Philipp Vielhauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Philipp Vielhauer (* 3. Dezember 1914 in Bali, Kamerun; † 23. Dezember 1977 in Bonn) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Philipp Adam Christoph Vielhauer war der Sohn von Gustav Adolf Vielhauer und dessen Ehefrau April († 1925 in Kamerun). Die Eltern lebten als Missionarsehepaar der Basler Mission in Kamerun, der Vater bereits seit den 1890er-Jahren.

Ordiniert wurde Philipp Vielhauer am 11. Juni 1936 im Lutherhaus in Karlsruhe-Durlach. Bereits während des Studiums war Vielhauer Mitglied der Bekennenden Kirche geworden. Daher weigerte er sich, einen „Beamtenfragebogen für kirchliche Mitarbeiter“ auszufüllen, der durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums auch für die Kirche vorgeschrieben war, und eine Treueerklärung für den nationalsozialistischen Staat zu unterzeichnen. Aus diesem Grund lehnte die Finanzabteilung der Badischen Kirche – ungeachtet seiner sehr guten fachlichen Leistung – aus „staatspolitischen Gründen“ seine Einstellung in den Kirchendienst ab. Er fand jedoch eine Anstellung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Württemberg und hatte dort von 1935 bis 1941 eine Pfarrstelle in Stuttgart-Untertürkheim inne. 1939 wurde er in Heidelberg promoviert. Im Jahr 1941 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und 1944 in Toropets (Russland) schwer verwundet.

Vielhauer lehrte von 1947 bis 1949 an der Universität Göttingen, wo er sich 1950 habilitierte, und von 1950 bis zu seinem Tod 1977 als Professor an der Universität Bonn.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vielhauer war ein anerkannter Fachmann im Bereich der frühchristlichen Literatur und der neutestamentlichen Apokryphen. Als Schüler von Martin Dibelius führte er in seiner exegetischen Arbeit Formgeschichte und Religionsgeschichte zusammen. Er entdeckte Spuren der Paulusbriefe in der Apostelgeschichte.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oikodome. Aufsätze zum Neuen Testament II, hrsg. v. Günter Klein. Kaiser, München 1979.
  • Geschichte der urchristlichen Literatur. de Gruyter, Berlin – New York 1975 (Standardwerk, vier Auflagen bis 1985)
  • Der Vorläufer. Gestalt und Bedeutung des eschatologischen Wegbereiters im Neuen Testament und in seiner Umwelt. (1950)
  • Aufsätze zum Neuen Testament. Ch. Kaiser, München

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]