Peter Michael Lingens

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Peter Michael Lingens (2009)

Peter Michael Lingens (* 8. August 1939 in Wien) ist ein österreichischer Journalist. Er ist der Sohn von Ella und Kurt Lingens, zwei Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Matura und dem Bundesheer arbeitete Lingens als Redakteur bei der Arbeiter-Zeitung. Nach einem Zwischenspiel in einem Institut für Markt- und Motivforschung in München wurde er Gerichtsaalberichterstatter des Kurier. Von Oscar Bronner 1970 als Chefredakteur und Mitbegründer zum im selben Jahr gegründeten profil bestellt wurde er Herausgeber des „profil“ bis 1987. Drei Jahre später übernahm er die Herausgeberschaft und Chefredaktion der österreichischen Ausgabe der deutschen Wirtschaftswoche. 1993 wechselte er in die Chefredaktion des Standard. Peter Michael Lingens ist derzeit Kolumnist des „profil“.

Lingens verband eine enge Freundschaft mit dem Holocaust-Überlebenden Simon Wiesenthal. Er trug als persönlicher Sekretär des „Nazi-Jägers“ viel dazu bei, aus Wiesenthal einen Kommunikator zu machen. Als Bruno Kreisky Simon Wiesenthal im Zuge der Kreisky-Peter-Wiesenthal-Affäre als V-Mann der Gestapo verdächtigte, nannte Lingens das in einem Kommentar des profil „ungeheuerlich, unmoralisch und opportunistisch“. Weil Kreisky als Bundeskanzler kritisiert wurde, wurde das Presseverfahren als Offizialdelikt verhandelt und Lingens wurde in Österreich in letzter Instanz zu einer Geldstrafe von 30.000 Schilling verurteilt. In der Urteilsbegründung vertrat das Oberlandesgericht Wien den Standpunkt, ein Journalist hätte sich jeder "Wertung" zu enthalten. Zehn Jahre später hob der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) diese Verurteilung in einem Urteil[1] auf, das erhebliche Bedeutung für die Berichterstattung im gemeinsamen Raum erlangte. Der EGMR stellte klar, dass dann, wenn ein Sachverhalt korrekt dargestellt wird, der Journalist selbstverständlich zu moralischen Wertungen berechtigt ist, vorausgesetzt, dass er sie in Worten vorbringt, die als angemessen angesehen werden können. Ein sehr kritischer Sachverhalt, der kritisch zu bewerten jedenfalls möglich ist, darf daher mit entsprechend harten Worten kritisiert werden. Als Elfriede Jelinek 1985 mit ihrem Stück „Burgtheater“ 1985 die nationalsozialistische Vergangenheit des Burgtheaters und seiner Bühnenstars Wessely und Hörbiger thematisieren wollte, folgte eine mediale Hetzkampagne, in der sich auch Lingens energisch gegen das Stück aussprach und dies mit dem hohen Alter der im Stück bloßgestellten Schauspieler begründete.[2]

Peter Michael Lingens lebt mit seiner Frau Eva und seinem jüngsten Sohn Eric in Österreich und Spanien.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Michael Lingens liest aus Ansichten eines Außenseiters (2009)

Bekannt wurde Peter Michael Lingens für die Präzision seiner Argumentation, die er über die Jahre in unzähligen Kommentaren unter Beweis stellte. Lingens ist der Autor mehrerer Bücher, u.a:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EGMR 8. Juli 1986 - Beschwerdenummer 12/1984/84/131, Urteil (englisch)
  2. http://diepresse.com/home/diverse/zeichen/102896/Jelinek_Da-ist-die-Hex