Peter Chatel

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Peter Chatel (* 7. Dezember 1943 in Bad Segeberg; † 25. August 1986 in Hamburg; eigentlich: Peter Schlätel) war ein deutscher Schauspieler.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut eigener Angabe kannte er schon als Kind nur ein Berufsziel: Schauspieler. „Ich bin schon als Schüler über 200 mal im Jahr ins Theater gegangen und durfte später auch bei Proben von Gustaf Gründgens dabei sein, bei dem ich später als Regie-Assistent arbeiten wollte.“

Entdeckt wurde Chatel allerdings nicht am Theater, sondern beim Fernsehen. Mit 25 spielte er in einer Folge der Krimiserie Der Kommissar überzeugend einen Junkie und erhielt danach zahlreiche TV-Angebote.

Anstatt eine Fernsehkarriere einzuschlagen, zog es ihn jedoch nach Italien, wo er mit namhaften Regisseuren arbeitete. Für seine Rolle in Giorgio Albertazzis Film Gradiva (nach dem Relief Gradiva) wurde Chatel 1970 beim Filmfestival Locarno mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet. Weiterhin spielte er unter der Regie des Kultregisseurs Radley Metzger in dem erotischen Drama Camille 2000 und unter Joseph Losey in Die Ermordung Trotzkis.

Wegen des Besitzes von 40 Gramm Marihuana wurde Chatel in Italien zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; auf Vermittlung der deutschen Botschaft und nach Begnadigungsgesuchen, die u.a. Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann und Peter von Zahn sowie Luchino Visconti unterzeichnet hatten, wurde er später nicht inhaftiert, aber ausgewiesen.[1] Zurück in Deutschland, begann eine überaus fruchtbare Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder, zu dessen Ensemble am Frankfurter Theater am Turm (TAT) Chatel gehörte und mit dem er insgesamt sieben Filme drehte. Daneben begann Chatel, selbst Theaterstücke zu schreiben und zu inszenieren – mit großem Erfolg bei Kritik und Publikum sowohl in Deutschland als auch in Frankreich, wo er seither lebte.

Er starb im Alter von 42 Jahren an AIDS.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf in La Repubblica