Pleß (Berg)

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Pleß
Stoffelskuppe (links) und Pleß (rechts) von Südwesten

Stoffelskuppe (links) und Pleß (rechts) von Südwesten

Höhe 645,4 m ü. NHN [1]
Lage nahe Breitungen; Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Thüringen (Deutschland)
Gebirge Salzunger Werrabergland landläufig: Vordere Rhön
Dominanz 9,5 km → Baier
Schartenhöhe 275 m ↓ bei Eckardts
Koordinaten 50° 44′ 40″ N, 10° 14′ 30″ OKoordinaten: 50° 44′ 40″ N, 10° 14′ 30″ O
Pleß (Berg) (Thüringen)
Pleß (Berg)
Typ erloschener Stratovulkan
Gestein Basalt
Besonderheiten Pleßturm (AT)
TrÜbPl Bad Salzungen
Blick von Süden vorbei an der Stoffelskuppe (links) zum Pleß

Der Pleß ist ein 645,4 m ü. NHN[1] hoher Berg des Salzunger Werraberglands im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen (Deutschland). Er ist basaltisch-vulkanischen Ursprungs.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pleß erhebt sich – inklusive seiner Gipfelregion – größtenteils im Gemeindegebiet des nordöstlich liegenden Breitungen, und auf seinen Südhang reicht das Gemeindegebiet des südlich gelegenen Rosa, beide im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Beim südwestlich befindlichen Roßdorfer Tor (526,6 m) stoßen die Grenzen beider Gemeinden auf jene von Roßdorf (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) im Südsüdwesten und Urnshausen (Wartburgkreis) im Westen. Etwas nordwestlich davon liegt das Gemeindegebiet von Bad Salzungen (Wartburgkreis).

Vom Nordwestteil des etwas weiter nordöstlich befindlichen Thüringer Waldes gesehen befindet sich der Pleß links (bzw. ostsüdöstlich) neben den Bergen Baier (713,9 m), Dietrichsberg (Dietrich; 667,4 m) und Öchsenberg (Öchsen; 627,2 m). Südwestlicher Nachbar ist die 2,4 km entfernte Stoffelskuppe (620,1 m).

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pleß wird landläufig als der nordöstlichste Berg der Vorderen Rhön angesehen, wurde indes von der Bundesanstalt für Landeskunde naturräumlich bereits zum nordöstlich angrenzenden Salzunger Werrabergland gerechnet. Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie rechnet ihn wiederum der Rhön zu. Genetisch entstammt er klar dem Vulkanismus der Rhön, ist jedoch vom Buntsandstein des Werraberglandes eingeschlossen.

Laut Bundesanstalt für Landeskunde gehört der Pleß in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (Nr. 35) und in der Haupteinheit Salzunger Werrabergland (359) zur Untereinheit Stadtlengsfelder Hügelland (359.0).[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis auf gipfelnahe Teile vom Nord- und Westhang des Pleß reichen das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Pleß-Stoffelskuppe-Bernshäuser Kutte (FFH-Nr. 5227-301; 15,7 km² groß) und das Vogelschutzgebiet Thüringische Rhön (VSG-Nr. 5326-401; 199,49 km²). Bis auf den am Roßdorfer Tor gelegenen Übergangsbereich zur Stoffelskuppe reicht das Landschaftsschutzgebiet Thüringische Rhön (CDDA-Nr. 20897; 1989 ausgewiesen; 631,8923 km²).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Name des Pleß' war „Bleßberg“. Da aber im Herzogtum Sachsen-Meiningen zwei Bleßberge existierten, ein „oberländischer“ Bleßberg in der Nähe von Eisfeld und ebendieser „unterländische“ – welches öfters zu Verwechslungen führte – wurde der Name auf Weisung von Herzog Georg II. Ende des 19. Jahrhunderts auf Pleßberg geändert. Kurze Zeit später entfiel auch die Bezeichnung „-berg“.

Schon im 19. Jahrhundert wurden auf dem Pleß das Pleßhaus (nördlich des Gipfels) und ein Aussichtsturm errichtet. In der DDR wurde der Berg mit dem Truppenübungsplatz Bad Salzungen, der bis auf den Nord- und Westhang des Berges reicht, zum Sperrgebiet erklärt. Das Pleßhaus diente als Unterkunft der Soldaten, später, als eine Kaserne auf dem Pleß gebaut wurde, stand es leer und verfiel. Auch der Aussichtsturm wurde abgetragen. Engagierte Bürger setzten sich für den Erhalt des Pleßhauses ein. Das neue Haus wurde am Jägerstein aufgebaut. Die dortige Gaststätte heißt Seeblick.

Nach der politischen Wende zog die Bundeswehr in den 1990er Jahren vom Bleßberg teilweise ab. Seitdem besteht erneut die Möglichkeit das Gebiet zu bewandern – beispielsweise auf dem über den Gipfel führenden und 175 km langen Fernwanderweg Hochrhöner. Im März 1996 erwarb die Gemeinde Breitungen das Gebiet des Pleßbergs und besitzt seitdem einen eigenen Hausberg.

Pleßturm

Pleßturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Pleßgipfel stand bereits von 1921 bis 1934 ein Aussichtsturm; der zweite Turm existierte von 1936 bis 1963. Der dritte Turm ist der am 2. Oktober 1999 eingeweihte Pleßturm, der aus Kalksandstein gemauert wurde und eine Fassade aus Titan-Zink-Blech hat. Von seiner auf 20 m Höhe gelegenen Aussichtsplattform kann man zum Thüringer Wald, in die Rhön (mit der Wasserkuppe) und zum Hessischen Kegelspiel schauen; außerdem fällt der Blick entlang der Werra und vorbei an der Wartburg zum Hohen Meißner.[3]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pleß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Werner Röll: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 126 Fulda. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 4,2 MB)
  3. Der Pleß und seine Türme, auf breitungen.de

Karten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographische Karte: Westlicher Thüringer Wald – Mittleres Werratal, M = 1:50.000, Nr. 55, Thüringer Landesamt für Vermessung und Geoinformation, ISBN 3-86140-265-3
  • Wanderkarte: Naturpark Thüringer Wald – Trusetal, Bad Liebenstein, Bad Salzungen, M = 1:30.000, Verlag grünes Herz, ISBN 3-929993-44-9