Peter Schellenbaum

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Peter Schellenbaum (* 30. April 1939 in Winterthur; † 25. Mai 2018) war ein Schweizer Psychoanalytiker und Sachbuchautor, der die psychotherapeutische Methode der Psychoenergetik (auch: Leib-Psychotherapie) begründete, welche eine konsequente Integration von psychischen und körperlichen Prozessen anstrebt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter Schellenbaum studierte Theologie und wirkte als Studentenpfarrer in München. Er liess sich später am C.-G.-Jung-Institut in Zürich in Analytischer Psychologie ausbilden und wirkte dort als Lehranalytiker, Studienleiter und Dozent. Ab 1993 betrieb er ein Ausbildungs- und Therapieinstitut in Orselina/Locarno (Schweiz).

Peter Schellenbaum erweiterte den tiefenpsychologischen Ansatz von C. G. Jung um die Dimension des Körperlichen. Daraus entwickelte er die Methode der Psychoenergetik oder Leib-Psychotherapie. Die Werke von Peter Schellenbaum erschliessen diese Methode eher fragmentarisch und prozesshaft. Zentrales Motiv ist die «Verlebendigung» als Ansatz, Prozess und Ziel therapeutischen Wirkens. «Psychoenergetik führt zur Erfahrung und Einsicht, dass alles – wirklich alles – was ein Mensch gerade tut, sagt, in Bildern oder Gebärden ausdrückt, mag es noch so verschroben oder krank erscheinen, eine Energiequelle, seine einzige derzeitige Energiequelle bildet, sofern er es mit spürendem Bewusstsein tut, sagt, ausdrückt, also mit sich selbst einverstanden ist».[1]

In der therapeutischen Umsetzung setzte Schellenbaum schwergewichtig auf Gruppentherapien. In diesem Rahmen führt er so genannte «Spontanrituale» durch, innerhalb derer sich «Energiesignale» als Wegweiser zur eigenen Lebensspur artikulieren und nutzbar gemacht werden können. In Resonanz mit dem «Selbstinitianden» (Klient) begleitet die psychologische Fachperson diesen Weg in grosser Zurückhaltung (Gebot der Non-Direktivität). Zentral ist dabei die Gleichzeitigkeit spürender Achtsamkeit bei Therapeut und Klient («Spürbewusstsein ist mentale Selbstberührung: sich in Richtung des Energiepunktes vor- und hineintastendes, waches Spüren»).[2]

Die Gesellschaft für Psychoenergetik zählt rund 30 ausgebildete Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im deutschsprachigen Raum.

In Das Nein in der Liebe deutete er den Sinn der Liebe als «Leitbildspiegelung»:

«Das ist Leitbildspiegelung: Ich kommuniziere mit dem anderen in einem Bereich, der bereits einen reifen, zentralen Persönlichkeitsanteil in ihm bildet und dessen Entwicklung eben jetzt für mich angezeigt ist. Ich kommuniziere mit ihm – wie in einem Spiegel – weil ich seiner Persönlichkeit diesen Bereich, von dem ich bisher nichts oder wenig wusste, gespiegelt sehe. Das ist keine unverbindliche, bloß ästhetische Wahrnehmung, sondern das Gewahrwerden einer konkreten Entwicklung, die in mir bereits im Gange ist: Im Moment der Wahrnehmung ist der Partner mir bereits wirkendes Leitbild.»[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schellenbaum 1992, S. 56.
  2. Schellenbaum 1992, S. 158.
  3. Schellenbaum 1986, 141.