Vorpommern

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Der Greif für Vorpommern im offiziellen Landeswappen von Mecklenburg-Vorpommern
Flagge Vorpommerns

Vorpommern ist der westlich der Oder gelegene und bei Deutschland verbliebene Teil der ehemaligen preußischen Provinz Pommern. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war diese von den Siegermächten zwischen Deutschland und Polen aufgeteilt worden. Aus der zu Vorpommern gehörenden pommerschen Provinzhauptstadt Stettin wurde die polnische Großstadt Szczecin.

Zusammen mit Mecklenburg bildet der größte Teil Vorpommerns heute das Land Mecklenburg-Vorpommern. Es liegt in seinem östlichen Teil und umfasst etwa ein Drittel seiner Fläche. Vorpommern liegt im Nordosten Deutschlands und im südlichen Ostseeraum, grenzt im Osten an Polen, im Westen an den Landesteil Mecklenburg und im Südosten an das Land Brandenburg. Ein kleiner Teil Vorpommerns um die Stadt Gartz liegt in Brandenburg. Die wichtigsten Städte Vorpommerns sind Stralsund und Greifswald, die gemeinsam ein Oberzentrum bilden. Rostock als Regiopole und die Metropolregionen von Hamburg und Berlin wirken in die Region hinein, ebenso die Öresundregion über die Ostsee und Stettin als grenzübergreifender Ballungsraum.

Die Region ist als Lebensort und Urlaubsziel für ihren Wasserreichtum bekannt. Hervorzuheben ist die ausgedehnte Ostseeküste mit den zahlreichen Seebädern, vor allem auf den beiden größten deutschen Inseln Rügen und Usedom, sowie die artenreichen Lagunen z. B. im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft mit reichhaltiger Natur.

Das historische Gebiet Vorpommerns deckt sich weitestgehend mit der Stadt Stettin und dem Powiat Policki in Polen sowie den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald in Deutschland. Diese beiden Landkreise bilden heute als Regionaler Planungsverband Vorpommern einen von vier Teilräumen für die regionale Landesplanung in Mecklenburg-Vorpommern.[1]

Das Pommernlied spielt als Regionalhymne auch heute noch eine Rolle im regionalen Liedgut. Es entstand um 1850 und geht auf den Theologen Gustav Adolf Pompe zurück.

Begriff und Grenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorpommern im Jahr 1934 und Landkreise bis 2011
Lage Vorpommerns im heutigen Deutschland anhand der bis 2012 bestehenden Pommerschen Evangelischen Kirche

Unter Vorpommern, bis zum 19. Jahrhundert auch Vorderpommern genannt,[2] verstand man (im Gegensatz zu Hinterpommern) seit dem Westfälischen Frieden 1648 den Teil Pommerns westlich der Oder, also - anders als heute - inklusive der der Hauptstadt Stettin. Durch die willkürliche gezogene Grenze, die ab Mescherin die Oder verlässt und weiter westlich führt, kam das Gebiet zwischen dieser und der Oder einschließlich der Insel Wollin, der Stadt Swinemünde auf Usedom und Stettin sowie des sogenannten Stettiner Zipfels zu Polen. Letzterer wird von der von dort vertriebenen deutschen Bevölkerung so genannt, um zu verdeutlichen, dass dieser Teil von Vorpommern historisch nicht zu Hinterpommern gehörte, nur weil er seit dem Krieg zu Polen gehört. Der Begriff Vorpommern wird heute allgemein für den deutschen Teil Pommerns verwendet.

Die einstige Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern ist seit der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR weitgehend verloren gegangen. Mit der Kreisgebietsreform 2011 hat man sich dem einstigen Grenzverlauf nur teilweise wieder angenähert. In ihrem Verlauf lebt sie als Grenze zwischen den evangelischen Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern in der Nordkirche sowie zwischen den katholischen Erzdiözesen Hamburg und Berlin bis heute fort.

Der Originalverlauf der historischen Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern, die in weiten Teilen durch das Mecklenburgisch-Vorpommerschs Grenztal verläuft, ist im Folgenden beschrieben:

Vom Fischland westlich von Ahrenshoop nach Süden, quert den Saaler Bodden bis zur Recknitzmündung, trennt das mecklenburgische Ribnitz vom pommerschen Damgarten, führt mittig von Recknitz und Trebel bis nördlich von Demmin, um westlich Demmins auf die Peene zu stoßen, führt entlang dieser bis zum Kummerower See, quert diesen und verlässt ihn an der Peene bei Moorbauer. Östlich von Basepohl verläuft sie durch den Augraben, den sie bei Hasseldorf in östlicher Richtung verlässt. Ab Altenhagen verläuft sie in südlicher Richtung bis zum Abfluss des Kastorfer Sees und von dort nach Osten, bis sie bei Lebbin die Tollenseniederung erreicht. Sie folgt der Tollense in nördlicher Richtung bis zum Treptower Werder, verläuft dann weiter entlang des Grenzgrabens zunächst nach Osten, dann nach Norden bis zu dessen Einmündung in den Großen Landgraben. Im Landgraben verläuft sie bis zum Lübkowse bei Charlottenhorst, von dort bis zum Weißen Graben in der Friedländer Großen Wiese, dem sie bis zum Galenbecker See folgt. Schließlich trifft sie bei Heinrichswalde auf die Landesgrenze zu Brandenburg.

Bis 1937 gehörte zudem noch die Exklave Zettemin bei Stavenhagen zu Provinz Pommern. Durch das von der Reichsregierung Hitler erlassene Groß-Hamburg-Gesetz gehört sie seit dem 1. April 1937 aber zu Mecklenburg. Auch sonst ist die bereits seit dem Spätmittelalter faktisch festliegende Grenze im Detail erst durch Staatsverträge zwischen Mecklenburg und Preußen im 19. Jahrhundert endgültig festgelegt worden. So verlief in Wolde bei Altentreptow die Grenze bis 1873 mitten durch den Ort.

Heutige Landkreisgrenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Kreisreform 1994 gab es Entwürfe, die Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern mit den neuen Landkreisen wiederaufleben zu lassen. Diese wurden aber nicht umgesetzt.

Mit der Kreisgebietsreform 2011 näherte man sich wieder etwas stärker den historischen Grenzen an, ohne jedoch den genauen Verlauf nachzubilden.

Der Name des Landesteils Vorpommern findet sich nunmehr in zwei Landkreisen wieder:

So verläuft sie heute durch den Landkreis Vorpommern-Rügen, dessen westlicher kleinerer Teil inklusive des Stadtteils Ribnitz von Ribnitz-Damgarten eigentlich zu Mecklenburg gehört, und durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, dessen nordöstlicher Teil zwischen Demmin und Altentreptow historisch betrachtet zu Vorpommern gehört, sowie auch kurz durch den Landkreis Vorpommern-Greifswald, wo ein kleines Gebiet im Südwesten – die Friedländer Große Wiese und Gehren (heute Ortsteil von Strasburg) – eigentlich ein Teil Mecklenburgs war.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil der berühmten Kreideküste des Jasmund-Nationalparks mit Victoria-Sicht und Königsstuhl, von der Ostsee gesehen

Vorpommern wird vor allem durch seine lange Küste geprägt, die den größten Teil der Küste von Mecklenburg-Vorpommern einnimmt. Typisch ist eine ausgeprägte „Doppelküste“, bei der vorgelagerte Inseln sogenannte Bodden vom offenen Meer trennen, die in dieser Form eine einmalige Landschaft darstellen. Mit Rügen und Usedom gehören die beiden größten deutschen Inseln zu Vorpommern.

Größte Stadt in Vorpommern ist die einst zur Hansezeit mächtig gewesene Hansestadt Stralsund. Sie ist auch heute die wirtschaftlich bedeutendste Stadt. Geistiges und gerichtliches Oberzentrum ist wegen der vielen Landesgerichtsbarkeiten und der ansässigen alten Ernst-Moritz-Arndt-Universität die Hansestadt Greifswald, etwa 35 km von Stralsund entfernt.

Die Städte Stralsund und Greifswald bilden zusammen nach Rostock das nach Einwohnern zweitgrößte Oberzentrum Mecklenburg-Vorpommerns. Außerdem hat das Gebiet die zweitgrößte Bevölkerungsdichte der vier Planungsregionen des Landes.

In Vorpommern liegen zwei Nationalparks und drei Naturparks:

Die östliche Uferregion des Kummerower Sees gehört zum Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald – die Geschichtsdokumentation des Landesteiles

Der Name Pommern ist die eingedeutschte Form von Pomorje[3] und ist slawischer Herkunft: po more„am Meer“.[4]

Der Name Vorpommern geht auf die zweite Teilung Pommerns in die Herzogtümer Pommern-Wolgast (Vorpommern) und Pommern-Stettin (Hinterpommern) 1532 zurück. Während 1295 noch eine Teilung in ein nördliches (Pommern-Wolgast) und ein südliches Herzogtum (Pommern-Stettin) erfolgte, entstanden 1532 erstmals ein westlicher und ein östlicher Landesteil. Nach dem Westfälischen Frieden (1648) umfasste Vorpommern den zum Königreich Schweden gehörenden Teil Pommerns einschließlich der gesamten Odermündung mit der Stadt Stettin und dem alten Bischofssitz Cammin.

Der Teil Vorpommerns südlich der Peene mit Stettin und den Odermündungsinseln Usedom und Wollin kam 1720 zu Preußen. Hierfür bürgerte sich später die Bezeichnung „Altvorpommern“ ein. Der nördliche Teil hingegen stand von 1715 bis 1721 unter dänischer Militärverwaltung[5], gehörte jedoch bis zum Kieler Frieden von 1814 zu Schweden (Schwedisch-Pommern, auch „Neuvorpommern“), wurde dann Dänemark als Ersatz für Norwegen zugesprochen, was aber nie praktische Konsequenzen hatte, weil Dänemark die von Schweden geforderten Kriegsentschädigungen nicht zahlen konnte. Deshalb verhandelte man auf dem Wiener Kongress weiter und das Gebiet kam im Herbst 1815 zu Preußen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum größten Teil zur Sowjetischen Besatzungszone und wurde mit Mecklenburg zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt. 1947 wurde das Land auf Befehl der SMAD in Mecklenburg umbenannt, um den Begriff Pommern aus dem offiziellen Sprachgebrauch zu entfernen. Nach Bildung der DDR 1949 wurde 1952 bei der Verwaltungsreform der Landesteil Vorpommern vorwiegend Teil der Bezirke Rostock und Neubrandenburg. Zum Bezirk Frankfurt (Oder) kam der südliche Zipfel, der sich weitgehend mit dem heutigen Amt Gartz (Oder) deckt.

Bevölkerungsveränderung in Vorpommern von 2002 bis 2007

Vorpommern wurde 1990 Teil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Da die Neubildung der Bundesländer in der DDR entlang bestehender Kreisgrenzen vollzogen wurde, verblieb Gartz in Brandenburg, während zum Beispiel das uckermärkische Strasburg sich in einer Volksabstimmung für den Verbleib in Mecklenburg-Vorpommern entschieden hat.

Um die getrennten Gebiete Hinter- und Vorpommerns wieder näher zueinander zu bringen, wurde im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit die Euroregion Pomerania gegründet. Das Schengener Durchführungsübereinkommen und auch der geplante Beitritt Polens zum Euro-Raum tragen überdies hinaus weiter dazu bei, das Trennende zwischen den heutigen Teilen Pommerns zu überwinden.

Mit der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde die Verwaltungsgliederung Vorpommerns neu geordnet. Der mecklenburgisch-pommersche Mischkreis Demmin wurde aufgeteilt und der größte Teil Vorpommerns wurde in zwei neue Landkreise, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald eingeteilt. Eine exakte Annäherung der neuen Kreisgrenzen an die historische Grenze zwischen Pommern und Mecklenburg wurde dabei jedoch nicht angestrebt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ist die älteste Universität Pommerns und war die zweite Universitätsgründung im Ostseeraum.

Die 1456 von den Pommernherzögen (Greifen) gegründete und reich ausgestattete Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ist nach Rostock die zweitälteste Hochschule im Ostseeraum und eine der ältesten deutschen Universitäten. Wegen der geopolitischen Lage und der Verbindungen zu Schweden zur Zeit Schwedisch Pommerns war die Universität eine wichtige Kulturbrücke zu den skandinavischen Ländern. Für die Provinz Pommern war sie zugleich die (einzige) Landesuniversität. Bekannte Greifswalder Professoren der neueren Zeit sind der Chirurg Ferdinand Sauerbruch, die Nobelpreisträger Johannes Stark und Gerhard Domagk, der Bakteriologe Friedrich Loeffler, die Juristen Bernhard Windscheid und Gerhard Leibholz, der Altphilologe Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff sowie der Schriftsteller und Namensgeber Ernst Moritz Arndt.

Im nahe gelegenen Stralsund befindet sich die 1990 gegründete Fachhochschule Stralsund (University of Applied Sciences).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region lebt überwiegend vom Fremdenverkehr, vor allem auf den Inseln Rügen, Hiddensee, Usedom und den Halbinseln Darß und Zingst. Auch die Landwirtschaft ist ein wichtiger Bestandteil. Ebenso der Schiffsbau: in Stralsund die Volkswerft Stralsund, in Wolgast die Peene-Werft und in Greifswald die HanseYachts. Ein weiterer Industrie- und Technologiestandort ist das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerkes bei Lubmin am Greifswalder Bodden. In der Ueckermünder Heide befindet sich mit der Eisengießerei Torgelow eine der modernsten Gießereien Europas.

Vorpommern gehört zu den strukturschwächsten Regionen Deutschlands. Das gilt insbesondere für das Hinterland der Ostseeküste. Besonders betroffen sind die ehemaligen Landkreise Demmin und Uecker-Randow. Heute hauptsächlich das östliche und südliche Vorpommern-Greifswald. Innerhalb des Landes Mecklenburg-Vorpommern ist der Landesteil gegenüber Mecklenburg wirtschaftlich zunehmend ins Hintertreffen geraten. Auch das Fehlen der - seit dem Krieg polnischen - früheren Hauptstadt Stettin trägt mit dazu bei. Zudem ist die dünn besiedelte Region stark von der Abwanderung junger Menschen betroffen, unter anderem auch wegen weit unterdurchschnittlicher Löhne. Um die Situation zu verbessern wurde der SPD-Abgeordnete Patrick Dahlemann als Vorpommern-Staatsskretär aus der Landeshauptstadt Schwerin nach Anklam entsandt.[6] Als "Kümmerer vor Ort" soll Dahlemann auch den Vorwurf entkräften, Schwerin vernachlässtigte den entlegeneren Landesteil im Osten. Seit seinem Amtsantritt hat er eine Vielzahl von Terminen vor Ort absolviert und den Vorpommern-Fonds[7] auf den Weg gebracht.[8]

Ausgehend von der medizinischen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald wird mit zunehmendem Erfolg versucht, eine Technologieindustrie, insbesondere im Bereich der Biotechnologie, zu etablieren. Ein großer Teil der entsprechenden Unternehmen ist im BioCon Valley organisiert. Dank der Erfolge gilt Greifswald heute als einer der Wachstumskerne in den neuen Bundesländern.

Durch Vorpommern führt die Ostseeautobahn A20 von Lübeck über Rostock und Stralsund zum Autobahndreieck Uckermark (an der Autobahn BerlinStettin).

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Strandkorb gilt als Symbol des Tourismus in Vorpommern, vor allem an der Ostseeküste (hier Ahlbeck auf Usedom)

Der Tourismus in Vorpommern mit seinen Inseln Rügen und Usedom hat seit der Wiedervereinigung Deutschlands eine dynamische Entwicklung genommen. Zweistellige Zuwachsraten bei Kapazität und Gästezahlen bei gleichzeitigem Ausbau der Infrastruktur waren zu verzeichnen. Ein Spitzenwert wurde 2003 mit 25,9 Millionen Übernachtungen erreicht. Allerdings flachte die Kurve des Anstiegs zusehends ab und geriet 2004 erstmals ins Minus. Seit 2005 gibt es wieder Zuwachsraten. Die offizielle Statistik wies im Jahr 2006 über 24,7 Millionen Übernachtungen für ganz Mecklenburg-Vorpommern aus. 2007 wurde mit 26,3 Millionen Übernachtungen das bisher höchste Ergebnis seit Einführung der Statistik 1991 erreicht. Vorpommern – ohne Rügen und Hiddensee die 8,9 Prozent erreichten – lag dabei mit einem Zuwachs von 6,8 Prozent bei den Übernachtungen über dem Landesdurchschnitt.[9] Hinzu kommt nach Expertenmeinung noch einmal eine ebenfalls hohe Zahl an Übernachtungen auf dem so genannten „Grauen Beherbergungsmarkt“, etwa durch Ferienwohnungen in Wohngebieten oder kostenlos angebotene Unterkünfte.[10] Etwa zwei Drittel der Übernachtungen in MV entfallen auf Vorpommern mit den Inseln als Tourismushochburgen. Der Anteil ausländischer Gäste steigt ebenfalls beständig, war aber mit 2,7 Prozent im Jahr 2007 noch auf niedrigem Niveau.

Es gibt in Vorpommern vier regionale Tourismusverbände: den Tourismusverband Rügen, den Tourismusverband Insel Usedom, den Tourismusverband Vorpommern (für die Festlandsküste) sowie den Tourismusverband Fischland-Darss-Zingst. Alle Verbände sind Mitglieder im Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern, dem Landesverband, der wiederum Mitglied im Deutschen Tourismusverband (DTV) ist.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kultur Pommerns spiegelt sich im städtischen Bereich am besten im WeltkulturerbeHistorische Altstädte Stralsund und Wismar“ wider. Im ländlichen Raum entstehen zahlreiche Schlösser, Gutshäuser und Dorfkirchen wieder in altem Glanz, andere harren noch auf Rettung. Das Pommersche Landesmuseum in der Hansestadt Greifswald stellt die Kulturgeschichte umfassend dar. Eine weit über den lokalen Bereich hinausgehende Bedeutung hat auch das Kulturhistorische Museum in Stralsund, welches in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter maßgeblicher Beteiligung der neuvorpommerschen Kommunalstände als Museum für den Regierungsbezirk Stralsund gegründet wurde. Einen großen Teil der archivalischen Überlieferung bewahrt das Landesarchiv Greifswald auf, welches zwischen 1990 und 1997 deshalb auch „Vorpommersches Landesarchiv“ hieß. Weitere Teile der archivalischen und musealen Hinterlassenschaften werden in den heute polnischen Einrichtungen in Stettin aufbewahrt, was durch die Geschichte bis 1945 begründet ist. Weiterhin bemühen sich die Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst, die Historische Kommission für Pommern und die Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte, alle mit Sitz in Greifswald, um das historische Erbe des Gebietes im Rahmen der pommerschen Landesgeschichte.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Vorpommern wird noch häufig der vorpommersche Dialekt des Ostniederdeutschen gesprochen. Dieser ist in der deutschsprachigen Literatur insbesondere bei den beiden Märchen der Brüder GrimmVon dem Fischer un syner Fru“ und „Von dem Machandelboom“ zu finden sowie in dem später vertonten Gedicht „Mine Heimat“ („Wo die Ostseewellen trecken an den Strand“), in dem die Barther Dichterin Martha Müller-Grählert ihre vorpommersche Heimat beschreibt.

Bekannte Vorpommern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erdbeschreibung der Preußischen Monarchie (F. Leonardi, Hrsg.), Band 3, Halle 1794, S. 604–705 (Volltext).
  • Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Bearbeitet von Heinrich Berghaus, Vierten Teils zweiter Band, Anklam 1868 (Volltext).
  • W. Deecke: Die Beziehungen der vorpommerschen Städte zur Topologie und Geographie ihrer Umgebung. In: IX. Jahresbericht der Geographischen Gesellschaft Greifswald; Greifswald 1905, S. 170–200 (Volltext).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Regionaler Planungsverband Vorpommern
  2. Zeitschrift für Schul-Geographie, Bände 13–14, 1892, S. 67, [1]
  3. Pommersche Landschaft.de
  4. Oswald Jannermann: „Slawische Orts- und Gewässernamen in Deutschland“, 2009, Seite 56
  5. Martin Meier: Vorpommern nördlich der Peene unter dänischer Verwaltung 1715 bis 1721. 2008
  6. Patrick Dahlemann - Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern - Regierungsportal M-V. Abgerufen am 24. September 2017.
  7. Vorpommern-Fonds - Regierungsportal M-V. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  8. Haushaltsdebatte: AfD will Vorpommern-Kommissar abschaffen | Nordkurier.de. 4. Oktober 2017 (nordkurier.de [abgerufen am 4. Oktober 2017]).
  9. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik-mv.deTourismus: Rekordergebnis für 2007
  10. Grauer Übernachtungsmarkt: Immer mehr Übernachtungsgäste buchen lieber über das Internet eine Bleibe bei Privatleuten als im Hotel, Wirtschaftswoche, 7. März 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]