Arbeitskapazität.[1] Auch zu geringe Freizeitphasen - bei übermäßiger Arbeitszeit - können einen Einflussfaktor der Arbeitskapazität darstellen. Deshalb war zu fragen, welche Einflussfaktoren insgesamt auf die Arbeitskapazität einwirken.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein wird zwischen qualitativer und quantitativer Arbeits- oder Personalkapazität unterschieden. Die quantitative Arbeitskapazität betrifft die Anzahl der beschäftigten und einsatzfähigen Mitarbeiter, gemessen in Mitarbeiterstunden.[2] Die qualitative Komponente der Arbeitskapazität besteht aus dem Ausbildungsstand und den betrieblichen Erfahrungen der Mitarbeiter.

Messung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Faktoren der Arbeitskapazität sind die vorhandenen, voll einsatzfähigen Arbeitskräfte und die Arbeitszeit. Das maximal mögliche Arbeitsvolumen (Arbeitsleistung) ergibt sich aus der Gleichung

Wird mithin die Arbeitszeit verkürzt, verringert sich die Arbeitskapazität und umgekehrt. Arbeitskapazität ist mithin die Summe der Arbeitskraftstunden pro Jahr, verringert um die gesetzlichen/tarifvertraglichen Pausen- und Urlaubsregelungen sowie Fehlzeiten. Wird die Anzahl der Arbeitskräfte verändert, wirkt sich dies ebenfalls auf die Arbeitskapazität aus. Arbeitskräfte unterliegen subjektiven und objektiven Arbeitsbedingungen. Zu den subjektiven gehören die körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Fertigkeiten, der Ausbildungsstand, die persönliche Leistungsbereitschaft, die Erfahrung und die Arbeitsmotivation. Objektive sind die Arbeitsbedingungen, die Arbeitstechnik, der Arbeitsplatz und die Pausenregelungen. Auch diese Arbeitsbedingungen wirken sich auf die Arbeitskapazität aus. Steht etwa den Arbeitskräften nur schlechte, nicht sicher funktionierende Arbeitstechnik zur Verfügung, wird das Arbeitsvolumen geringer sein als bei funktionssicherer Technik und umgekehrt.

Der Bedarf an Arbeitsplätzen (Stellenbedarf) ergibt sich, wenn man das Arbeitsvolumen der Arbeitskapazität gegenüberstellt.[3]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeits- oder Personalkapazität ist neben der technischen Maschinenkapazität eine der zentralen Stellgrößen im Betrieb.[4] Sie liefert Entscheidungsgrundlagen für den Personaleinsatz in anderen Bereichen (Springer), Flexibilisierung durch bessere Qualifizierung der Mitarbeiter, temporärer Einsatz von Überstunden, Veränderung der Schichtmodelle, Zeitarbeit u. a.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anton Brandenberger, Ausbruch aus der „Malthusianischen Falle“, 2004, S. 68
  2. Jörg Rösner, Service, 1998, S. 41 f.
  3. Andrea Gourmelon/Michael Mroß/Sabine Seidel, Management im öffentlichen Sektor, 2011, S. 129
  4. Wolfgang Schweizer, Wertstrom Engineering: Typen- und variantenreiche Produktion, 2013, S. 53 f.