Jacopo Tintoretto

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Jacopo Tintoretto, 1586, Selbstporträt, Louvre, Paris

Jacopo Robusti, gen. Jacopo Tintoretto (* 29. September 1518 in Venedig; † 31. Mai 1594 ebenda), war ein italienischer Maler. Er wird heute dem Manierismus zugeordnet, den er auch selbst wesentlich mit beeinflusst hat. Sein Name Il Tintoretto („das Färberlein“) ist vom Handwerk seines Vaters abgeleitet. Sein Vater hieß, wie erst jüngst entdeckt wurde, wahrscheinlich Giovan Batista Comin und erhielt wegen der heldenhaften Verteidigung eines Stadttors von Padua 1509 den Ehrennamen Robusti.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuelle Forschungen führten zu der Annahme, dass Jacopo Tintoretto am 29. September 1518 in Venedig geboren wurde, da er in seinem Testament, das er einen Tag vor seinem Tod angefertigt hatte, sein Alter mit 75 Jahren angegeben hat.[2] Ein frühes Dokument seines Lebens stammt aus dem Jahre 1537, nach dem er für 20 Dukaten eine „Wohnung und Werkstatt“ in Venedig im Kirchensprengel San Cassiano angemietet hatte. Ab dieser Zeit hat er als selbstständiger Meister gearbeitet und eröffnete am 22. Mai 1539 eine eigene Werkstatt in Venedig am Campo San Cassiano.

Tintorettos Wohnhaus in Venedigs Stadtteil Cannaregio
Gedenktafel in Venedig

Es war eine ungewöhnlich bewegte Zeit, in der Jacopo Tintoretto seine ersten Schritte als Künstler ging. Die Weltordnung war aus den Fugen geraten nach Martin Luthers Thesenanschlag 1517 in Wittenberg, wodurch alles in Frage gestellt wurde. Immer deutlicher geriet die alte Ordnung geistiger und weltlicher Macht ins Wanken. Ein neues Zeitalter brach schon mit der Renaissance an, dessen Licht bis in das katholische Venedig hineinleuchtete. Reformation und Gegenreformation waren die beiden Pole, die auch das Wirken von Jacopo Tintoretto deutlich mitbestimmten. Bereits ab 1520 fanden Luthers Schriften reges Interesse in der Lagunenstadt, es entstand hier eine Atmosphäre der Gegensätze, in der Tintoretto lebte und arbeitete. Das widerspiegeln auch seine Bilder.

Tintoretto, Selbstbildnis, um 1548

Bereits 1548, noch sehr am Anfang seiner Karriere, löste er mit dem Werk Der heilige Markus rettet einen Sklaven vor dem Märtyrertod einen Skandal aus. Eigentlich erzählt das Bild eine alte Legende. Ein zum Christentum bekehrter germanischer Sklave schafft es mit Hilfe des heiligen Markus der Folter zu widerstehen. Doch Jacopo hat den Heiligen Markus, den großen Stadtpatron von Venedig, auf dem Kopf stehend gemalt. Doch nicht nur diesen Frevel beging er. Das Bild ist übervoll von aufsehenerregenden Dingen, eigenartigen Verkürzungen von Armen und Körpern, unperspektivischen Ansichten, anatomischen Ungereimtheiten, die nur darauf ausgerichtet sind, Aufsehen zu erregen. Mit stürmischer Entschlossenheit verfolgte Tintoretto das eine Ziel, die venezianische Kunstszene vom Kopf auf die Füße zu stellen. Und tatsächlich, das Interesse an seinem Werk, der ganz und gar nicht die bisher eingeschlagenen Wege, Bilder zur Erbauung und Anbetung zu malen, geht, wächst. In einem Brief vom April 1548 lobte der Dichter Pietro Aretino (1492 – 1556) dieses Werk ausdrücklich.[2] Althergebrachte Bildtraditionen fegte Tintoretto hinweg. „Sein Markenzeichen waren neue, innovative, extravagante und hochdramatische Bildkompositionen“,[3] seine Maniera eben, die heute mit dem Begriff Manierismus bezeichnet wird, wurde prägend für eine ganze Epoche.

Ganz im Gegensatz zu vielen seiner berühmten Malerkollegen begann er mit Themen zu arbeiten, die für seine Zeit schon etwas außergewöhnlich waren. Er malte Randgruppen der Gesellschaft, Sklaven und Pestkranke (1548), er brachte intime Familienszenen auf die Leinwand, wie in dem Gemälde Venus, Vulcanus und Cupido von 1555, wo dem Kind die Brust gereicht wird. Tintoretto erfand Welten, erzählte Geschichten, die nicht immer nur aus der Bibel stammten und ging sehr spielerisch mit dem Verhältnis von Fantasie und Wirklichkeit um. Seine künstlerischen Ziele verfolgt er mit einer Inbrunst, die nicht selten Freundschaften zerstört und bisher Vertraute zu Feinden machte. Tizian (1488 – 1576), in dessen Werkstatt er die ersten künstlerischen Schritte vor 1537 machte, bei ihm lernte er mit Farbe umzugehen, warf ihn hochkantig aus dem Atelier. Vermutlich ist ihm dieser Heißsporn angesichts seines Talentes unheimlich geworden. Nur scheinbar zieht Tizian sich zurück, versucht aber immer wieder, Fallstricke zu legen, um Tintoretto in seiner Entwicklung zu behindern.[4] Auch eine schwierige Beziehung Tintorettos war die zum Malerkollegen Paolo Veronese (1528 – 1588). Argwohn und Eifersucht waren die bestimmenden Elemente. Und nicht selten war der Handlanger hinter den Kulissen Tizian. 1554 löste Tintoretto eine über viele Jahre bewährte Ateliergemeinschaft mit Giovanni Galizzi auf. Von nun an suchte er sich seine Assistenten selbst, auch aus dem für damalige Begriffe noch fernen Niederlanden.

Immer wieder setzte sich Tintoretto auch mit den Anschauungen der Reformation sehr direkt auseinander. 1547 wechselte er seine Wohnung und zog in das Viertel „Sestierre Canareggio“ von Venedig. In diesem Stadtteil befand sich auch seine Pfarrkirche „Madonna dell’Orto“ von der eine inteinsive Kooperation pflegte. So erhielt er von dort den Auftrag für die Ausmalung der Orgelflügel im Jahre 1548, den Auftrag zur Anfertigung des Bildnisses Das jüngste Gericht oder die Bezahlung eines erledigten Auftrages vom Mai 1556.[2] In diesem Stadtgebiet von Venedig wohnte ein recht reger Kreis von Adligen, der sich intensiv mit den Fragen der Reformation beschäftigte. Denen war es wichtig, auch eine Reformation des Glaubens zu erreichen. Unter ihnen galt als ein besonders aktiver Geist der Kardinal Gasparo Contarini und seine Familie. Der Kardinal weilte 1541 im Auftrage Roms bei den Augsburger Religionsgesprächen und führte dort unter anderem Verhandlungen zum Thema des Abendmahls. Ein Zeichen in die gleiche Richtung setzte Tintoretto mit seinem Altarbild Auferstehung Mariens. Das Gemälde ist heute in der Oberen Pfarre in Bamberg zu bewundern. „Maria wendet sich, die Arme ausbreitend, Christus zu, der ihr vom Himmel fast entgegenstürzt. Er breitet ebenfalls die Arme aus, Maria zu empfangen.“[5] Doch am unteren Bildrand, auf den Stufen eines Altars, liegt eine aufgeschlagene Bibel. Es war Tintorettos eigene Bibel, die er da gemalt hat. Mit Absicht hat er kenntlich gemacht, dass es eine verbotene Bibelübersetzung war, die bereits seit 1524, zu besitzen unter Strafe stand. „Das war eine Bibel, die besonders nah an den Urtexten entlang übersetzt und später auf den Index gesetzt worden war.“ – So Roland Krischel,[6] der Kurator einer Kölner Tintoretto-Ausstellung.[7] Im katholischen Venedig malte Jacopo Tintoretto damit eine protestantische Bibel.

Tintorettos Tochter Marietta wurde 1554 geboren. Sie trat in die Fußstapfen des Vaters und wurde die ebenfalls eine bekannte Malerin Marietta Robusti, genannt „La Tintoretta“. Auch der 1560 geborene Sohn Domenico Tintoretto und der jüngere Sohn Marco Tintoretto taten es dem Vater gleich und wurden Maler.[2] Nachdem Marietta, Domenico und Marco Robusti gestorben waren, erbte deren Schwester Ottavia als Haupterbin die Werkstatt und heiratete auf Weisung ihrer Brüder den deutschstämmigen Maler Sebastian Casser (1545), der in der Tintorettowerkstatt ausgebildet worden war.[8]

Es wurde nicht überliefert und auch neueste Forschungen konnten nicht erhellen, wie weit Tintorettos persönliche protestantische Haltungen gehen. Es ist aber bekannt, dass er in dem 1562/1564 fertiggestellten Gemälde Das Jüngste Gericht in der Kirche Madonna dell’Orto ganz traditionsgebunden den Erzengel Michael mit der Seelenwaage malte. Aber die Schalen der Waage, in der sonst die Seelen der Verstorbenen gewogen werden sind leer. „Sola gratia, sola fide, sola scriptura.“ (= Allein die Gnade, allein der Glaube, allein die Schrift.) Nicht das Gewicht des menschlichen Handelns, sondern allein die göttliche Gnade ist es, die den Menschen erlöst. Dies wäre eine mögliche Interpretation des Bildes.

Im Jahr 1574 kaufte Jacopo Tintoretto im Stadtbezirk San Marziale ein Haus, in der Fondamenta die Mori,[2] in dem er und seine Familie bis zu seinem Tod wohnten. Dieses Haus ist heute noch erhalten.

Das letzte Abendmahl hat Tintoretto mehrfach in seiner eigenen Art bearbeitet. Als ein letzter Triumph seiner Kunst steht das kurz vor seinem Tod geschaffene Bild aus dem Jahr 1594. Auf den ersten Blick wirkt es verstörend und unruhig. Beim näheren Hinsehen jedoch erkennt der Betrachter, hier nimmt auf eine höchst kunstvolle Weise die katholische Lehre von der Eucharistie Gestalt an. Das Besondere ist das geheimnisvolle Hell-Dunkel-Spiel. „Das göttliche Licht in den religiösen Motiven ist noch vorhanden,“ schreibt der Filmkritiker Georg Seeßlen. Aber es sind deutliche Unterschiede erkennbar. Das Licht „hebt das Heilige immer noch heraus, aber es reicht nicht mehr aus, die gesamte Welt zu erleuchten und zu ordnen.“[9]

Grab von Tintoretto in der Kirche Madonna dell’Orto

Tintoretto verstarb am 31. Mai in Venedig. Sein Grab befindet sich in der Kirche Madonna dell’Orto, die auch wichtige Werke von ihm beherbergt.[10]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Werken seiner frühen Zeit, in welchen er Tizian nahestand, sind der Sündenfall und der Tod Abels (in der Akademie zu Venedig), Venus, Mars und Amor (im Palazzo Pitti zu Florenz), das Altarblatt mit einer Darstellung des hl. Markus mit den hll. Bartholomäus und Hieronymus in der St.-Markus-Kathedrale von Korčula (Kroatien), die Anbetung des Kalbes und das Jüngste Gericht (in Santa Maria dell’Orto in Venedig), die Hochzeit zu Kana (in Santa Maria della Salute) und die große Kreuzigung (in der Scuola Grande di San Rocco) hervorzuheben. Letzteres Gebäude hat 56 Gemälde von Tintorettos Hand aufzuweisen (z. B. auch das Gemälde Glorie des hl. Rochus von Montpellier).

Zahlreiche Gemälde hat er für den Dogenpalast geschaffen. Das kolossale Paradies ist das größte Tafelbild der Welt. Für zwei Säle im Dogenpalast schuf Tintoretto im Auftrag des Guglielmo Gonzaga zudem den Gonzaga-Zyklus. Er besteht zum einen aus vier Gemälden über die vier Markgrafen von Mantua, die im Jahr 1579 vollendet wurden. Vervollständigt wird die Serie durch vier weitere Bilder über die beiden Herzöge Federico II. Gonzaga und Francesco III. Gonzaga, die im Mai 1580 abgeschlossen waren.[11]

Zahlreiche weitere Gemälde von ihm befinden sich in den Galerien zu Paris, London, Dresden, Berlin, Wien, Madrid, Florenz, Venedig, Bukarest und anderen Städten. Beispiele sind:

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Tintoretto ein kleinwüchsiger Mensch war, stellte er sich selbst immer große Aufgaben. Mit seinen großformatigen Bildern war er in Venedig zum bedeutendsten Maler geworden. Seine Arbeiten weisen oft sehr große Querformate auf, entsprechend der Räume, für die sie hergestellt wurden. Es war aber zugleich auch seine Art, Aufmerksamkeit zu erwecken, seine Themen deutlich in das Blickfeld zu rücken. Das wäre im Kleinformat nicht so geglückt. Und es war sein Stil, der sich über das gesamte Schaffen zog, eine Szene, vor allem wenn sie schon bekannt war, neu zu kreieren, sie laut, in neuer Action darzustellen. Das schlug den Betrachter natürlich sofort in seinen Bann. Seine fiebrig-unruhigen Bilder spiegeln sehr direkt die religiösen Stürme seiner Zeit wieder. Und Tintorettos war auch ein sehr schneller Maler, der – so die Überlieferung eines spöttischen Zeitzeugen – „bereits das fertige Bild lieferte, während die Konkurrenten noch an ihren Entwürfen saßen.“[3]

Tintorettos überlieferter Wahlspruch „Von Michelangelo die Zeichnung, von Tizian die Farbe“ und von Raffael das Dekorum ist vor diesem Hintergrund zu verstehen. Mit diesem kühnen Motto prägte er seine Zeit, die aber auch ihn geprägt hat. Seine Maltechnik und Farbpalette enthält ein hoch entwickeltes Helldunkel. In den Jahren ab 1540 entwickelte Tintoretto den Manierismus mit seinen verzerrten Körperproportionen und ungewohnten Perspektiven des Raums weiter. Kompliziertere Posen seiner dargestellten Personen überprüfte er am lebenden Modell. Anregungen für seine an Bühnenbilder erinnernden Architekturen, beispielsweise in dem Gemälde Fußwaschung von 1548/49 bezog Tintoretto von den Theatern Venedigs. Viele seiner Themen oder auch Darstellungsarten beschäftigten sich mit Randgruppen der Gesellschaft: Sklaven (Sklavenwunder auch Wunder des heiligen Markus betitelt, 1547/48) oder Kranke (Heilung der Pestkranken, 1548/49).

Eine besondere Rolle im Werk Tintorettos spielte die Darstellung von Frauen. Seine Motive sind verführerische Frauen, Opfer sexueller Gewalt, Heldinnen, aber auch Huren, Musen, Mütter und Töchter. Er platziert die weiblichen Figuren oft im Vordergrund und fördert somit ihre Identifikation mit den Betrachtern. Der Maler dachte also auch an ein weibliches Publikum für seine Bilder. So stellt er die Susanna als zwar verfolgte Unschuld dar, viele Details des Bildes zeigen die Ambivalenz in Tintorettos Frauenbild zwischen Sinnlichkeit und Frömmigkeit.[13]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tintoretto-Biograf Henry Thode vergleicht den Maler und seinen Stil gar mit dem Komponisten Richard Wagner: Tintoretto erreiche in seinen Bildern ein ebenso tiefes emotionales Verstehen des Ganzen wie Wagner in seinen Opern.

Jean-Paul Sartre analysierte das Werk Das Wunder des hl. Markus (1548) ausführlich in seinem Artikel Saint Marc et son double. Le Séquestré de Venise.[14]

2012 zeigten die Scuderie del Quirinale in Rom (ein ehemaliger Marstall beim Quirinalspalast, heute eine Kunst- und Ausstellungshalle) eine etwa 50 Werke Tintorettos umfassende Ausstellung.[15] Sie war die erste Retrospektive seit jener von 1937 in der venezianischen Ca’ Pesaro.[16]

Eponyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Asteroid (9906) Tintoretto und der Merkurkrater Tintoretto sind nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– chronologisch –

Carlo Ridolfi: Vita di Giacopo Robusti detto il Tintoretto, celebre pittore, et cittadino Venetiano. Erstausgabe von 1642, Metropolitan Museum of Art

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tintoretto und das neue Venedig. (Alternativtitel: Tintoretto.) Dokumentarfilm, Deutschland, Italien, 2019, 52:32 Min., Buch und Regie: Erminio Perocco, Produktion: Kublai Film, V!dee, Zeta Group, Gebrüder Beetz Filmproduktion, ZDF, Erstsendung: 8. Dezember 2019 bei arte, Inhaltsangabe von ARD, online-Video aufrufbar bis zum 6. Januar 2020. Vorschau von Kublai Film, 1:39 Min.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jacopo Tintoretto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Werke

Zu Tintoretto

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spanish curator uncovers true name of Tintoretto. In: CBC, News | Arts & Entertainment, 21. Januar 2007, aufgerufen am 10. Dezember 2019.
  2. a b c d e Alexandra Matzner: Biographie von Jacopo Tintoretto (1518/19–1594). In: ArtinWords.de, 5. Oktober 2017.
  3. a b Arne Karsten (Historiker) zitiert in Kirsten Serup-Bilfeldt: Zum 500. Geburtstag des Malers Jacopo Tintoretto – Himmelsstürmer zwischen Reformation und Renaissance. In: Deutschlandfunk (DLF), 25. April 2018.
  4. Alexander Linke (Kunsthistoriker) zitiert in: Zum 500. Geburtstag des Malers Jacopo Tintoretto. In: DLF, 25. April 2018.
  5. Erasmus Weddingen (Kunsthistoriker / Schweiz) zitiert in: Zum 500. Geburtstag des Malers Jacopo Tintoretto. In: DLF, 25. April 2018.
  6. Roland Krischel (Kurator) zitiert in: Zum 500. Geburtstag des Malers Jacopo Tintoretto. In: DLF, 25. April 2018.
  7. Ausstellung: Tintoretto – A star was bornWallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud • 6. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018. In: Museen Köln.
  8. Die Testamente der Robusti geben einen Einblick in familiäre Spannungen. Die älteste Tochter Marietta durfte nur nach erheblichen Widerständen des Vaters den Goldschmied Marco (d’)Augusta heiraten. Er musste zusichern, im Haus des Schwiegervaters zu leben und zu arbeiten.
    Nach Mariettas Tod 1590 benannte Jacopo seinen Sohn Domenico am 30. Mai 1594 testamentarisch zu seinem Nachfolger. Marco wurde faktisch und schließlich durch das Testament seiner Mutter, Faustina Robusti Episcopi, vom 5. Juni 1612 auch formell in der Verfügung über sein Erbe eingeschränkt. Die Beschränkung begründete sie damit, dass er sich nicht auf dem rechten Wege befinde. Die Brüder setzten ihre Schwester Ottavia als Haupterbin ein (Testamente vom 20. Oktober 1630 und vom 15. September 1635) mit der Auflage, dass sie Sebastian Casser heiraten solle. Ottavia hatte 1600 den angesehenen Cittadino Giovanni Battista Caldoni geheiratet und war inzwischen verwitwet.
    Über ihre zweite Hochzeit im Jahre 1639 teilt sie in ihrem Testament vom 8. Oktober 1645 etwas distanziert mit, „ich bin mit Misier Sebastian Casser, … Maler in meinem Hause, die Ehe eingegangen, und zwar auf Anweisung meiner Brüder Domenico und Marco, welche mir vor ihrem Tode das Versprechen abnahmen, daß ich, wenn ich der Meinung sei, daß Messer Sebastiano sich in der Malerei gut mache, ihn zum Gemahl nehmen würde, damit durch seine Fähigkeiten der Name der Ca’ Tentoretto erhalten bleibe.“
    Die Testamente wurden dem Nachdruck von 1648 beigefügt in der Ausgabe von Carlo Ridolfi: Vite dei Tintoretto da Le maraviglie dell'arte overo Le vite degl'illustri pittori veneti e dello stato. Filippi, Venezia 1994, Nachdruck von 1648, ISBN 9788864950600, S. 127–140.
  9. Georg Seeßlen in: Zum 500. Geburtstag des Malers Jacopo Tintoretto. In: DLF, 25. April 2018.
  10. Fotos: Das Grab von Tintoretto. In: knerger.de.
  11. Inhaltsangabe: Tintoretto – Der Gonzaga-Zyklus. In: Hatje Cantz Verlag, aufgerufen am 10. Dezember 2019.
  12. Der Diplomat von Venedig lüftet sein Geheimnis. In: FAZ vom 8. Juni 2013, Seite 35, Artikelausschnitt.
       Der Diplomat von Venedig. Tintorettos Bildnis des Paolo Tiepolo. in: Stadt Köln, 2013.
  13. Roland Krischel: Tintoretto. In: Eberhard König (Hrsg.): Die großen Maler der italienischen Renaissance – Der Triumph der Farbe. Potsdam 2007, ISBN 978-3-8331-6040-0, S. 428 ff.
  14. Jean-Paul Sartre: « Saint Marc et son double », [1961] essai de Sartre sur Tintoret, retrouvé, établi et présenté par Michel Sicard, Obliques Sartre et les arts, édité par M. Sicard, nº 24–25, Nyons 1981, p. 171 à 202; vgl. Heiner Wittmann: Bibliographie: Sartre und Tintoretto. In: romanistik.info, 21. Mai 2018.
  15. Tintoretto-Ausstellung (englisch). (Memento vom 13. März 2016 im Internet Archive). In: Scuderie del Quirinale, Rom, 25. Februar – 10. Juni 2012.
  16. Eva Clausen: Das Licht der Verzweiflung. In: Neue Zürcher Zeitung, 11. April 2012, Ausstellungsbericht von den Scuderie del Quirinale, Rom, 2012.
  17. Candida Syndikus (Rezension): Helga Wäß: Der Raub der Sabinerinnen der Familie Gradenigo. In: sehepunkte, Ausgabe 1 (2001), Nr. 1.
  18. Heiner Wittmann (Rezension): Astrid Zenkert, Tintoretto in der Scuola di San Rocco, Ensemble und Wirkung. In: romanistik.info, 4. Juni 2006.