Pestivirus

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Pestivirus
Systematik
Reich: Viren
Ordnung: nicht klassifiziert
Familie: Flaviviridae
Gattung: Pestivirus
Taxonomische Merkmale
Genom: (+)ssRNA linear
Baltimore: Gruppe 4
Symmetrie: unbekannt / keine
Hülle: vorhanden
Wissenschaftlicher Name
Pestivirus (engl.)
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Die Gattung Pestivirus umfasst behüllte Viren mit einem positivsträngigen RNA-Einzelstrang als Genom, die bei Schweinen, Rindern, Schafen und möglicherweise weiteren Paarhufern Infektionskrankheiten verursachen. Die Gattung ist nach dem Virus benannt, das die Klassische Schweinepest hervorruft. Pestiviren kommen in zwei verschiedenen Biotypen vor, die nach ihrer Fähigkeit in Zellkulturen einen cytopathischen Effekt auszulösen in cp- (cytopathogen) und ncp-Stämme (nicht-cytopathogen) unterschieden werden.

Morphologie und Genom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Virionen der Pestiviren haben einen Durchmesser von etwa 40 bis 60 nm und sind in der elektronenmikroskopischen Darstellung von sphärischer, unregelmäßiger Gestalt. Eine Symmetrie des Kapsids konnte bislang nicht gezeigt werden, sehr wahrscheinlich liegt das Coreprotein in Assoziation zur genomischen RNA, aber in ungeordneter Weise im Virion vor. In der Virushülle befinden sich im Gegensatz zu allen anderen Gattungen der Familie Flaviviridae drei (E1, E2, M) statt zwei Hüllproteine. Auf der Oberfläche der Hülle sind ringförmige, 10 bis 12 nm große Strukturen erkennbar.

Die positivsträngige RNA ist etwa 12.300 Nukleotide lang und umfasst nur einen Offenen Leserahmen, der für ein Polyprotein codiert. Für die Gattung typisch sind zwei Genprodukte, von dem das eine (Npro) eine autokatalytische Aktivität bei der Spaltung des Polyproteins besitzt, das zweite (Erns) eine RNase-Aktivität zeigt. Am 5'-Ende der RNA besitzen Pestiviren eine IRES und daher keine 5'-Cap-Struktur.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gattung Pestivirus
vorläufige Spezies innerhalb der Gattung Pestivirus:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H.-J. Thiel, M. S. Collett et al.: Genus Pestivirus. In: C. M. Fauquet, M. A. Mayo et al.: Eighth Report of the International Committee on Taxonomy of Viruses. London, San Diego, 2005 S. 988ff ISBN 0-12-249951-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]