Pulsnitz (Fluss)

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Pulsnitz
Die Pulsnitz in Elsterwerda

Die Pulsnitz in Elsterwerda

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5382
Lage Brandenburg, Sachsen, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Schwarze Elster → Elbe → Nordsee
Quelle In einem Hausbrunnen in Ohorn
51° 10′ 41″ N, 14° 3′ 23″ O
Quellhöhe 360 m ü. NN
Mündung Bei Elsterwerda in die Schwarze ElsterKoordinaten: 51° 27′ 10″ N, 13° 30′ 33″ O
51° 27′ 10″ N, 13° 30′ 33″ O
Mündungshöhe 89 m ü. NN
Höhenunterschied 271 m
Länge 60 km
Einzugsgebiet 356 km²
Abfluss am Pegel Ortrand[1]
AEo: 245 km²
Lage: 20,6 km oberhalb der Mündung
NNQ (2. Sep. 2003)
MNQ 1989/2009
MQ 1989/2009
Mq 1989/2009
MHQ 1989/2009
HHQ (15. Mai 1995)
60 l/s
337 l/s
1,38 m³/s
5,6 l/(s km²)
7,82 m³/s
20,7 m³/s
Rechte Nebenflüsse Haselbach, Käbnitz, Otterbach
Kleinstädte Pulsnitz, Königsbrück, Ortrand, Elsterwerda

Die Pulsnitz ist ein linker Nebenfluss der Schwarzen Elster in Sachsen und Brandenburg. Sie entspringt in Ohorn am Westhang des Tannebergs und fließt durch die Städte Pulsnitz, Königsbrück, Ortrand und Elsterwerda.

Die eigentliche Quelle befindet sich im Keller eines Wohngebäudes, unterhalb davon fängt ein Teich das Quellwasser auf. Am Einflussrohr trägt eine Tafel die Aufschrift „Pulsnitzquelle VMI 1976“. Die Pulsnitz verläuft durch den gesamten alten Ortskern von Ohorn unterirdisch und tritt erst ca. 900 Meter weiter südwestlich und ca. 50 Meter tiefer am Rand einer Ackerfläche wieder ans Tageslicht.

Anschließend fließt sie durch die Königsbrücker Heide, wo sich zwischen 1906 und 1992 der Truppenübungsplatz Königsbrück und bis 1938 der Marktflecken Krakau an der Pulsnitz befand. Nach der Passage des bei Ortrand beginnenden Niederungsgebietes Schraden mündet sie im Stadtgebiet von Elsterwerda in die Schwarze Elster. Wenige hundert Meter zuvor befindet sich die Anbindung zum Elsterwerda-Grödel-Floßkanal, einer seit dem 18. Jahrhundert bestehenden künstlich angelegten Wasserstraße zum an der Elbe gelegenen Ort Grödel.

Die ursprüngliche Mündung befand sich jedoch bis zur Anlage des Neuen Pulsnitzgrabens im 16. Jahrhundert unterhalb des Dorfes Tettau. Dieser als Grenzpulsnitz bezeichnete Lauf bildete einst die Landesgrenze zwischen der Markgrafschaft Meißen und der Oberlausitz, woran auch noch alte Flurnamen erinnern. Mehrere Ansiedlungen befanden sich beiderseits des Flusses, wobei der am westlichen Ufer gelegene Teil regelmäßig als Meißner Seite und der östlich gelegene als Oberlausitzer Seite beziehungsweise auch Böhmische Seite bezeichnet wurde.

Der Oberlauf und fast das gesamte sächsische Tiefental der Pulsnitz stehen unter Natur- bzw. Landschaftsschutz. Der kleine Fluss ist dort weitestgehend naturbelassen. Durch die teilweise Begradigung der Pulsnitz und ihres Nebenflusses, des Haselbaches, wurde im Oberlauf die Fließgeschwindigkeit und damit der Geschiebetransport erhöht. Die ehemals bei Königsbrück angesiedelten seltenen Flussperlmuscheln versandeten und starben ab. Die starke Verschmutzung der Pulsnitz durch Abwässer von Haushalten und der Textilindustrie ließ nach der Wiedervereinigung durch den Bau von kommunalen Kläranlagen und den Niedergang der ostdeutschen Industrie nach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hydrologisches Handbuch. Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 8, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF; 115 kB).
  • Luise Grundmann, Dietrich Hanspach (Verf.): Der Schraden. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Elsterwerda, Lauchhammer, Hirschfeld und Ortrand. Hrsg.: Institut für Länderkunde Leipzig und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2005, ISBN 3-412-10900-2.
  • Sächsische Landesvermessung: Topografische Karte 1:25000, Blatt 4850, 4750, 4749, 4648 und 4547. Hrsg.: Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung Sachsen,. Dresden (1888–1941).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pulsnitz (Fluss) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Elbegebiet, Teil I 2009. Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt, 2012, S. 127, abgerufen am 20. Januar 2013 (PDF, deutsch, 5,22 MB).