Pillen-Segge

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Pillen-Segge
Pillen-Segge (Carex pilulifera)

Pillen-Segge (Carex pilulifera)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Pillen-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex pilulifera
L.

Die Pillen-Segge (Carex pilulifera) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Sie ist in Europa verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 13
Horstartiges Wachstum

Die Pillen-Segge ausdauernde krautige Pflanze. Sie ist mit einer Wuchshöhe von bis 50 Zentimetern eine mittelgroße Segge. Sie bildet dichte, kleine Horste aus. Ihre grasgrünen, etwa 2 bis 3 mm breiten, doppelt gefalteten Laubblätter laufen in eine charakteristische lange, dreikantige Spitze aus. Die rotbraunen Blattscheiden weisen im Innern auf dem Rücken rotbraune Nervenlinien auf, die bei der Zersetzung Fasern bilden.

Die Blütezeit reicht von April bis Ende Mai. Der bis zu 2 Zentimeter lange Blütenstand ist aus einem endständigen, am Ende zugespitzten männlichen Ährchen und darunter zwei bis drei weiblichen Ährchen zusammengesetzt. Die Spelzen weisen keinen auffälligen weißlichen Hautrand auf. Die Schläuche sind dicht oder kurz behaart und fast kugelig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Pillen-Segge ist auf Europa beschränkt. Sie fehlt teilweise in der Arktis und im Mittelmeerraum.

Die Pillen-Segge besiedelt meist wechselfrische bis mäßig trockene Sand- und Silikatmagerrasen, lichte Laubwälder, frische Waldränder, Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen. Ihr Schwerpunktvorkommen besitzt sie in der Klasse Nardo-Callunetea.

In den Allgäuer Alpen steigt sie am Steinmandl in Vorarlberg bis zu 1980 m Meereshöhe auf.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • E. Foerster: Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes - Ein Schlüssel zum Bestimmen im blütenlosen Zustand. Manuskript, Kleve-Kellen März 1982.
  • Jürke Grau, Bruno P. Kremer, Bodo M. Möseler, Gerhard Rambold, Dagmar Triebel: Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsengewächse und grasähnliche Familien Europas (= Steinbachs Naturführer). Neue, bearb. Sonderausgabe Auflage. Mosaik, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Unsere Gräser. Süßgräser, Sauergräser, Binsen. 11. Auflage. Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07613-X.
  • Wolfram Schultze-Motel: Cyperaceae. In: Wolfram Schultze-Motel (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band II. Teil 1: Angiospermae: Monocotyledones 2 (Cyperaceae – Juncaceae). Paul Parey, Berlin/Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 189–190 (erschienen in Lieferungen 1967–1980).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 185.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching bei München 2001, ISBN 3-930167-50-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pillen-Segge (Carex pilulifera) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien