Philipp Christian Bunsen

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Philipp Christian Bunsen (* 1. Oktober 1729 in Arolsen; † 10. Februar 1790 in Frankfurt am Main) war Münzmeister in Arolsen und Frankfurt.

Der Sohn von Jeremias Bunsen studierte Bergbau in Clausthal.

Nach dem Tod des Vaters bestellte Karl August Friedrich Fürst zu Waldeck-Pyrmont ihn 1752 als Nachfolger zum Münzmeister in Arolsen. 1755 initiierte Bunsen die Anschaffung einer Balancier-Prägemaschine (siehe Münzprägung). Die mangelnde Versorgung mit Edelmetallen versuchte er durch Explorationen im Kellerwald am Silberberg bei Hundsdorf und in Bergwerken bei Bergfreiheit zu beheben. Aber der Silbergehalt des gewonnenen Werkbleis mit 5 bis 6 Lot im Zentner Blei blieb unbefriedigend.[1]

1754 heiratete er die Pfarrerstochter Christine Elisabeth Linden (1727–1807) aus Heimburg bei Blankenburg am Harz, mit der er neun Kinder hatte. Unter ihnen waren drei Söhne, die je einen Ast der sich nun verzweigenden Familie begründeten: Philipp Ludwig Bunsen (1760–1809) wird Begründer des Arolser Zweiges, Johann Georg (1766–1833; Vater von Gustav) der des Frankfurter und Christian Bunsen (1. April 1770 - 24. März 1837; Vater von Robert) der des Göttinger Zweiges.[2]

Daneben bekleidete er auch das Amt des Postmeisters. Nach dem Tod des Fürsten wechselte er 1764 als Münzmeister in die Dienste der Freien Reichsstadt Frankfurt, wo er sich 1787 um das Maßwesen in Frankfurt verdient machte. 1789 nahm er seinen 3. Sohn Johann Georg zum Assistenten in die Frankfurter Münze.[3]

1790 wurde sein Sohn Johann Georg Bunsen vom Frankfurter Senat zu seinem Nachfolger berufen. Im Folgejahr heiratete er Charlotte Augusta Christiana Huth (1766–1847), die ab 1807 eine Töchterschule in Frankfurt leitete. Ihr ältester Sohn, Georg Karl Bunsen (1794–1872) studierte ab Oktober 1812 in Berlin Philosophie und leitete ab 1820 ein pädagogisches Institut in Frankfurt, an dem später Ferdinand Lindheimer lehrte. Nachdem seine jüngeren Brüder Adolf und Gustav sich 1833 beim Sturm auf die Hauptwache unbeliebt gemacht hatten, begleitete er sie in die USA, wo er 1834 in Belleville (Illinois) eine Schule gründete.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Bunsen: Die Bunsensche Erziehungsanstalt zu Franckfurt am Main; 1823

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.althofen.at/AvW_Museum/Materialien/Autoren%20der%20Bunsenbibliothek%20Teil%202.pdf
  2. Georg Lockemann: Robert Wilhelm Bunsen; S. 12
  3. L. Forrer: Biographical Dictionary of Medallists. Bunsen, Philipp Christian. Volume I. Spink & Son Ltd, London 1904, S. 308 f.
  4. http://www.findagrave.com/cgi-bin/fg.cgi?page=gr&GRid=50545150