Pogum

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Pogum
Gemeinde Jemgum
Wappen von Pogum
Koordinaten: 53° 19′ 6″ N, 7° 15′ 31″ O
Höhe: 1 m ü. NN
Fläche: 4,75 km²
Einwohner: 205 (30. Jun. 2015)
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 26844
Vorwahl: 04902
Karte
Karte des Rheiderlands
Karte mit Pogum aus dem Jahr 1933
Karte mit Pogum aus dem Jahr 1933

Pogum (plattdeutsch Poom) im Rheiderland ist eine Ortschaft in der Gemeinde Jemgum im Landkreis Leer in Ostfriesland.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme von Pogum (2013)

Die Ortschaft gegenüber der Seehafenstadt Emden liegt direkt im Übergangsbereich von der Ems zum Dollart und hat noch einen kleinen Muhdehafen. Flächenmäßig ist die Ortschaft 4,75 Hektar groß. Sie wird zurzeit von 205 Einwohnern bewohnt (Stand: 2015).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird bereits im 14. Jahrhundert urkundlich genannt: im Jahre 1367 wird er als „Urapawengum“ bezeichnet.

Die Pogumer Kirche wurde 1776 erbaut. In ihr befinden sich zwei trapezförmige Grabplatten aus dem 11. Jahrhundert, die wahrscheinlich die ältesten Ostfrieslands sind. Die Orgel stammt von Johann Adam Berner (1758–1759) und verfügt über sechs Register. Die Pogumer Gemeinde ist eine der wenigen lutherischen Gemeinden im ansonsten stark reformiert geprägten Rheiderland.

Bei der Sturmflut 1962 wurden Häuser, die zu der Zeit direkt am Seedeich standen, von abrutschenden Erdmassen erfasst.[1] Pogum entging im Gegensatz zu Völlen nur knapp einem Deichdurchbruch, was zur teilweisen Überschwemmung des Rheiderlands geführt hätte. Im Jahr 1971 wurde das Siel von 1877 ersetzt und ein neues Schöpfwerk eingeweiht. Durch die Verstärkung des Deiches wurde der nördliche Teil von Dyksterhusen aufgegeben und für die Bewohner südlich eine neue Siedlung angelegt.[2]

Der Ort Pogum gehört seit dem 1. Januar 1973 zur Gemeinde Jemgum.[3]

Im Jahr 1998 ist die Ortschaft Pogum in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Pogum wird im Volksmund das „Endje van de Wereld“ (dt. „Ende der Welt“) genannt, weil früher hier, an der nördlichsten Stelle des Rheiderlandes, die Straße endete und man vor dem Dollart, dem Mündungstrichter der Ems, stand.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das jährlich ausgetragene Kreierrennen findet unter dem Motto „Up de Spör van de Dullartfiskers“ statt und hat überregionale Bedeutung. Traditionell wurden die Kreier, eine Art Schlickschlitten, bei der Reusenfischerei im Dollart eingesetzt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joost Kirchhoff: Sturmflut 1962. Die Katastrophennacht an Ems und Dollart. Ablauf – Erkenntnisse – Folgerungern. Risius, Weener 1992.
  2. Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Pogum, abgerufen am 10. Juli 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 263.
  4. Die Wattschlitten von Pilsum und Pogum, abgerufen am 26. Dezember 2012