Pete Burns

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Pete Burns, 2008

Peter Jozzeppi „Pete“ Burns (* 5. August 1959 in Bebington, Cheshire; † 23. Oktober 2016 in London[1]) war ein britischer Popsänger, Songschreiber und eine Fernsehpersönlichkeit. In den 1980er-Jahren wurde er als Sänger der New-Wave-Band Dead or Alive bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pete Burns, der frühzeitig von der Schule entlassen wurde, knüpfte erste musikalische Kontakte durch eine Anstellung in einem alternativen Schallplattenladen, der zu dieser Zeit ein Treffpunkt junger Musiker war. Der extravagante und androgyn gekleidete Burns wurde kurzzeitig Sänger der Musikgruppe Mystery Girls. Später gründete er die Dark-Wave-Formation Nightmares in Wax, die sich später in Dead or Alive umbenennen sollte. Mit veränderndem Image und neuem Sound, weg von Gothic und Post-Punk hin zu diskothekentauglicher Popmusik, gelang der Band Mitte der 1980er-Jahre der Durchbruch in den internationalen Hitparaden.

Nachdem der nur kurzzeitige kommerzielle Erfolg von Dead or Alive nachgelassen hatte, widmete sich Burns Anfang der 1990er-Jahre seiner Solokarriere, die jedoch kaum nennenswerte Aufnahmen hervorbrachte. Unter dem Pseudonym International Chrysis veröffentlichte er 1994 das David-Bowie-Cover Rebel Rebel, das Platz 76 der britischen Popcharts erreichte. Das Lied wurde später auf dem Dead-or-Alive-Album Nukleopatra (1995) wiederveröffentlicht. Zehn Jahre später gelang ihm mit dem von den Pet Shop Boys produzierten Lied Jack and Jill Party ein Wiedereinstieg in die Top 100 der britischen Charts.

In den 1990er-Jahren ließ Burns einige kosmetische Operationen vornehmen, die sein Äußeres deutlich veränderten. Dies brachte ihm Beachtung in den Medien, jedoch auch Spott und Boshaftigkeiten ein.[2]. Er kleidete und gab sich auch weiblich. Burns beschrieb später seine Operationen als misslungen, vermarktete sich jedoch erfolgreich als Freak oder Trash-Star.[3]

Burns' Teilnahme an der britischen Version der Reality-Show Promi Big Brother bescherte ihm 2006 ein Comeback, in dessen Folge er in Großbritannien in zahlreichen Fernsehshows und Prominenten-Specials diverser TV-Formate auftrat. Im gleichen Jahr erschienen seine Autobiografie Freak Unique und die Fernsehdokumentation Pete Burns Unspun. Im Oktober 2007 bekam Burns unter dem Titel Pete’s PA (dt. Petes Persönlicher Assistent) auf dem Sender Sky Living seine eigene Reality-TV-Sendung. Die zehn Folgen der Sendung liefen bis Dezember 2007.

2009 verklagte er seinen Schönheitschirurgen wegen einer misslungenen Lippen-Vergrößerung. Burns musste sich mehrfach Operationen unterziehen, um den Eingriff zu korrigieren. Ihm wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von 450.000 £ zugesprochen. 2015 erklärte sich Burns bankrott, nachdem er die Miete für seine Wohnung nicht mehr hatte bezahlen können.[4]

Pete Burns starb am 23. Oktober 2016 im Alter von 57 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.[5]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[6]
Jack and Jill Party
  UK 75 19.06.2004 (2 Wo.)

Album

  • 1992: Love, Pete (MC mit akustischen Pianoballaden; kein Label)

Singles

  • 1994: Sex Drive (mit Glam)
  • 2004: Jack and Jill Party
  • 2010: Never Marry an Icon

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehauftritte

  • 1985: Top of the Pops
  • 1987: Razzamatazz
  • 2000: VH-1 Where Are They Now?
  • 2003: V Graham Norton
  • 2006: Pete Burns Unspun
  • 2006: Celebrity Big Brother
  • 2006: Cosmetic Surgery Nightmares
  • 2007: Wife Swap
  • 2007: Pete’s PA
  • 2007: The Podge and Rodge Show
  • 2009: The Alan Titchmarsh Show
  • 2009: The Noughties… Was That It?
  • 2010: VH1 News Presents: Plastic Surgery Obsession
  • 2011: Come Dine with Me
  • 2011–2016: Big Brother’s Bit on the Side
  • 2013: Celebrity Wedding Planner
  • 2013: The Body Shocking Show
  • 2015: The Nation’s Favourite 80s Number One
  • 2016: Trailblazers Of Pop
  • 2016: Celebrity Botched Up Bodies
  • 2016: Pete Burns the last interview

Dokumentation/Video

  • 1988: Dead or Alive: Rip It Up Live

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinsam mit Ian Cranna: Pete Burns – Freak Unique: My Autobiography. John Blake, London, 2006, ISBN 978-1-84454-298-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrew Griffin: Pete Burns dead: Singer and Celebrity Big Brother star dies at 57. In: The Independent, 24. Oktober 2016, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).
  2. Pete Burns: Abschreckendes Beispiel für OP-Wahn. PromiFlash, 23. September 2010, abgerufen am 24. Oktober 2016.
    Au weia, was ist aus Pete Burns geworden? vip.de, 21. Februar 2011, abgerufen am 24. Oktober 2016.
  3. Jody Thompson: Pete Burns: ‘My face might fall off but I’ll keep having plastic surgery’. Daily Mail, 4. Februar 2011, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).
    Sylvia Patterson: ‘I don’t really do reality’. The Guardian, 19. April 2003, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).
    The King Of Queer Pop – Pete Burns. poptrashaddicts.blogspot.de, 7. April 2007, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).
    Fay Strang: Pete Burns’ appearance shocks viewers as he makes rare TV appearance. Mirror Online, 6. Februar 2016, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).
  4. Fay Strang: Pete Burns declared bankrupt after spending hundreds of thousands on surgery. Mirror Online, 21. April 2015, abgerufen am 24. Oktober 2016 (englisch).
  5. Cathrine Schermann: Pete Burns (†57) ist tot! Bunte, 24. Oktober 2016, abgerufen am 25. Oktober 2016.
  6. Chartdaten UK