Pinacoteca di Brera

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Innenhof des Palazzo Brera
Napoleon als friedensbringender Mars (Antonio Canova, 1811); Statue im Cortile del Palazzo di Brera

Die Pinacoteca di Brera in Mailand gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Italiens. Sie hat ihren Sitz im barocken „Palazzo di Brera“. Schwerpunkte der Schausammlung liegen auf der oberitalienischen Malerei der Renaissance und Barockzeit, aber auch das Trecento, die übrigen italienischen Kunstlandschaften und jüngeren Kunstepochen sind neben der frühen Antike und niederländischen Barockmalerei vertreten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemäldesammlung geht zurück auf die Gründung einer Kunstakademie (Accademia di Belle Arti di Brera) im Jahre 1776, als die Lombardei zum Habsburgerreich gehörte. Auf Veranlassung von Maria Theresia wurde der Akademie eine Sammlung von Gipsabgüssen sowie von Drucken und Zeichnungen angegliedert.

Grundstock für die Sammlung bildeten Altarbilder, die nach der Auflösung von Klöstern und Kirchen durch Napoleon in die Sammlung gelangten. Während die besten und berühmtesten Werke in den Louvre nach Paris gebracht wurden, bildeten die von Napoleon verschmähten Bilder den Grundstock der großen Sammlungen in Mailand, Venedig und Bologna.

Nach dem Wiener Kongress sollten zwar die Kunstwerke an die früheren Besitzer zurückgegeben werden, doch die Brera konnte die meisten Objekte behalten und ihren Bestand durch Schenkungen noch erweitern. 1882 wurden Akademie und Museum in zwei selbständige Organisationen geteilt, mit bedauerlichen Folgen für die Sammlung, die zum Teil zerstreut und auf andere Museen verteilt wurde.

Während des Ersten Weltkriegs wurde die Sammlung aus Sicherheitsgründen nach Rom gebracht und kehrte nach Ende des Krieges in ein frisch renoviertes Haus zurück. Den Zweiten Weltkrieg überlebte die Sammlung unbeschadet, da sie rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden war, während das Gebäude schwer beschädigt wurde. Durch großzügige öffentliche und private Förderung konnte das Gebäude renoviert werden und wieder für Besucher geöffnet werden.

Das „Observatorium von Brera“ beherbergte den Astronomen Giovanni Schiaparelli vier Jahrzehnte lang, und der Orto Botanico di Brera ist ein historischer botanischer Garten, der sich hinter der Pinacoteca befindet. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Werke der Pinacoteca von der Direktorin Fernanda Wittgens gesichert, während das Gebäude durch die Bombenangriffe von 1943 schwer beschädigt wurde (Zerstörung von sechsundzwanzig der vierunddreißig Säle)[1]. Die Pinacoteca begann ihre langsame Wiederauferstehung aus den Ruinen im Februar 1946 dank der großartigen Finanzierung einiger historischer Mailänder Familien, einschließlich der Familie Bernocchi, und der Arbeit des Architekten Designers Piero Portaluppi, Gualtiero Galmanini und der Superintendent Fernanda Wittgens. Unter den wichtigsten Anschaffungen ist der Zyklus freistehender Gemälde aus dem Oratorium von Mocchirolo (14. Jahrhundert) erwähnenswert. Im Palazzo sind außerdem noch die Akademie der Schönen Künste, das Istituto Lombardo Accademia di Scienze e Lettere und einige andere kulturelle Institutionen untergebracht sind.

Ausgestellte Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gentile Bellini: Die Predigt des hl. Markus in Alexandria, Ägypten
Francesco Filippini: Il Maglio
Francesco Filippini: La stigliatura della canapa
Andrea Mantegna: Beweinung Christi
Piero della Francesca: Pala Montefeltro

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Külborn (Redaktion): Galeria Mundi. Eine Reise durch die Museen. Frankfurt am Main: Hoechst AG, 1981, o.ISBN (S. 216–221 Pinacoteca di Brera)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pinacoteca di Brera (Milan) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fernanda Wittgens, Pinacoteca di Brera

Koordinaten: 45° 28′ 19″ N, 9° 11′ 17″ O