Pommernlied

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Erstdruck des Pommernliedes 1853

Das Pommernlied ist ein Lied, das in der ehemaligen preußischen Provinz Pommern als Landeshymne etabliert war und auch heute noch im Landesteil Vorpommern des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern eine bedeutende Rolle im regionalen Liedgut einnimmt. Es entstand um 1850 und geht auf den Theologen und Dichter Gustav Adolf Pompe zurück.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee zum Pommernlied kam Gustav Adolf Pompe, Student der Theologie und Philologie in Halle an der Saale, nach eigenen Angaben während einer Wanderung mit mehreren Studenten der christlichen Studentenverbindung Wingolf im Harz: „In irgendeiner Bleibe hätten nacheinander die beteiligten verschiedenen Landeskinder ihre Heimatlieder angestimmt, zwei Pommernsöhne aber hätten mit schmerzlichem Vermissen zugehört.“ Pompe habe daraufhin rasch den Text zu einem entsprechenden Lied entworfen und seinen beiden Landsleuten präsentiert. Erstmals schriftlich festgehalten findet sich das Lied in einem Brief Pompes an seine Mutter, datiert auf den 19. März 1852. Die Dichtung wurde 1853 erstmals in der Anthologie „Aus dem Wingolf“[1] veröffentlicht, in der Gedichte, Studentenlieder und Ansprachen der damals bestehenden Wingolfsverbindungen zusammengetragen wurden. Pompe datiert das Gedicht hier auf das Jahr 1851.

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel des Pommernliedes lautete in der handschriftlichen Fassung „Heimath!“, wurde jedoch bei der ersten Drucklegung geändert in die heute noch gebräuchliche Bezeichnung „Pommernlied“. Weitere Änderungen des Originaltextes waren der Austausch des Wortes „Vaterland“ gegen „Pommerland“ und die Umformulierung der Textzeile „weiße Möwen wiegen in der blauen Höh’“ zu „weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh’“. Der auf diesen Änderungen basierende und noch heute zur 1818 entstandenen Melodie „Freiheit, die ich meine“ von Karl August Groos (1789–1861) gesungene Text lautet:

  1. Wenn in stiller Stunde Träume mich umwehn,
    bringen frohe Kunde Geister ungesehn,
    reden von dem Lande meiner Heimat mir,
    hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier.
  2. Weiße Segel fliegen auf der blauen See,
    weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh’,
    blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand;
    Pommerland, mein Sehnen ist dir zugewandt!
  3. Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn,
    aus der Ferne sendet trauten Gruß er hin;
    traget, laue Winde, meinen Gruß und Sang,
    wehet leis und linde treuer Liebe Klang!
  4. Bist ja doch das eine auf der ganzen Welt,
    bist ja mein, ich deine, treu dir zugesellt;
    kannst ja doch von allen, die ich je gesehn,
    mir allein gefallen, Pommerland, so schön!
  5. Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier, bald dort,
    doch aus allen andern treibt’s mich immer fort:
    Bis in dir ich wieder finde meine Ruh,
    send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu!

Die Zeilen „… reden von dem Lande meiner Heimat mir, hellem Meeresstrande, düsterm Waldrevier“ in der ersten Strophe beschreiben die charakteristischen Landschaftsgegebenheiten Pommerns – die weißen, langen Strände der Ostseeküste und die ausgedehnten Wälder im Landesinneren. Der Text der zweiten Strophe „Weiße Segel fliegen auf der blauen See, weiße Möwen wiegen sich in blauer Höh’, blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand …“ bezieht sich auf die blau-weißen Landesfarben Pommerns.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Besch: Die Pommernhymne. Ihr Dichter und ihre Entstehung. In: Unser Pommerland. Heft 2/1927, S. 41−43.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus dem Wingolf, gedruckt als Manuskript, Halle (W. Plötz) 1853

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]