Pierre Pican

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Pierre Auguste Gratien Pican SDB (* 27. Februar 1935 in Granville, Département Manche) ist ein französischer Ordenspriester und römisch-katholischer Bischof.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entschied sich, Salesianer Don Boscos zu werden. Nach dem Noviziat in Dormans legte er am 4. September 1955 die erste Profess ab. Er wurde am 24. April 1966 zum Priester geweiht. Er arbeitete zunächst zwei Jahre am Gymnasium von Caen, ging dann 1968 in den Libanon, um eine französisch-libanesische Schule zu leiten. Außerdem war er Pfarrvikar in Beirut. 1971 kehrte er nach Frankreich zurück. Dort wurde er verantwortlich für das technische Gymnasium am Institut Lemonnier. Von 1975 bis 1981 war er Provinzial der französischen Provinz der Salesianer Don Boscos. Anschließend wurde er Direktor des Instituts Lemonnier.

Am 10. März 1988 wurde er zum Koadjutor des Bischofs von Bayeux und Lisieux ernannt. Die Bischofsweihe erfolgte am 17. April 1988 in der Kathedrale von Bayeux durch Bischof von Bayeux Jean Badré. Am 21. November desselben Jahres folgte er dem dortigen Bischof im Amt nach.

Im September 2001 wurde er zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er den Fall von sexuellem Missbrauch an Kindern durch den Diözesanpriester René Bissey nicht angezeigt hatte.[1] Er erklärte im Prozess, dass er auch heute wieder so handeln würde.[2] Dies war in Europa das erste Mal, dass ein Bischof dafür verurteilt wurde. Im April 2010 wurde ein Brief vom September 2001 bekannt, in dem der Präfekt der Kongregation für den Klerus, Kardinal Darío Castrillón Hoyos, Pican dankte, dass er „das Gefängnis dem Verrat an einem Priesterbruder vorgezogen“ habe.[3] Vatikan-Sprecher Lombardi distanzierte sich vom Inhalt dieses Briefes und machte Uneinigkeiten innerhalb der Kleruskongregation sowie zwischen Klerus- und Glaubenskongregation dafür verantwortlich. Vor 2001 seien die gemeldeten Fälle an die Kleruskongregation weitergeleitet worden, wo einige Verantwortliche die Auffassung vertreten hätten, dass sie nur nach dem Kirchenrecht verhandelt werden sollten. Dieser Missstand sei aber durch die 2001 approbierten Text abgestellt worden, indem die Fälle bei der Kongregation für die Glaubenslehre gebündelt wurden.[4]

Am 12. März 2010 nahm Papst Benedikt XVI. sein aus Altersgründen mit der Vollendung des fünfundsiebzigsten Lebensjahres vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pourquoi Mgr Pican ne fait pas appel du jugement auf der Seite der Conférence des Évêques de France (französisch)
  2. Bishop kept quiet over paedophile. In: BBC News, 15. Juni 2001 (online)
  3. Bischof vertuscht Missbrauchsfall – Kardinal dankt. In: Die Welt, 16. April 2010 (online)
  4. Lombardi: Kurienreform brachte besseres Vorgehen. In: Katholischer Nachrichtendienst vom 17. April 2010 (online)
  5. Rinuncia del Vescovo di Bayeux (Francia) e nomina del successore, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 12. März 2010.