Regierungsbezirk Königsberg

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Verwaltungsgliederung Ostpreußens 1878 bis 1905:
  • Regierungsbezirk Königsberg
  • Regierungsbezirk Gumbinnen
  • Verwaltungsgliederung Ostpreußens 1905 bis 1920:
  • Regierungsbezirk Königsberg
  • Regierungsbezirk Gumbinnen
  • Regierungsbezirk Allenstein
  • Das Gebäude der Regierung in Königsberg (Mitteltragheim 40) wurde 1881 von Karl Friedrich Endell entworfen. Es enthielt auch die repräsentative Dienstwohnung des Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen.

    Der preußische Regierungsbezirk Königsberg in Ostpreußen, mit Königsberg als Hauptstadt, bestand von 1808 bis 1945, zunächst unter der Bezeichnung Regierungsbezirk Ostpreußen zu Königsberg. Zusammen mit dem Regierungsbezirk Litthauen zu Gumbinnen war er Bestandteil der Provinz Ostpreußen bzw. der Provinz Preußen.

    Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Regierungspräsidium war eine Mittelbehörde der preußischen Staatsverwaltung für den Regierungsbezirk Königsberg. Es war für alle Angelegenheiten zuständig, die nicht ausdrücklich anderen Behörden übertragen waren, und hatte das Aufsichtsrecht über alle nachgeordneten Behörden. Es bestand aus drei Abteilungen:

    • Präsidialabteilung mit der Zuständigkeit für Polizeisachen und Inneres
    • Abteilung für das Kirchen- und Schulwesen
    • Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten.

    Das ursprüngliche Kollegialsystem wurde durch das monokratische System (wie bei der Präsidialabteilung) abgelöst. Dem Regierungspräsidenten war ein Bezirksausschuß beigegeben, der in Verwaltungs- und Verfahrenssachen entschied.[1]

    Das Regierungspräsidium gab das Amtsblatt der Preussischen Regierung zu Königsberg heraus, in dem die Verordnungen und Verlautbarungen der Regierung veröffentlicht wurden.

    Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1905 wurde der südliche Teil des Regierungsbezirkes mit den Kreisen Allenstein (Stadt u. Land), Ortelsburg, Osterode, Rößel und Neidenburg abgetrennt. Aus diesen und vier weiteren Kreisen des Regierungsbezirks Gumbinnen wurde der Regierungsbezirk Allenstein neu gebildet.

    1920 wurde der Kreis Memel, mit dem übrigen Memelland, gemäß dem Versailler Vertrag, vom Deutschen Reich abgetreten und später an Litauen übergeben. 1939, nach der Rückgabe des Gebietes an Deutschland, wurden alle dortigen Landkreise in den Regierungsbezirk Gumbinnen eingegliedert.

    Stadt- und Landkreise[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Regierungsbezirk Westpreußen. Stand der Grenzen 31. August 1939
    Stadt-/Landkreis Einwohner Fläche Bev.dichte Kommunen
    Städte/Flecken/Gemeinden
    Stadtkreis Königsberg 0372.164 192,76 km² 1930,7 Einw/km² 1/0/0
    Landkreis Bartenstein 0050.448 880,55 km² 57,3 Einw/km² 4/2/73
    Landkreis Braunsberg 0062.317 946,34 km² 65,9 Einw/km² 4/0/93
    Landkreis Gerdauen 0035.013 844,41 km² 41,5 Einw/km² 2/1/68
    Landkreis Heiligenbeil 0053.207 907,86 km² 58,6 Einw/km² 2/2/110
    Landkreis Heilsberg 0056.214 1095,64 km² 61,3 Einw/km² 2/0/105
    Landkreis Labiau 0051.885 1065,65 km² 48,7 Einw/km² 1/3/123
    Landkreis Mohrungen 0056.255 1265,36 km² 44,5 Einw/km² 3/0/109
    Landkreis Preußisch Eylau 0056.385 1228,49 km² 45,9 Einw/km² 3/0/114
    Landkreis Preußisch Holland 0037.492 858,28 km² 43,7 Einw/km² 2/1/91
    Landkreis Rastenburg 0057.223 871,08 km² 65,7 Einw/km² 3/1/75
    Landkreis Samland 0120.246 1922,92 km² 62,5 Einw/km² 2/2/193
    Landkreis Wehlau 0050.236 1067,27 km² 47,1 Einw/km² 3/0/116
    Gesamt 1.059.085 13146,61 km² 80,6 Einw/km² 32/12/1269

    Regierungspräsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Siegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Rüdiger Döhler: Corpsstudenten in der Verwaltung Ostpreußens. In: Einst und Jetzt. Band 54, 2009, S. 240–246.
    • Klaus von der Groeben: Das Land Ostpreußen. Selbsterhaltung, Selbstgestaltung, Selbstverwaltung 1750 bis 1945. (= Quellen zur Verwaltungsgeschichte. Band 7). Lorenz-von-Stein-Institut, Kiel 1993, DNB 930875869.
    • Reinhard Hauf: Die preussische Verwaltung des Regierungsbezirks Königsberg, 1871–1920. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 1980, ISBN 3-7745-6447-7. (books.google.de)
    • Adolf Schlott: Topographisch-statistische Übersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861. (books.google.de, Volltext)
    • Adolf Schlott: Topographisch-statistische Übersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg. Reyländer, Tilsit 1848. (digitalis.uni-koeln.de, Digitalisat)

    Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002.
    2. Heimatatlas für die Provinz Ostpreußen. Verlagsgruppe Weltbild, Augsburg 2007, ISBN 978-3-8289-0832-1.
    3. 1825 Oberpräsident in Posen
    4. a b als Oberpräsident
    5. als Interimslösung im Amt

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Regierungsbezirk Königsberg – Sammlung von Bildern