Arbeitspause

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Arbeitspausen sind im Arbeitsvertrag festgelegte Zeiten der Arbeitsunterbrechung zur kurzfristigen Erholung und für Mahlzeiten. In dieser Zeit müssen Arbeitnehmer weder Arbeitsleistung erbringen noch sich dafür bereithalten. Sie können auch – in den meisten Industrieländern – frei entscheiden, wo und wie sie diese Zeit verbringen.[1]

Arbeitspausen sind Arbeitsunterbrechungen und werden unterschieden nach unbezahlten Ruhepausen und bezahlten Erholungszeiten. Ruhezeiten sind dagegen die Zeiten zwischen zwei Arbeitstagen.

Pausenzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ausmaß der Arbeitspause ist in Deutschland und Österreich wie folgt mit einer Mindestanforderung vorgeschrieben im Verhältnis zur höchstbegrenzten Arbeitszeit (siehe in Deutschland Arbeitszeitgesetz):

  • 0–6 Stunden: keine Pause
  • 6–9 Stunden: mindestens 30 Minuten Pause
  • 9–10 Stunden: mindestens 45 Minuten Pause

Abweichungen von dieser Regel gelten, z. B. für Auszubildende und andere Jugendliche, Schwangere oder Behinderte. Auch können spezielle Branchenregelungen vorliegen. Zusätzliche Kurzpausen von mindestens 5 Minuten sind bei Arbeit mit starker Beanspruchung einzurichten – z. B. bei Schicht-, Fließband- und Nachtarbeit, bei schwerer körperlicher Beanspruchung oder bei verspannungs­fördernden Tätigkeiten wie längerer Bildschirmarbeit. Diese Kurzpausen sollen nicht zu einer größeren Pause zusammengezogen werden, um die Gefahr von Arbeitsunfällen niedrig zu halten.

Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeitspause dient der Erholung – insbesondere nach längerer Arbeitszeit – und zur Einnahme von Mahlzeiten. Bei der Organisation und der Einrichtung von Pausenräumen hat der Betriebsrat ein Recht der Mitgestaltung.

In einer klassischen Arbeitsorganisation waren die unbezahlten Arbeitspausen im Voraus festgelegt. Das hat sich mit der Flexibilisierung der Arbeitszeiten geändert. Vielfach wird lediglich eine Zeitspanne angegeben, in der beispielsweise die Kantine geöffnet ist.

Erholungszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arbeitsbedingte bezahlte Erholungszeiten werden besonders vorgeschrieben, wo die Art der Arbeit die menschlichen Leistungsvoraussetzungen sehr schnell beeinträchtigt und damit die Qualität der Arbeit nicht mehr gewährleistet werden kann. Eine Leistungssteigerung und geringere psychische Beanspruchung kann durch häufigere Kurzpausen (im Vergleich zu wenigeren, aber längeren Pausen) erreicht werden. Typisches Beispiel ist die Kontrolle von Teilen auf geringste Fehler mittels Mikroskop.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Arbeitspause – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesarbeitsgericht (BAG), Urteil vom 23. September 1992, AP Nr. 6 zu § 3 AZO
  2. R. Rau: Zur Wechselwirkung von Arbeit, Beanspruchung und Erholung. In: E. Bamberg, A. Ducki, A. M. Metz (Hrsg.): Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement in der Arbeitswelt. Ein Handbuch. Hogrefe, Göttingen 2011, S. 83–106.