Philip Ginthör

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Philip Ginthör (2012)

Philip Ginthör (* 1975 in Wien) ist ein österreichischer Jurist und Musikmanager. 2009 wurde er General Manager von Sony Music Entertainment in Österreich, seit 2009 leitet er als Chief Executive Officer auch die Niederlassungen des Unternehmens in Deutschland und der Schweiz.[1] Zuvor war Ginthör unter anderem für Bertelsmann und Condé Nast tätig.[1] Er ist Mitglied des Vorstands im Bundesverband Musikindustrie und war Vizepräsident von IFPI Austria.[2][3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ginthör studierte Jura an der Universität Wien und Harvard University.[4][5] Sein Studium schloss er mit Auszeichnung ab,[6] anschließend begann er 1997 seine berufliche Laufbahn beim Condé Nast Verlag.[7] Später wechselte er zu Bertelsmann, wo er zunächst als Director für den Bereich Corporate Development in New York tätig war.[5] Anschließend ging er in die Musiksparte des Konzerns: Ginthör wurde 2002 Vorstandsassistent und arbeitete dann im redaktionellen Bereich von J Records.[8] Bei Sony BMG in New York verantwortete er in der Abteilung Progressive zunächst den Aufbau neuer Künstler, ehe man ihn 2006 zum Leiter der sogenannten Domestic Repertoire Division ernannte.[8] Noch im selben Jahr führte das Unternehmen unter der Ägide von Ginthör das Label Columbia Deutschland ein, unter dessen Dach man Artists and Repertoire, Marketing und Promotion bündelte.[9] Während seiner Tätigkeit unterschrieben zum Beispiel Moneybrother, Radiopilot oder Wir sind Helden einen Plattenvertrag bei Columbia.[10][11][12]

Mitte 2007 übernahm Philip Ginthör neben Columbia zusätzlich die Leitung des Berliner Labels Four Music.[13] 2009 wurde er zum General Manager von Sony Music Entertainment Austria berufen, nach Aussage des Unternehmens sollte er sich insbesondere um die künstlerische Entwicklung kümmern.[8] Gleichzeitig wurde er maßgeblich an der Strategie für das Repertoire im gesamten deutschsprachigen Raum beteiligt.[14] 2011 wechselte Ginthör schließlich von Wien nach München, wo er die Nachfolge von Edgar Berger antrat und als Chief Executive Officer für Deutschland, Österreich und die Schweiz tätig ist.[4] Größere Bekanntheit erreichte Ginthör zuletzt 2014 im Zuge des Streits zwischen der GEMA und YouTube[15], der eine Verbreitung von Musikvideos des Labels auf dem Videoportal verhinderte.[16][17] Er forderte, Google solle für die Videos bezahlen.[18] Künstler müssten weiterhin von ihrer Musik leben können, alles andere sei „indiskutabel“.[19][20] Ginthör betonte immer wieder die Bedeutung von Streaming-Diensten im digitalen Zeitalter.[21][22][23] Unter anderem seien „Apple und Spotify ein Segen für die Musikindustrie“.[24] Nach seiner Aussage sei aber auch die Compact Disc „noch nicht ausgestorben“.[25] Ginthör lehnt die Radioquote für deutschsprachige Titel ab.[26]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Renzo Wellinger: Philip Ginthör ist neuer CEO von Sony Music Entertainment GSA. In: Musikmarkt, 9. August 2011, abgerufen am 5. August 2014.
  2. Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie e. V., abgerufen am 5. August 2014.
  3. Österreichischer Musikmarkt schrumpft weiter. (Memento vom 12. August 2014 im Internet Archive) In: WirtschaftsBlatt, 2. April 2012, abgerufen am 5. August 2014.
  4. a b Sony-Chef Ginthör wechselt nach München. In: Kurier, 5. Dezember 2011, abgerufen am 5. August 2014.
  5. a b Sebastian Loudon: Umarmt das Problem! In: Horizont, 2010, abgerufen am 5. August 2014 (PDF, 141 KB).
  6. Andrea Hlinka: Erfolg ist immer harte Arbeit. In: Kurier, 17. Juli 2010, S. 15.
  7. Philip Ginthör, Sony Music Entertainment. In: Die Presse, 13. August 2011, S. 2.
  8. a b c Julia Köhler: Philip Ginthör wird neuer General Manager Sony Music Entertainment Austria. In: Musikmarkt, 14. August 2009, abgerufen am 5. August 2014.
  9. Jürgen Ruopp: Sony BMG: Umstrukturierung der Music Division, Optimierung der Vertriebsorganisation. In: Musikmarkt, 26. Oktober 2006, abgerufen am 5. August 2014.
  10. Renzo Wellinger: Moneybrother unterzeichnet bei Columbia Deutschland. In: Musikmarkt, 14. April 2007, abgerufen am 5. August 2014.
  11. Thorsten Steer: . In: Musikmarkt, 6. September 2007, abgerufen am 5. August 2014.
  12. Renzo Wellinger: Wir sind Helden wechseln zu Columbia Berlin. In: Musikmarkt, 19. November 2008, abgerufen am 5. August 2014.
  13. Jürgen Ruopp: Neue Leitung für Four Music – Fitz Braum geht. In: Musikmarkt, 7. August 2007, abgerufen am 5. August 2014.
  14. Philip Ginthör zum General Manager Sony Music Entertainment Austria ernannt. (Memento vom 12. August 2014 im Internet Archive) In: 96kHz, 21. August 2009, abgerufen am 5. August 2014
  15. Georg Meck: Wie macht man Superstars? In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23. März 2014, S. 19.
  16. Sven Hansen: Sony-Music zum YouTube-Streit: Nicht mit uns!. In: heise online, 23. März 2014, abgerufen am 5. August 2014.
  17. Sony-Boss Ginthör fordert Zahlungsbereitschaft für YouTube-Videos. In: mediabiz, 24. März 2014, abgerufen am 5. August 2014.
  18. Sony boykottiert Youtube. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23. März 2014, S. 1.
  19. True Holger: Sony-Music-Chef: Ohne Geld von Google keine Videos auf YouTube. In: Hamburger Abendblatt, 24. März 2014, S. 16.
  20. Ohne Geld von Google keine Videos auf Youtube. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. März 2014, abgerufen am 5. August 2014.
  21. Ulrich Goll: 30 Millionen Songs sind digital verfügbar. In: Der Tagesspiegel. 22. Juni 2013, abgerufen am 16. Juni 2014.
  22. Melanie Manner: Musikriese mit Zuversicht im digitalen Zeitalter. In: WirtschaftsBlatt, 8. April 2013, S. 22.
  23. Sandra Baierl: Sony Music Boss: Wir sind aufgewacht. In: Kurier. 8. April 2013, abgerufen am 5. August 2014.
  24. Karsten Lemm, Bernd Skischally: „Spotify und Apple Music sind ein Segen“: Der Chef von Sony Music im Wired-Interview. In: Wired. Abgerufen am 29. Juni 2016.
  25. Anna-Maria Wallner: Die CD ist in Österreich noch nicht ausgestorben. In: Die Presse, 2. August 2014, abgerufen am 5. August 2014.
  26. Philip Ginthör erklärt: Das ist der Grund, warum wir keine Quote für deutschsprachige Musik brauchen. In: The Huffington Post. Abgerufen am 29. Juni 2016 (mit Peter Maffay).