Vordere Rhön

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Vordere Rhön, Östliche Kuppenrhön
Höchster Gipfel Gebaberg (751 m)
Lage Thüringen
Teil der Rhön
Vordere Rhön, Östliche Kuppenrhön (Thüringen)
Vordere Rhön, Östliche Kuppenrhön
Koordinaten 50° 39′ N, 10° 11′ OKoordinaten: 50° 39′ N, 10° 11′ O
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Geologische Karte der Vorderrhön

Als Vordere Rhön, auch Vorderrhön oder Östliche Kuppenrhön genannt, wird der am Gebaberg bis 751 m hohe nordöstlichste, fast komplett in Thüringen (Landkreis Schmalkalden-Meiningen im Südosten und Wartburgkreis im Nordwesten) gelegene Teil des Mittelgebirges Rhön bezeichnet. Die Vorderrhön ist Teil der Kuppenrhön und der etwas umfangreicheren naturräumlichen Haupteinheit Vorder- und Kuppenrhön (mit Landrücken).

Lage und Grenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Westen wird die Vorderrhön durch das Tal der Felda begrenzt, nach Süden bildet die Herpf eine ungefähre Grenze, die jedoch von Stellberg und Abtsberg im westlichen sowie Neuberg und Hutsberg im östlichen Süden überschritten wird. Die Ostgrenze liegt, beginnend im Süden, knapp westlich der Linie
BettenhausenStepfershausenUnterkatzOepfershausenRoßdorf.

In den naturräumlichen Ordnungen nach der Bundesanstalt für Landeskunde[1][2] und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG Jena)[3] werden einige der Berge in Grenznähe unterschiedlich zugeordnet. So ordnet die Bundesanstalt die Berge Pleß und Stoffelskuppe im Nordosten dem östlich angrenzenden Salzunger Werrabergland zu, die Berge Neuberg und Hutsberg im östlichen Süden der (Vorderen) Rhön und die Berge Stellberg und Abtsberg im westlichen Süden dem Östlichen Rhönvorland. Demgegenüber rechnet TLUG Jena sowohl Pleß/Stoffelskuppe als auch Stellberg/Abtsberg, Neuberg und Hutsberg jedoch nicht mehr der (Vorderen) Rhön zu.

Landläufig werden indes alle sechs Berge, nicht zuletzt ihrer Höhen von deutlich über 600 m wegen, der Vorderrhön zugerechnet. Diese einbeziehend, ist die Vorderrhön in Nord-Süd-Richtung maximal 25 km lang (Pleß–Neuberg) bei nur 5 bis maximal 12 Kilometern Breite.

Andere Begriffsverwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwendung „Vordere Rhön“ für den von Thüringen aus „vorne“ liegenden, östlichen Teil der Kuppenrhön ist historisch. Nicht selten wird in weniger differenziert unterteilenden Quellen der Begriff „Vordere Rhön“ auch im Sinne von „Thüringische Rhön“ verwendet.

Etwas verwirrend in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass die Bundesanstalt für Landeskunde diesen Begriff im Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands 1957 in völlig anderer Bedeutung vage für das Westliche Rhönvorland und die später als Haune-Hochflächen einer anderen Haupteinheit (Fulda-Haune-Tafelland) zugeordnete nordwestliche Abdachung der Rhön verwendet.[1] Diese Verwendung wird auch im Blatt Schweinfurt (1968) der Geographischen Landesaufnahme 1:200.000[2] des gleichen Instituts und im Online-Angebot des Hessischen Umweltministeriums „Umweltatlas“[4] praktisch wörtlich zitiert, obgleich die Bezeichnung als naturräumlicher Eigenname nicht aufgeführt wird.

Es ist demnach davon auszugehen, dass der Name der Haupteinheit „Vorder- und Kuppenrhön (mit Hessischem Landrücken)“ nicht etwa zwischen der stets als Östliche Kuppenrhön bezeichneten Vorderen Rhön im landläufigen Sinne, sondern zwischen der eigentlichen Kuppenrhön und seinem zur Haupteinheit gezählten Vorland unterscheiden will.

Abdachung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die östliche Nahtstelle zum Salzunger Werrabergland von Süden mit Pleß (645 m) und Stoffelskuppe (620 m, links)

Nach Nordosten wird die Vorderrhön durch die Buntsandstein-Rücken des Stadtlengsfelder Hügellandes im Salzunger Werrabergland zur Werra hin abgedacht, zu dem manche Quellen auch Pleß und Stoffelskuppe zählen.

Nach Südosten in Richtung Herpf und Meiningen schließen sich die Werra-Gäuplatten (Muschelkalk) an, nach Süden das Östliche Rhönvorland, welches in der Hauptsache aus Buntsandstein mit aufgesetzten Basaltkuppen besteht, die indes deutlich unter 550 m bleiben.

Flüsse und Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Flüsse entwässern die Vorderrhön über die aufgeführten Orte (flussabwärts geordnet) und ihre östliche Abdachung, wobei mit einem Stern (*) gekennzeichnete Flüsse nur die Abdachung passieren bzw. analog gekennzeichnete Orte knapp außerhalb liegen:

von rechts zur Felda nach Westen entwässern (von Norden nach Süden):

Von links zur Werra nach Osten entwässern (von Norden nach Süden):

Die Sülze verläuft gänzlich im Gebiet der Werra-Gäuplatten, welches die Herpf nach etwa der Hälfte ihres Laufes betritt, während alle anderen Werra-Zuflüsse spätestens im Mittellauf das Stadtlengsfelder Hügelland passieren und zertalen.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorderrhön wird durch die Landesstraßen HerpfKaltensundheim im Süden und RoßdorfDermbach im Norden in drei Segmente geteilt.

Während der Norden eindeutig vom Pleß dominiert wird, teilt sich die Mitte auf. Vom Roßberg (mit Hauptgipfel Hohe Rain, nur 500 m südwestlich des eigentlichen Roßberggipfels) zweigt der lange Rücken des Hahnbergs nach Südosten ab, der die Ortschaft Kaltenlengsfeld östlich abriegelt (vgl. geol. Karte), während der Umpfen in der Hauptsache eine Einzelkuppe darstellt.

Der Süden wird vom mächtigen Gebaberg dominiert, dessen Massiv nach Westen nur sehr allmählich abflacht. Nach Süden zweigen unmittelbar südlich des Gebabergs, jedoch durch das Tal der Herpf getrennt, Hutsberg und Neuberg ab, von seinen Westausläufern Stellberg und Abtsberg.

Der Steinbruch auf dem Umpfen
Stoffelskuppe

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands - Bundesanstalt für Landeskunde; 4./5. Lieferung Remagen 1957, 6. Lieferung Remagen 1959, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960
  2. a b Verschiedene Autoren: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern (je Karte 1:200.000 und Taschenbuch) - Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1959–1987; geklammerte Einzelblätter haben nur marginalen Anteil an der Rhön, mit einem Stern (*) gekennzeichnete Einzelblätter sind bislang nicht in die Aufstellung eingeflossen.
    • (Blatt 112: Kassel (H.-J. Klink 1969)*)
    • Blatt 126: Fulda (W. Röll 1969)*
    • Blatt 140: Schweinfurt (Brigitte Schwenzer 1968)
    • (Blatt 141: Coburg (H. Späth 1987)*)
  3. Naturraumkarten der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie:
  4. Karte und Beschreibung im Umweltatlas Hessen (in neuem Fenster öffnen!)