Hessisches Kegelspiel

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Hessisches Kegelspiel (von Osten) u. a. mit dem Gehilfersberg (mittig)
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Das Hessische Kegelspiel ist eine Anordnung kegelförmiger Vulkanberge im nordwestlichen, flachsten Teil der Rhön in Osthessen, Deutschland. Die beeindruckende Ansammlung von Vulkankegeln liegt in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Fulda im Nordwestteil der Kuppenrhön östlich von Eiterfeld und südlich von Schenklengsfeld.

Geologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kern dieser Kuppen, die wegen ihrer Gleichförmigkeit und der Anzahl der Berge Hessisches Kegelspiel genannt werden, besteht aus zumeist hexagonalen Basaltsäulen (siehe dazu unter Stoppelsberg), die beim Abkühlen der Lava entstanden.

Der Sage nach betrieben hier Riesen eine Kegelbahn, der Stoppelsberg stellte die Kugel dar.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Norden über Wippershain zu einigen Kuppen des Hessischen Kegelspiels

Zum Hessischen Kegelspiel gehört ein knappes Dutzend Berge. Der nördlichste und zugleich höchste ist der Soisberg (629,9 m) mit einem Aussichtsturm. Vom Soisbergturm aus schaut man nach Süd bis Südwest auf neun nahe beieinander liegende kegelförmige Bergkuppen, die sich in ihrer Höhe wenig unterscheiden. Dies sind sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):[1]

Blick vom Stoppelsberg nach Osten zu einigen Kuppen des Hessischen Kegelspiels

Weiter entfernt im Westen folgt der Stoppelsberg (523,9 m), der ebenfalls noch zur Kuppenrhön gehört und gelegentlich auch zum Hessischen Kegelspiel gezählt wird. Dessen Bergkuppe trägt die Ruine der Burg Hauneck und bietet ebenfalls einen eindrucksvollen Blick von Westen auf die obengenannten Gipfel des Kegelspiels, mit dem Soisberg als fernstem im Nordosten.

In der Region sind verschiedene Merksätze zum Kegelspiel bekannt – die sich allerdings nicht immer auf dieselbe Reihe von Bergen beziehen – und verweisen auf Namensteile der benannten Kuppen, beispielsweise:

„Ein Wiesel trägt auf seinem Rücken einen Apfel durch ein Stoppelfeld in einen kleinen, morschen Stall auf einer Lichtung, so is es.“[2]

Hiermit wird auf Wissels-, Rückers-, Appels-, Stoppels-, Klein-, Mors-, Stall-, Licht- und Soisberg Bezug genommen; zwei der oben angeführten fehlen. Zum deutschen Spiel des Kegelns gehören zumeist neun Kegel, eine Kugel und ein Spieler.

Ringwallanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem zur Rasdorfer Gemarkung gehörenden Kleinberg etwa 1000  südöstlich von Großentaft liegen Reste der vermutlich keltischen, kleinen, einteiligen und eisenzeitlichen Ringwallanlage Kleinberg. Eine ähnliche Anlage befindet sich wenige Kilometer westlich auf dem zur Gemarkung Kirchhasel gehörenden Stallberg.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jessica Schäckermann, Martin Krämer: Stallberg – markante Basaltkuppe im Kegelspiel (PDF; 473 kB) Landkreis Fulda, Hessische Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön (Hg.), 2006
  • Pralle, Ludwig: Die Wallfahrtskirche am Gehilfersberg, in: Gemeindevorstand der Gemeinde Rasdorf (Hrsg.): Rasdorf, Beiträge zur Geschichte einer 1200-jährigen Gemeinde, Rasdorf, 1980, S. 73 ff
  • Sturm, Erwin: Rasdorf, Geschichte und Kunst, Seite 72 ff., Fulda. 1971

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste und zugehörige Höhen erstellt mit DVD Hessen3D (ISBN 978-3-935603-73-7)
  2. Hessisches Kegelspiel, auf eiterfeld.de, eingesehen am 25. März 2009
  3. Rolf Gensen: Die eisenzeitlichen Ringwälle auf dem Stallberg und dem Kleinberg. Führungsblatt zu den Befestigungen bei Hünfeld-Kirchhasel und bei Rasdorf im Landkreis Fulda (1985), Archäologische Denkmäler in Hessen (Heft 49), Wiesbaden 1985, ISBN 3-89822-049-4. 8 Seiten

Koordinaten: 50° 43′ 3″ N, 9° 50′ 30″ O