Ponarth

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Stadtteil
Ponarth
Димитрово (Dimitrowo)
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Stadtkreis Kaliningrad
Erste Erwähnung 1385
Frühere Namen Ponarthen (um 1410)
Zeitzone UTC+2
Geographische Lage
Koordinaten 54° 41′ N, 20° 29′ OKoordinaten: 54° 40′ 55″ N, 20° 28′ 43″ O
Ponarth (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Ponarth (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Ponarth war ein Stadtteil von Königsberg (Preußen) und wird im heutigen Kaliningrad russisch Dimitrowo genannt. Dimitrowo gehörte von 1947 bis 2009 zum Baltischen Rajon, dem südwestlichen Stadtbezirk Kaliningrads, und seit 2009 zum Moskauer Rajon, in den der Baltische Rajon aufgegangen ist und der nun das ganze Areal südlich des Pregels umschließt.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ponarth liegt im Süden Kaliningrads und ist vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Durch den Stadtteil führt eine unbedeutende Nebenstraße, die bei Nowo-Doroschny (Hoch Karschau) auf eine städtische Umfahrungsstraße trifft, die die russische Fernstraße A 194 (ehemalige deutsche Reichsstraße 1) mit der Fernstraße R 516 (ehemalige deutsche Reichsautobahn Berlin–KönigsbergBerlinka“) verbindet. War ehedem Ponarth namentlich eine Bahnstation, so ist hier heute lediglich ein Ostranowotschny punkt („Haltepunkt“) mit der Bezeichnung Kijewskaja an der Bahnstrecke von Kaliningrad nach Mamonowo (Heiligenbeil) zur Weiterfahrt nach Polen (ehemalige Preußische Ostbahn). Ponarth war vor 1945 an Sonntagen ein Ausflugsziel der Königsberger, die die hohen wilden Bäume des Dörfchens sowie den Ausblick auf die Stadt genossen.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich prußisch ab und deutet auf ein Überschwemmungsgebiet: "po" (in der Nähe) und "nariatas" (Taucher).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1385 wurde das Dorf bereits urkundlich erwähnt, 1410 hieß es Ponarthen. Ponarth war früher ein selbständiges Dorf mit einer hohen Anzahl von Arbeitern. 1874 wurde ein Amtsbezirk (Preußen) Ponarth gebildet, der aus den Gemeinden Ponarth, Groß Karschau, Hoch Karschau (heute russisch: Nowo-Doroschny), Klein Karschau und Schönbusch (heute ebenfalls „Dimitrowo“ genannt) bestand und von Groß Karschau aus verwaltet wurde. Er gehörte zum Landkreis Königsberg (Preußen) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Am 14. Oktober 1893 wurde die Ortschaft Schönbusch in die Landgemeinde Ponarth eingegliedert.

1895 lebten in Ponarth 4425 Einwohner. Es gab eine Postagentur, ein Telegrafenamt, die königliche Eisenbahn-Hauptwerkstätte und zwei bedeutende Brauereien. Ponarth wurde am 1. April 1905 in die Stadt Königsberg i. Pr. eingemeindet, 1906 wurde der Amtsbezirk aufgelöst und der Amtssitz nach Groß Karschau verlegt.

Auf dem Palve-Platz trug der MTV Ponarth seine Heimspiele in den Sportarten Fußball, Handball, Schlagball und Faustball aus.

Berühmt wurde Ponarth durch sein gutes Bier. Das heutige russische unter dem Namen "Ponarther Bier" ausgeschenkte Getränk kommt dagegen aus Devau. In jüngerer Zeit wurde in den verfallenden Gebäuden der Brauerei das Bernsteinzimmer vermutet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenzug in Ponarth mit Blick auf die Ponarther Evangelische Pfarrkirche

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Hartmann: Die Geschichte des Dorfes Ponarth bei Künigsberg i. Pr. Johann Gottfried Herder-Institut, 1963.
  • Baczko, Ludwig von: Versuch einer Geschichte und Beschreibung von Königsberg, Königsberg 1804
  • Gerullis, Georg: Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin, Leipzig 1922
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 16. Leipzig 1908, S. 144

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]