Platooning

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Grafik zur adaptiven Geschwindigkeitsregelung von vernetzten Fahrzeugen (Platooning)

Unter Platooning (von eng. Platoon für einen militärischen Zug), im Deutschen auch als elektronische Deichsel bezeichnet, versteht man ein in der Entwicklung befindliches System für den Straßenverkehr, bei dem mehrere Fahrzeuge mit Hilfe eines technischen Steuerungssystems in sehr geringem Abstand hintereinander fahren können, ohne dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt werden soll. Unternehmen wie Daimler testen diese Technologie bereits im Straßenverkehr,[1] jedoch erfordert die kommerzielle Umsetzung zusätzliche Kosten und Investitionen. Die Einführung von Platooning würde starke Auswirkungen auf den praktischen Straßenverkehr haben, die Abnutzung von Straßen verändern und erhebliche Änderungen in der StVO erfordern.

EU-Projekt SARTRE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das computergesteuerte Fahren in Kolonnen wird in dem EU-Projekt SARTRE „Safe Road Trains for the Environment“ entwickelt.

Vorteile und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entlastete Fahrer
  • Geringerer Kraftstoffverbrauch
  • Systemsicherheit umstritten
  • Änderung der StVO zur Reduzierung des Sicherheitsabstandes notwendig

Das Fahren mit geringem Abstand führt bei Autobahn-üblichen Geschwindigkeiten wegen der verringerten Luftwiderstands der nachfolgenden Fahrzeuge zu einer erheblichen Verringerung des Kraftstoffverbrauchs.[2] Ein solches Fahren im Windschatten ist vor allem im kommerziellen Straßenverkehr von Vorteil, in welchem Lastkraftwagen und Trucks durch den viel niedrigeren Verbrauch erhebliche Kostenvorteile (ca. 3-5 % Kraftstoffeinsparung) realisieren. Platooning bietet die Möglichkeit des Führens von mehreren Fahrzeugen nur durch einen Fahrer im führenden Fahrzeug, was ebenfalls zu sinkenden Personalkosten für Speditionen führen könnte. Die Befürworter des Platooning erhoffen sich weniger Staugefahr und höhere Leistungsfähigkeit insbesondere von Autobahnen. Durch die digital gekoppelten Fahrzeuge könnte sich außerdem ein höheres Maß an Sicherheit im Straßenverkehr verwirklichen, da Aufmerksamkeitsdefizite von Fahrern auf diese Weise durch die automatische Kopplung neutralisiert werden.

Die Systemsicherheit ist störanfällig. Ähnlich wie bei zäh fließendem Verkehr können kleine Abweichungen der Geschwindigkeit eines Vorgängers größere Abweichungen beim Nachfolger hervorrufen, was sich mit der Anzahl der Nachfolger aufschaukelt (Resonanzchaos). Kleine Störungen können verschiedene Ursachen haben, u. a. ein böswilliges Hacking in der Kommunikation.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Bergenhem, Henrik Pettersson, Erik Coelingh, Cristofer Englund, Steven Shladover, Sadayuki Tsugawa: Overview of Platooning Systems, ITS World Congress, Vienna, 22-26th October 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daimler Trucks erprobt Lkw-Platooning auf öffentlichen Highways in den USA | marsMediaSite. Abgerufen am 8. November 2017 (deutsch).
  2. Kathrin Elger: CO2-Emissionen: Computer, übernehmen Sie!, Artikel vom 14. Oktober 2014 auf spiegel.de, abgerufen am 20. Februar 2015.
  3. Soodeh Dadras, Ryan M. Gerdes, Rajnikant Sharma: Vehicular Platooning in an Adversarial Environment. In: ASIACCS 2015 - Proceedings of the 10th ACM Symposium on Information, Computer and Communications Security. 15. April 2015, doi:10.1145/2714576.2714619 (researchgate.net [abgerufen am 28. März 2018]).