Peter Keetman

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Peter Keetman (* 27. April 1916 in Elberfeld, heute Stadtteil von Wuppertal; † 8. März 2005 in Marquartstein, Bayern) war ein deutscher Fotograf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Keetman wurde 1916 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Elberfeld geboren. Sein Vater Alfred Keetman, verheiratet mit Käthe Simons, war Konsul und Bankdirektor des Bankhauses J. Wichelhaus P. Sohn.[1] Das 1981 abgetragene Haus Keetman war sein Geburts- und Elternhaus.

Er besuchte die Bayrische Staatslehranstalt für Lichtbildwesen (zuletzt: Staatliche Fachakademie für Fotodesign München) von 1935 bis 1937. Anschließend assistierte er für ein Jahr bei der Industrie- und Porträtfotografin Gertrud Hesse in Duisburg und im Atelier des Industriefotografen Carl-Heinz Schmeck in Aachen.

1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen, diente als Soldat bei den Eisenbahnpionieren und kehrte schwer verletzt 1944 aus dem Krieg zurück. Nach einigen Assistenz- und Gesellenjahren legte er 1948 in München seine Meisterprüfung ab. Keetman war 1949 Gründungsmitglied der fotoform-Gruppe und bestimmte als freiberuflicher Werbefotograf in den 1950er Jahren die Richtung maßgeblich mit, die die Neue Fotografie einschlug.

Eines seiner bekanntesten Werke ist eine Serie über Volkswagen, wo er im Werk am Mittellandkanal ohne Auftrag höchst interessante und damals revolutionäre grafische Sichten auf die Fließbandtechnik, Stapel von Metallteilen und technische Details beim Bau des Käfers ins Bild setzte. Sein Markenzeichen waren sehr detailgenaue, introvertierte Fotos, die oft nahe an der Grafik sind und eine gewisse Strenge der Emotion aufweisen.

Peter Keetman lebte mit seiner Frau Esa in Marquartstein im Chiemgau (Oberbayern).

Mitte 2016 widmete das Museum Folkwang zusammen mit der Stiftung F. C. Gundlach dem Fotografen anlässlich seines 100. Geburtstags unter dem Titel Gestaltete Welt. Ein fotografisches Lebenswerk (3. Juni bis 31. Juli) eine umfassende Retrospektive. Ab November 2016 ist diese Ausstellung für drei Monate im Haus der Photographie in Hamburg zu Gast. [2]

Arbeiten Keetmans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1948 ist Keetman mit Bildern und Portfolios in allen maßgeblichen deutschen Fotozeitschriften vertreten, später auch in einigen internationalen. Dazu kommen aufgrund der bevorzugten Themen viele Veröffentlichungen und Illustrationen in Periodika, die sich mit Architektur, Industriefotografie, Design oder Graphik beschäftigen.

Periodika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den von Otto Steinert herausgegebenen 3 Bänden über Subjektive Fotografie haben Keetmans Werke einen festen und stilbildenden Platz. Dasselbe gilt für die Jahrbücher Das Deutsche Lichtbild (Herausgeber Wolf Strache), wo Keetman zwischen 1955 und 1979 regelmäßig publiziert wird. Aufgrund seiner Beteiligung sind auch die Ausstellungskataloge der Gesellschaft Deutscher Lichtbildner (GDL) seit 1957 eine zuverlässige Fundstelle für seine Bilder.

Ausstellungskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Keetman ist, oft zusammen mit anderen Mitgliedern der Gruppe fotoform, ab 1950 in den meisten Katalogen der Photokina-Ausstellung (Köln) aufgeführt. Weitere Kataloge von wichtigen Ausstellungen mit maßgeblicher Beteiligung sind:

  • „Fotoform“, Galerie Kicken, Köln 1980
  • „Auftragsfotografie der 50er Jahre“, CCD-Galerie, Düsseldorf 1984
  • „Subjektive Fotografie – Bilder der 50er Jahre“, San Francisco, Essen 1984
  • „Peter Keetman: Volkswagenwerk 1953“, hrsg. von Gijs van Tuyl, Holger Broeker (Katalog der Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg vom 8. November 2003 bis 22. Februar 2004), Wolfsburg 2003 (mit Werkverzeichnis, Biografie und ausführlicher Bibliografie).

Bücher (Beteiligung)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Busch (Hrsg.): Das deutsche Alpenland. Frankfurt (Main) 1951
  • Norbert Lieb: Augsburg. Thorbecke, Lindau 1953
    Fotos von Peter Keetman und Toni Schneiders
  • Erhard Göpel, Peter Keetman: München. Lebenskreise einer Stadt. Thorbecke, Lindau 1955
  • Siegfried Bröse: Freiburg im Breisgau. Thorbecke, Lindau 1956
    Fotos von Peter Keetman und Toni Schneiders
  • Dorothee Kiesselbach: Bayerisches Seenland. Natur und Kunst vor Münchens Toren. Thorbecke, Lindau 1957
  • Franz Fuhrmann, Peter Peternell: Salzburg, Berchtesgaden, Bad Reichenhall. Land um den Untersberg. Thorbecke, Lindau 1959
  • Hans Smithals: Die deutsche Alpenstraße. Vom Königssee zum Bodensee. Lindau 1960

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Woche im Volkswagenwerk. Fotografien aus dem April 1953, Berlin 1985, ISBN 3-88940-605-X
  • F. C. Gundlach: fotoform / Peter Keetman, Berlin 1988, ISBN 3-88940-017-5
  • Angelika Bredemeyer: Der Photograph Peter Keetman, Bonn 1992
    Kunsthistorische Abschlussarbeit
  • David Perkins: The Intelligent Eye. Learning to Think by Looking at Art, Los Angeles 1994, Kapitel 8, S. 70 - 73 (zu Keetmans Arbeit Öltropfen). ISBN 978-0-89236-274-5
  • Rolf Sachsse: Peter Keetman. Bewegung und Struktur, Amsterdam 1996, ISBN 90-802694-4-1
  • Dirk Schlinkert, „Lichtspuren auf Metall. Der Fotograf in der Fabrik“, in: Peter Keetman, Volkswagenwerk 1953, Wolfsburg 2003, S. 156–159.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogischen Forschungen
  2. Ausstellung im Haus der Photografie, Deichtorhallen, (Hamburg)