Poskær Stenhus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Lage auf Mols

Poskær Stenhus in Djursland, einer Halbinsel von Jütland, ist neben dem Runddysse von Vielsted eine der größten und der schönste Runddolmen[1] in Dänemark. Er stammt aus der Jungsteinzeit etwa 3500–2800 v. Chr. und ist eine Megalithanlage der Trichterbecherkultur (TBK). Sie liegt an der Straße von Knebel nach Agri auf der Halbinsel Mols, einen Kilometer von Knebel entfernt in der Kommune Syddjurs. Neolithische Monumente sind Ausdruck der Kultur und Ideologie neolithischer Gesellschaften. Ihre Entstehung und Funktion gelten als Kennzeichen der sozialen Entwicklung.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kammer liegt nicht mittig, sondern nach Nordosten hin versetzt im Randsteinkreis. Im südöstlichen Teil lag vielleicht ein zweiter, ausgegangener Dolmen. Damit wäre Poskær Stenhus eine der wenigen runden Steinsetzungen mit doppelter Kammer. Zwei Kammern sind bei dem Breddysse bei Kirke-Stillinge auf Seeland erhalten, ihr fehlt allerdings der Steinkreis. Bei den rechteckigen Einfassungen (Langdyssen bzw. Riesenbetten) sind mehrere Kammern (bis zu fünf) verbreiteter. Ob die runde Form (mit etwa 300 erhaltenen Anlagen) der Nachfolger der doppelt so häufigen rechteckigen ist, ist forschungsgeschichtlich offen. Poskær Stenhus wurde von der Trichterbecherkultur um 3300 v. Chr. angelegt. Der Steinkreis hat etwa 20 m Durchmesser. Er besteht aus 23 von ursprünglich 24 dicht stehenden, mehr als mannshohen und über fünf Tonnen schweren Randsteinen.

Der Kammergrundriss entspricht einem Polygonaldolmen aus fünf Tragsteinen. Vom kurzen Gang ist eines von vermutlich zwei Tragsteinpaaren erhalten. Der Deckstein der Kammer wiegt 15 Tonnen und ist ein Zwillings- oder Paarstein. Er ist die eine Hälfte eines rötlichen Granit-Findlings. Die andere Hälfte wurde als 19 Tonnen schwerer Deckstein des Dolmen von Grovlegård oder Agri-Dolmen knapp zwei Kilometer nordöstlich verwendet. Paarsteine sind ein bekanntes geologisches Phänomen, man findet sie an vielen Stellen als natürliche Spaltprodukte durch Frost.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palle Eriksen: Poskær Stenhus. Myter og virkelighed. Moesgård Museum, Højbjerg 2000, ISBN 87-87334-34-8.
  • Ingrid Falktoft Anderson: Vejviser til Danmarks oldtid 1994, ISBN 87-89531-10-8, S. 167–168.
  • Karsten Kjer Michaelsen: Politikens bog om Danmarks oldtid (= Politikens håndbøger.). Politiken, Kopenhagen 2002, ISBN 87-567-6458-8 S. 104.
  • Jakob Vedsted: Fortidsminder og kulturlandskab. En kildekritisk analyse af tragtbaegerkulturens fundmateriale fra Norddjursland. Forlaget Skippershoved, Ebeltoft 1986, ISBN 87-981329-5-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Poskær Stenhus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Runddysse ist die nur in Dänemark gebräuchliche Bezeichnung für Dolmen, die in einem runden Hügel liegen. Im Gegensatz dazu sind Langdyssen jene Dolmen, die in Hünenbetten liegen.
  2. Johannes Müller: Neolithische Monumente und neolithische Gesellschaften. In: Hans-Jürgen Beier, Erich Claßen, Thomas Doppler, Britta Ramminger (Hrsg.): Varia neolithica VI. Neolithische Monumente und neolithische Gesellschaften. Beiträge der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Neolithikum während der Jahrestagung des Nordwestdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V. in Schleswig, 9.–10. Oktober 2007 (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Bd. 56). Beier & Beran, Langenweißbach 2009, ISBN 978-3-941171-28-2, S. 7–16, hier S. 15.

Koordinaten: 56° 13′ 6,6″ N, 10° 30′ 7,2″ O