Podmokle Małe

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Podmokle Małe
Podmokle Małe führt kein Wappen
Podmokle Małe (Polen)
Podmokle Małe
Podmokle Małe
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Zielona Góra
Gmina: Babimost
Fläche: 15,43 km²
Geographische Lage: 52° 11′ N, 15° 48′ OKoordinaten: 52° 11′ 28″ N, 15° 48′ 20″ O
Einwohner: 458
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Podmokle WielkieNowe Kramsko
Schienenweg: Bahnstrecke Guben–Zbąszynek
Bahnstation: Babimost
Nächster int. Flughafen: Flughafen Zielona Góra-Babimost



Podmokle Małe (deutsch Klein Posemuckel, früher auch Klein Posemukel, 1937–45 Klein Posenbrück) ist ein Dorf mit 440 Einwohnern in der Gemeinde Babimost (Bomst) der polnischen Woiwodschaft Lebus.

Ortseingang von Südwesten

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Podmokle Małe (Klein Posemuckel) mit einer Fläche von 1543 Hektar befindet sich drei Kilometer nordwestlich der Stadt Babimost am westlichen Ufer der Faulen Obra (Gniła Obra). Der Ort liegt 44 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Zielona Góra (Grünberg in Schlesien) an einer unbedeutenden Nebenstraße, die Podmokle Wielkie mit Nowe Kramsko (Neu Kramzig, 1937–45 Kleistdorf) verbindet – bei Querung der Woiwodschaftsstraße 303 von Świebodzin (Schwiebus) nach Powodowo (Lehfelde) an der Landesstraße 32.

Die nächste Bahnstation ist Babimost (Bomst) an der Bahnstrecke Zbąszynek (Neu Bentschen) – Guben/Gubin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes am Rande der Obrasümpfe leitet sich vom polnischen Adjektiv „podmokły“ ab, das so viel wie „feucht“ oder „nass“ bedeutet. Die Ursprünge der slawischen Siedlung reichen bis ins 10. Jahrhundert zurück. Traditionell betrieben die Einwohner Fischerei und Landwirtschaft.

1257 wurde Klein Posemuckel dem Zisterzienserkloster Obra überlassen. 1319 ging der Ort von Polen an das Kurfürstentum Brandenburg, später an das Herzogtum Glogau über und 1335 an Polen. Bei der Zweiten Polnischen Teilung von 1793 kam das Dorf zu Preußen, und das Kloster Obra wurde säkularisiert und vom preußischen Staat verwaltet. Bei der Aufteilung des Klosterbesitzes im Jahre 1795 an preußische Adlige und Staatsbeamte erwarb der preußische Regierungsrat von Unruh Klein Posemuckel.

Die Einheimischen waren zum Teil Polen; 1794 beteiligten sich einige polnische Dorfbewohner am Kościuszko-Aufstand. Am 11. Juni 1929 eröffnete Jan Baczewski im Dorf eine polnische Minderheitenschule.

1933 hatte Klein Posemuckel 507 Einwohner.[1]

Seit dem 19. Jahrhundert wird der Name des etwa 100 km östlich der Oder gelegenen Dorfs im Deutschen als Synonym für ein abgelegenes, rückständiges, provinzielles „Nest“ gebraucht.

Klein Posemuckel gehörte von 1818 bis zu dessen Auflösung im Jahre 1938 zum preußischen Landkreis Bomst und danach bis 1945 zum Landkreis Züllichau-Schwiebus. Während des Dritten Reichs erfolgte 1937 eine Umbenennung in Klein Posenbrück und zwischen 1939 und 1945 die Vereinigung mit dem am gegenüberliegenden Ufer der Faulen Obra befindlichen Dorf Groß Posenbrück (heute Podmokle Wielkie) zur Gemeinde Posenbrück.

Während des Zweiten Weltkriegs kam es im Dorf zur Verhaftung polnischer politischer Aktivisten, die in Gefängnisse verbracht oder in Konzentrationslagern wie Sachsenhausen und Ravensbrück interniert wurden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Dorf nach der Besetzung durch die Rote Armee unter polnische Verwaltung gestellt. Die deutschen Einwohner wurden von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben; ihre Häuser wurden konfisziert.

Seit 2005 besteht eine Schulpartnerschaft mit der GrundschuleRosa Luxemburg“ in Neuruppin[2]

Im Juni 2007 eröffnete ein Freilichtmuseum landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Sprungala: Das sprichwörtliche Posemuckel. In: Jahrbuch Weichsel-Warthe, Wiesbaden 2008, ZDB-ID 533266-7, S. 138–142 mit Abbildungen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.verwaltungsgeschichte.de/zuellichau.html
  2. Posemuckel gibt es wirklich ... Partnerschule der Grundschule „Rosa Luxemburg“ Neuruppin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]